13. Juni 2017
13.06.2017
40 Años

Warum Mallorcas Sportvereine trotz ihrer Siege arm dran sind

Weder Aufstieg noch Champions League sind machbar. Die Clubs verzweifeln an mangelnder Unterstützung durch den Staat

14.06.2017 | 09:01
Nur ein Lächeln gibt es von der balearischen Ministerpräsidentin Francina Armengol für Can Ventura.

Die Sportsaison ist für viele mallorquinische Profivereine vorbei. Es wurde viel gefeiert in dieser Spielzeit. Volleyball-Erstligist Can Ventura holte die spanische Meisterschaft und qualifizierte sich somit für die Champions League, die Volleyball-Frauen von JS Hotels Ciutat Cide stiegen in die erste Liga auf, und Basketball-Zweitligist Palma Air Europa erreichte die Aufstiegsrunde und scheiterte nur knapp.

Nach der Party folgt nun die Ernüchterung. Den drei Vereinen fehlen die finanziellen Mittel, um die erreichten Qualifikationen wahrzunehmen. Can Venturas Mäzen Damià Seguí kann oder will die Champions-League-Teilnahme nicht allein finanzieren. „Wir werden nicht international spielen und konzentrieren uns auf die Liga", sagte er der MZ-Schwesterzeitung „Diario de ­Mallorca".

150.000 Euro bräuchte man


Volleyballclub Cide müsste 150.000 Euro für den Etat in der ersten Liga zusammenbekommen (u.?a. Flüge, Lizenzen, Gehälter), bislang musste man als Amateur 50.000 Euro aufbringen.
Palmas Basketballer trifft besonders das Ende des Sponsorings der mallorquinischen Fluglinie Air Europa. Ohne Hauptsponsor kann der Verein nicht einmal ein Zweitligateam stellen.

Die Wut der Verantwortlichen richtet sich gegen die Regierung. „Als wir die Liga und den Pokal gewannen, drängten alle Politiker mit auf das Foto", sagte Cide-Präsident Toni Figuera. „Der Schein trügt. Letztlich müssen wir allein aufsteigen und niemand hilft uns. Es ist ein Überlebenskampf."

So viel sieht der Haushalt vor


800.000 Euro – immerhin 200.000 Euro mehr als im Vorjahr – sieht der Staatshaushalt für die Profivereine in der abgelaufenen Saison 2016/2017 vor. Einen detaillierten Verteilungsschlüssel oder gar einen Termin für eine Überweisung gibt es noch nicht. Über die Höhe einer Förderung für die kommende Spielzeit kann nur spekuliert werden. „Persönlich würde ich eine höhere Summe befürworten. Aber ich kann auch nur mit dem Etat arbeiten, der mir zur Verfügung gestellt wird", rechtfertigte sich der Sportminister Carles Gonyalons.

Die Kosten für die Flüge zu den Auswärtsspielen beanspruchen die Clubkassen am stärksten. In der abgelaufenen Saison konnten die Vereine mit der Unterstützung von Air Europa rechnen. Can Ventura flog kostenlos, Cide hatte einen Höchstpreis von 70 Euro pro ­Ticket ausgehandelt. Für die kommende Saison dürfte das Reisen den Mannschaften teuer zu stehen kommen. „Wir verhandeln mit mehreren potenziellen Sponsoren, damit wir einen Teil der Lücke, die Air Europa hinterlässt, füllen können", sagte Gonyalons.

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