12. Februar 2009
12.02.2009

Offensiver Fußball: Die Rückkehr der Torjäger

11.12.2008 | 01:00
Etoo trifft zurzeit wie er möchte.

Der Torjäger gehörte in Europas Fußball lange Zeit zu ­einer aussterbenden Spezies. Die immer athletischer werdenden Abwehrspieler ließen den Angreifer scheinbar nicht mehr zur Entfaltung kommen. Die Taktik der Trainer tat ihr Übriges: Lieber 1:0 als 4:3, lautete häufig die Maxime.

Nun aber scheinen sich die Stürmer ihrer eigentlichen ­Bestimmung wieder bewusst geworden zu sein - und sorgen für eine wahre Torflut. Ganz vorne mit dabei sind die deutsche Bundesliga und die spanische Primera División. Beispiel ­Vehad Ibisevic von Bundesliga-­Tabellenführer TSG Hoffenheim 1899: Der Bosnier hat in 15 Spielen 17 Tore erzielt. Damit wandelt er auf den Spuren des legendären „Bombers" Gerd Müller. Der Bayernstürmer erzielte in seiner Rekordsaison 1971/72 40 Tore, hatte am 15. Spieltag aber noch nicht so viele Tore wie Ibisevic auf dem Konto, nämlich „nur" 12.

Ibisevic steht an der Spitze der Bundesliga, die sich derzeit allgemein in Torlaune befindet. An 15 Spiel­tagen sind im Schnitt 3,08 Tore gefallen. So viele wie zuletzt vor 21 Jahren und mehr als in jeder anderen der zehn besten Ligen Europas.

Nicht weniger eindrucksvoll spielt derzeit Ibisevics Pendant in Spanien, Samuel Etoo, vom souveränen Tabellenführer FC Barcelona. Der Stürmer, der bei Real Mallorca groß wurde und vor der Saison bei den Katalanen eigentlich ausgemustert werden sollte, schaffte in 13 Spielen 14 Tore und brachte Anfang November beim 6:0-Sieg gegen Valladolid das Kunststück fertig, in einer Halbzeit vier Tore hintereinander zu erzielen. In diesem Jahr will der National­spieler aus Kamerun endlich pichichi werden, wie man die Torschützenkönige in Spanien nennt. In der Saison 2004/2005 war er mit 24 Treffen auf der Zielgeraden vom Argentinier Diego Forlán eingeholt worden, der damals für Villareal spielte und ein Tor mehr erzielte.

Wie Hoffenheims Ibisevic hat auch Eto´o reichlich Nachahmer in Spaniens höchster Spielklasse. Die Primera División wies bis zum (torreichen) vergangenen Wochenende einen Schnitt von 2,77 Treffern pro Spiel auf. So etwas gab es seit der Saison 2000/01 (2,75) nicht mehr- und das, ­obwohl der letztjährige Torschützenkönig Ruud van Nistelrooy (Real Madrid) bereits seit Beginn der Saison mit einer schweren Knieverletzung zuschauen muss.

Spitzenreiter Barcelona ragt dabei mit 3,08 Treffern pro Spiel heraus. Die Mannschaft von Jungtrainer Josep Guardiola erzielte allein gegen Sporting Gijón und Atlético Madrid sechs Tore sowie fünf Treffer gegen Almería. Auch in der Champions League langten die Katalanen zu: 5:2 gegen Sporting Lissabon und 5:0 gegen den FC Basel.

Damit liegen sie im Trend, denn auch in der europäischen Königsklasse scheint der ergebnisorientierte Sicherheitsfußball derzeit nicht angesagt zu sein: Am dritten Spieltag fielen 36 Tore, allein in der Partie des spanischen Vizemeisters FC Villarreal gegen Aalborg (6:3) klingelte es neun Mal im Kasten, im Schnitt erzielten die Stürmer 4,5 Tore pro Spiel. Mehr Treffer sind in der seit 1992 bestehenden Champions League an einem Spieltag noch nie gefallen.

Den Fans soll es recht sein.

In der Printausgabe lesen Sie außerdem
- Real Mallorca: Buh-Rufe gegen Grande nach erneuter Pleite
- Marathon in Calvià

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