19. April 2018
19.04.2018
40 Años

Moto3-Weltmeister Joan Mir fährt ohne Führerschein

Der Mallorquiner spricht im MZ-Interview über den Start in die Moto2-Saison

06.05.2018 | 09:43
Joan Mir macht auch im Moto2 eine gute Figur. An diesem Sonntag (22.4.) startet er in Austin (Texas, USA).

In der vergangenen Saison war Joan Mir nicht zu bremsen. In seinem erst zweiten Profijahr fuhr der Rennpilot aus Palma de Mallorca mit dem Leopard-Racing-Team zum Titel der Moto3-WM. Zum Lohn hat der belgische Rennstall Marc VDS den 20-Jährigen für die zweitklassige Moto2 verpflichtet. Die MZ hat mit Mir vor dem dritten Rennen am Sonntag (22.4.) im texanischen Austin gesprochen.

Wie bewerten Sie den Saison­start?
Sehr, sehr gut. Vieles ist anders in der neuen Kategorie. Da musste ich mich erst einmal daran gewöhnen. Aber ich mache Fortschritte. In Katar kam ich auf Platz 11 ins Ziel, in Argentinien war ich Siebter.

Wie äußert sich der Unterschied zwischen Moto2 und Moto3?
Es ist ein schwereres Motorrad. Die Kurvenführung ist daher komplett anders. Ich muss die Kurven mehr v-förmig fahren. Das Training bleibt aber weitestgehend gleich – außer, dass wir etwas mehr Fitness machen, um Kraft aufzubauen.

Was war die schwierigste Umstellung für Sie?
Die Art und Weise, das Motorrad zu steuern. Vor allem, wie man es nach der Schräglage in der Kurve wieder aufrichtet. Für die schwereren Motorräder im Moto2 muss man dafür die Kraft vom Motor nutzen. Da die meisten Teams mit dem gleichen Motortyp fahren, muss man so früh wie möglich in der Kurve Gas geben und den Grip (Bodenhaftung, Anm. d. Red.) finden. Das ist etwas anstrengend. Mein Team versucht, das Motorrad bestmöglich auf mich einzustellen, damit ich vorne mitfahren kann. Da kommen wir langsam hin.

Mit der Honda haben Sie im Vorjahr die WM im Moto3 gewonnen. Sind Sie traurig, dass Sie dieses Motorrad nun nicht mehr fahren?
Das vergangene Jahr war wunderbar. Wenn ich aber ehrlich bin, gefällt mir das neue Motorrad besser. Auch die Fahrweise im Moto2 liegt mir mehr. Die größeren Motorräder fahren aggressiver.

Dieses Jahr sitzen Sie auf dem Fahrgestell vom deutschen Hersteller Kalex. Wie fährt es sich?
Die Sieger der ersten Rennen nutzen auch Kalex. Mir gefällt es gut, aber es läuft noch nicht perfekt. Wir müssen noch eine bessere Einstellung finden.

Welches Ziel haben Sie sich für dieses Jahr gesetzt?
Ich will jedes Rennen so nah wie möglich an der Spitzengruppe dran sein und mich jedes Mal verbessern. Natürlich will ich auch ein paar Podiumsplätze oder gar Siege einfahren.

Lange wollen Sie gewiss nicht in der Moto2-Kategorie verweilen. Sieht man Sie bald in der MotoGP?
Ja, es wäre schön, wenn es nicht bei Moto?2 bliebe und ich möglichst bald in der MotoGP fahren könnte.

Dort wollte Jorge Lorenzo dieses Jahr das Ruder rumreißen und zu alter Form zurückfinden. Nach zwei Rennen steht er mit einem Punkt unten in der Gesamtwertung. Was ist da los?
Da habe ich keine Ahnung. Eigentlich müssten Sie ihn das selbst fragen. Er hat immer noch Probleme, mit der Ducati klarzukommen. Das dauert länger, als er wohl gehofft hatte. Die Rennen sind sehr schnell. Bei kleinen Fehlern verliert man schnell das Ziel aus den Augen. Das kann an vielen Faktoren liegen. Er muss sich zurückkämpfen und wieder Rennen gewinnen. Er ist ein guter Pilot.

Wie ist die Beziehung zwischen Ihnen beiden?
Wie zu jedem anderen Piloten. Er ist zwar Mallorquiner, wohnt aber nicht hier. Daher treffen wir beim Training auch nicht aufeinander.

Mit welchem Verkehrsmittel fährt ein Motorradweltmeister in seiner Freizeit?
Meistens bin ich mit dem Auto unterwegs. Nicht mit dem Motorrad, ich habe keinen Motorradführerschein.

Sie haben als Weltmeister keinen Führerschein?
Für die Rennen brauche ich ihn nicht. Ich will ihn aber bald machen. Schön wäre es, wenn mir der Staat für den Titel den Führerschein so aushändigt.

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