06. Mai 2010
06.05.2010

Real vertraut auf "Dudu von Nazareth"

Mallorcas Torhüter kehrt am Sonntag an seine alte Wirkungsstätte zurück – und hat seinen Marktwert auf der Insel inzwischen mehr als verdoppelt

06.05.2010 | 03:00
Deutsche Fans im Stadion findet Dudu Aouate gut.

In der vergangenen anderthalb Jahren ist im Leben von Dudu Aouate viel passiert. Vielleicht wird dies dem Torhüter von Real Mallorca am kommenden Sonntag (9.5.) beim Auswärtsspiel seines Clubs in La Coruña besonders bewusst werden. Denn bei den Galiciern spielte der Israeli, bevor er vor gut anderthalb Jahren zu Real Mallorca wechselte. Für 800.000 Euro kam er damals auf die Insel. Mittlerweile ist sein Marktwert auf rund zwei Millionen Euro gestiegen. So viel Geld will jetzt beispielsweise der englische Erstligist Birmingham für den 33-Jährigen auf den Tisch legen.

Dudu Aouate ist sicherlich einer der Gründe für die starke Saison, die Real Mallorca derzeit spielt. Mit zahlreichen Paraden rettete der israelische Nationalkeeper seinem Team so manchen Punkt. Mallora hatte ihn in der Winterpause der vergangenen Saison verpflichtet, weil Stammtorhüter Miguel Àngel Moyà nach Valencia gewechselt war und Ersatz German Lux mit zahlreichen Fehlgriffen die Mannschaft in Bredouille gebracht hatte. Aouate saß in La Coruña auf der Bank. Nicht etwa weil er schlechte Leistungen gezeigt hatte, sondern als Folge eines Zwischenfalls in der Umkleidekabine. Dort hatte ihm der damalige Ersatztorhüter Munúa ins Gesicht geschlagen. Und obwohl Aouate schuldlos war, wurde er auf die Ersatzbank verbannt. Ein Ereignis, das Aouate nicht vergessen hat. Als Mallorca jüngst gegen Málaga spielte, verweigerte er Munúa, der mittlerweile für die Andalusier aufläuft, den Handschlag.

Für Israel hat Aouate inzwischen mehr als 40 Länderspiele absolviert. Als er einmal am Yom Kippur, dem heiligsten jüdischen Feiertag, für La Coruña auflief, forderten orthodoxe Juden seinen Rauswurf aus dem Nationalteam. Doch Aouate blieb. „Das waren einige, die sich auf meine Kosten wichtig tun wollen", sagt der dreifache Familienvater, der an dem biblischen Ort Nazareth geboren wurde und bei Maccabi Haifa seine ersten Sporen als Profifußballer verdiente. Politik ist nicht seine Welt. Über die Situation seines Landes spricht er nicht gern. Und dennoch kann er sich dem Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern auch als Fußballer nicht entziehen. Vor allem in Osasuna musste er in dieser Saison wieder antisemitische Schmährufe von baskischen Nationalisten über sich ergehen lassen.

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