01. Februar 2019
01.02.2019

Ein Deutscher spielt bei den Mallorca Voltors mit göttlichem Beistand

Auch dieses Jahr hat sich der Erstligist Verstärkung aus Deutschland geholt

01.02.2019 | 01:00
American Football ist nichts für Menschen mit Berührungsängsten.

Dem Huhn geht es an den Kragen. Also dem amerikanischen. Die Fast-Food-Branche in den USA prognostiziert, dass am Sonntag (3.2.) 1,3 Milliarden Hähnchenflügel verputzt werden. Denn dann steht der Super Bowl an. Im Finale der NFL, der American Football-Liga, treffen im Mercedes-Benz-Stadium in Atlanta die New England Patriots auf die Los Angeles Rams. Während viele US-Amerikaner sich auf eines der größten Sportevents der Welt vorbereiten, hält sich die Begeisterung andernorts in Grenzen. Das gilt auch für Mallorca. „Im Gegensatz zu immer mehr Deutschen können die Mallorquiner mit American Football kaum etwas anfangen. Dabei ist der Super Bowl ein einmaliges Erlebnis", sagt George Cobanoglu. Der Deutschtürke spielt seit diesem Jahr für die Mallorca Voltors, dem einzigen American-Football-Team auf der Insel.

Für den 22-Jährigen steht außer Frage, dass er für den Super Bowl die Nacht durchmacht. Um 0.30 Uhr mitteleuropäischer Zeit geht das Spiel in der Nacht auf Montag los. „Das kann dann auch gerne mal bis 5 Uhr morgens dauern", sagt Cobanoglu. „Dafür ist bis zum Schluss Spannung garantiert. Hohe Führungen haben nicht viel zu bedeuten." In der Wohngemeinschaft, in der die vier ausländischen Spieler der Mallorca Voltors untergebracht sind, plant er eine Super-Bowl-Party. Zu seinem Glück kommt der mallorquinische Verein für seinen Lebensunterhalt auf. Er kann am nächsten Tag ausschlafen.

Mit neun Jahren hat der gebürtige Kölner mit American Football angefangen. Der Teamgeist habe ihn damals beeindruckt. Mit 17 Jahren zog es ihn bei einem Auslandsjahr nach Texas. „Die Highschool dort zählt zu den besten Schulen in Sachen Football." Die Amerikaner zeigten sich vom Deutschtürken beeindruckt, und unterbreiteten Cobanoglu Angebote fürs College. „Leider habe ich mir dann das Bein gebrochen und das Interesse war auf einmal nicht mehr so stark", erinnert er sich.

Latein und Alt-Griechisch

Also kehrte der rumänisch-griechische Katholik nach Köln zurück und begann ein Studium der orthodoxen Theologie. Damit kann er eines Tages Priester werden. „Zu Studienbeginn habe ich so viele Prüfungen wie möglich absolviert", sagt der 22-Jährige. „Daher kann ich mir nun eine kleine Auszeit gönnen und muss nur mit ein paar Büchern Latein und Altgriechisch lernen." George Cobanoglu spielt auf dem Football-Platz sozusagen mit göttlichem Beistand.

Da eine Football-Saison nur wenige Monate läuft, reisen die Spieler viel umher. Im vergangenen Jahr spielte Cobanoglu in der Türkei und in Finnland. Jetzt hat es ihn nach Mallorca verschlagen, wo er mit den Voltors vor zwei Wochen mit einem Sieg in die Saison gestartet ist. Wenn die Spielzeit im Mai endet, ist der 22-Jährige aber wieder weg. Bei den Voltors habe er schon jetzt einen hohen Stellenwert, sagt Cobonaglu. „Nach zwei Wochen hat mir der Trainer gesagt: Ohne dich bricht hier alles zusammen."

Dabei spielt er als Offensive Tackle auf einer eher unscheinbaren Position. Seine Aufgabe ist es, den Quarterback – der den Ball wirft und die Spielzüge einleitet – vor den gegnerischen Spielern zu schützen. „Das ist fast wie eine Schlägerei. Nach manchen Spielen sind meine Arme komplett blau." Da er in seiner Jugend ein Gewicht von 155 Kilogramm auf die Waage brachte, war er ein gutes Schutzschild für den Quarterback. Mit heute 95 Kilogramm ist er wesentlich athletischer. „Ich habe angefangen, auf meine Ernährung zu achten", erklärt er seinen Gewichtsverlust.

Cobanoglu und die Voltors spielen am 10. Februar das nächste Mal auf dem Nebenplatz vom Son Moix. Um 12 Uhr startet das Spiel gegen den amtierenden Meister Badalona Dracs.

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