05. September 2018
05.09.2018

So tickt Mallorcas Laufveranstalter Elitechip

Die großen Laufevents auf den Balearen sind ohne das Unternehmen nicht mehr denkbar. Hinter der Firma steckt der Menorquiner Guillem Bosch

05.09.2018 | 01:00
Einer von 300 Volksläufen auf den Balearen, bei denen Elitechip die Zeitmessung verantwortet.

Wenn irgendwo auf den Balearen mehr als eine Handvoll Leute um die Wette rennt, ist eigentlich immer Elitechip mit im Spiel. Das Unternehmen aus der menorquinischen Hafenstadt Ciutadella hat sich in den vergangenen Jahren als Unternehmen für Zeitmessung bei rund 300 Rennen auf Mallorca und den anderen Inseln etabliert. Gegründet wurde Elitechip vor zehn Jahren von Guillem „Mito" Bosch, ein 47-jähriger Menorquiner. Zu dieser Zeit arbeitete Bosch als Beamter im Rathaus von Ciutadella. „Ich bin nicht aufgewacht und habe gesagt: Ich gründe jetzt Elitechip", erklärt er der MZ am Telefon. Vielmehr sei er „da so hineingerutscht".

Bosch war seit seiner Jugend begeisterter Leichtathlet und vor allem Läufer. Auf den Balearen konnten ihm wenige das Wasser reichen, auf dem spanischen Festland erreichte er Top20-Platzierungen in seiner Altersklasse. Als er Ende der 90er-Jahre zum Präsidenten des balearischen Leichtathletik-Verbandes gewählt wurde, tüftelte er an einem neuen System zur Zeitmessung. „Wir standen noch mit Stift und Zettel am Ziel und schrieben die Sieger auf. Das konnte so nicht weitergehen", wundert sich Bosch heute selbst über die wenig innovative Methode.

Also kreierte er ein System mit Barcodes, die die Zieleinläufe der Teilnehmer automatisch aufzeichneten („Ich habe mich schon immer für Informatik interessiert"). Kurz nach der Jahrtausendwende setzte dann der Laufboom ein – viele, die zuvor das Aufstehen vom Sofa bereits als Sport empfanden, schrieben sich für Volksläufe ein. Ein neues System der Zeitmessung musste her. Die Idee: Ein kleiner Transponder wird mit der Startnummer verknüpft und sendet die Daten an einen Empfänger. Bosch stellte den Kontakt zu dem weltweit größten Anbieter von Zeitmessungssystemen, Mylaps, her. Er kaufte die nötige IT-Ausrüstung sowie die Chips für die Läufer. Und bot das System den Organisatoren der Läufe an. „Wir hatten das Glück, dass wir Pioniere waren und keine Konkurrenz hatten", sagt Bosch.

Wir – das waren der Menorquiner und seine Frau, die ebenfalls viel Geld in die Firma gesteckt hat. Auf rund 250.000 Euro schätzt Bosch inzwischen die Investitionen von Elitechip. Heute hat er fünf Festangestellte und Dutzende freie Mitarbeiter, die er für einzelne Veranstaltungen engagiert. Bei all diesen Events kommen die Läufer entweder mit ihren bei einer anderen Veranstaltung bereits erworbenen Chips – sie kosten 20 Euro – oder sie leihen für wenige Euro einen Chip für den einen Tag aus.

Obwohl das Geschäft floriert und Bosch sich vor Arbeit kaum retten kann, ist ihm Expansionsdrang fremd. „Wir sind gut etabliert auf den Balearen. Das reicht uns." Auf dem spanischen Festland gebe es zu viel Konkurrenz. Nein, Guillem Bosch ist glücklich, wenn beim Triathlon der Santander-Bank am 2. September wieder Hunderte von Hobbysportlern durch Palma laufen und für die Zeitmessung die Chips seiner Firma nutzen.

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