09. November 2018
09.11.2018

Benefizspiel auf Mallorca mit Erstligastars

Torwart Miguel Ángel Moyá im Interview über die Partie, Marco Asensio und die Krise bei Real Madrid

09.11.2018 | 01:00
Miguel Ángel Moyá darf bei Real Sociedad San Sebastián endlich wieder dem Ball hinterherfliegen.

Englische Woche für Real Mallorca: Am Sonntag (11.11., 18 Uhr) will der Zweitligist mit einem Sieg gegen Córdoba wieder auf einen Play-off-Platz vorrücken. Nach einem 1:1 gegen Oviedo stehen die Mallorquiner nur noch auf dem achten Platz. Am Dienstag (13.11., 20 Uhr) steigt dann das Benefizspiel gegen eine Balearen-Auswahl. Die Erlöse gehen an die Opfer der Flut in Sant Llorenç. Die Karten gibt es an der Stadionkasse für 5 Euro. Zu sehen ist dann erstklassiger Fußball, denn viele Spieler aus der Primera División kommen. Einer von ihnen ist Miguel Ángel Moyá. Der 34-jährige Torwart aus Binissalem spielte in der ersten Liga für Real Mallorca, Valencia, Getafe und ­Atlético Madrid. Seit Februar läuft er für Real Sociedad San Sebastián auf.

Waren Sie persönlich von der Flut betroffen?
Direkt nicht. Sant Llorenç ist 40 Kilometer von meiner Heimat weg und es waren auch keine Freunde oder Angehörigen von mir dort. Aber natürlich bekommt man auch aus der Ferne mit, was in Sant Llorenç passiert ist. Ich lebe zwar seit fast zehn Jahren auf dem Festland, habe aber weiterhin Wohnungen auf der Insel angemietet und meine Eltern wohnen nach wie vor in Binissalem.

Viele Ihrer Mitspieler beim Benefizspiel kennen Sie aus der ersten Liga. Wie ist die Beziehung zwischen den Mallorquinern in der Primera División?
Mit einigen hat man ein besonderes Verhältnis. Víctor Casadesús (derzeit in der zweiten Liga bei Alcorcón, Anm. d. Red.) und Iván Ramis (SD Eibar, Anm. d. Red.) kenne ich zum Beispiel noch aus gemeinsamen Zeiten bei Real Mallorca. Aber auch mit Mallorquinern, mit denen ich nie zusammengespielt habe, verstehe ich mich gut. Wenn wir in einem Spiel auf­einandertreffen, sind die Mallorquiner für mich nicht nur Gegner. Aber eine gemeinsame Whatsapp-Gruppe haben wir nicht. Oder zumindest wüsste ich nicht davon.

Der wohl bekannteste Fußballer von der Insel ist derzeit Marco Asensio. Nach dem Abgang von Cristiano Ronaldo bei Real Madrid haben alle erwartet, dass der Mallorquiner den Schritt zum Weltklassespieler macht. Warum hat das nicht geklappt?
Ich würde nicht sagen, dass es bei Marco Asensio derzeit nicht läuft. Der Club ist in eine Negativspirale in der Liga und der Champions League reingerutscht. Aber Real Madrid ist eine Mannschaft, die am Ende immer wieder oben steht. Asensio ist bereits ein Weltklassespieler, der in jedem Team glänzen würde. Von allen spanischen Spielern hat er die größte Zukunft.

Dennoch ist seine Statistik mit nur einem Tor und drei Vorlagen bislang schwach. War die Erwartung zu hoch, dass er Cristiano Ronaldo ersetzen kann?
Ich glaube nicht, dass er als einziger Nachfolger auserkoren wurde. Asensio wird mit Cristiano Ronaldo verglichen, dabei sind es zwei völlig unterschiedliche Spielertypen. Ronaldo war in seiner ganzen Karriere der Torschütze vom Dienst. Asensio ist eher der Spielmacher, der die Tore vorbereitet.

Julen Lopetegui musste bei den Madrilenen gehen. Seine Ex-Spieler loben ihn nun als besten Trainer, den sie je hatten. Warum blieb der Erfolg dennoch aus?
Dani Carvajal hat das gesagt. Er wird wohl nicht die Meinung der ganzen Mannschaft vertreten. Real Madrid ist in einer Übergangsphase nach der Cristiano-Ära. Lopetegui ist zwar ein großer Trainer, der viel arbeitet. Aber im Fußball ist nicht immer alles logisch. Denn mit dem Etat und den Spielern müsste Real Madrid jedes Spiel gewinnen.

Sie wurden 2014 vom Stadtrivalen Atlético gemeinsam mit Jan Oblak als Nachfolger von Thibaut Courtois verpflichtet. War die Rollenverteilung damals schon klar?
Als ich nach Madrid kam, war mir klar, dass Atlético noch einen talentierten Torwart holt, der mal zur Weltklasse gehören könnte. Im ersten Jahr habe ich noch fast alle Partien gespielt. In der zweiten Saison verletzte ich mich und Jan Oblak bekam die Chance zu zeigen, was in ihm steckt. Danach bin ich in seinen Schatten gerückt und konnte dem Team nur mit meiner Erfahrung von der Bank aus helfen.

Nervte es nicht, wenn man als so erfahrener Torwart dem jungen Kollegen beim Spielen zusehen muss?
Nerven ist das falsche Wort. Ich hatte viele Jahre lang schon Fußball gespielt,und die Prioritäten haben sich geändert. Meine Familie fühlte sich in Madrid wohl, ich war Teil eines großen Clubs und hatte jedes Jahr ein paar Pokalspiele, in denen ich mich zeigen konnte. Mit meiner Leistung habe ich es auch geschafft, dass San Sebastián auf mich aufmerksam wurde. Den Verein würde ich auch zu den besten acht Mannschaften Spaniens zählen.

Einige Experten halten Jan Oblak für den besten Torhüter der Welt. Wie sehen Sie das?
Mit David de Gea, Marc-André ter Stegen und Thibaut Courtois gehört er zu der Liste. Wenn ich mich für einen entscheiden müsste, würde ich ihn wählen. Wir haben uns immer bestens verstanden. Er ist nicht nur ein toller Torwart, sondern auch ein großartiger Mensch.

Denken Sie darüber nach, Ihre Karriere einmal bei Real Mallorca zu beenden?
Es würde mich natürlich freuen. In der vergangenen Saison mit Real Mallorca in der dritten Liga wäre es noch unvorstellbar gewesen. Aber nach dem Aufstieg sind sie ja gut in die Liga gestartet.

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