17. Mai 2019
17.05.2019

Radrennen Pla de Mallorca: Mit 43 km/h durchs Dorf

Wer wirklich ehrgeizig ist und auf der Insel lebt, startet bei der Rennserie. Mit dabei ist auch der 54-Jährige Deutsche Torsten Wittig

17.05.2019 | 01:00
Joan Martí Bennàssar gewann im Vorjahr die Etappe in Maria de la Salut.

Der Sommer naht. Für den Radsport auf der Insel bedeutet das, dass sich die Saison langsam dem Ende entgegenneigt. Doch bevor die Räder wieder in der Garage geparkt werden, steht noch ein Highlight an. Zum 35. Mal wird die Rennserie Pla de Mallorca ausgetragen. Das dieses Jahr vierteilige Rennen ist am Sonntag (5.5.) in Sencelles gestartet. Mit Torsten Wittig geht auch ein Deutscher an den Start.

Das Rennen wird nach der landwirtschaftlichen Ebene Pla de Mallorca benannt, die sich über die Inselmitte erstreckt. So führen die Strecken auch über die mallorquinischen Dörfer im Landesinneren. Eigentlich wird das Pla de Mallorca in fünf Etappen ausgetragen. Die Spanienwahl hat jedoch dafür gesorgt, dass das erste Rennen ausfallen musste. Nach Sencelles ging es am Sonntag (12.5.) in Sineu weiter. Am Samstag (18.5.) folgt Llucmajor, wo erstmals eine Etappe ausgetragen wird. „Dort geht es den Berg Randa hoch. Das wird richtig schwierig", so Wittig. Den Abschluss bildet das Rennen in Maria de la Salut.

Seit sieben Jahren lebt der gebürtige Berliner auf der Insel. „Schon als ich 1983 erstmals mit der deutschen Straßennationalmannschaft auf Mallorca war, habe ich davon geträumt, eines Tages mal hier zu leben." Der 54-Jährige hat sich mit dem Rad-salon Mallorca unter den Radverleihern einen Namen gemacht. Sechs Filialen zählen zu seinem Unternehmen, mit der Zentrale an der Playa de Muro genau neben dem Branchenriesen Max Hürzeler. „Wir profitieren von ihm. Er bringt die Leute immerhin auf die Insel." Um im Wettbewerb bestehen zu können, spezialisierte sich Torsten Wittig auf die ehrgeizigsten unter den Radsportlern. Das Geschäft läuft gut. „Wir ­verzeichnen in dieser Saison 25 Prozent mehr Kunden."

Etwas für Ehrgeizige ist auch die Rennserie Pla de Mallorca. Mit seinen 54 Jahren gehört Torsten Wittig dort zu den älteren Teilnehmern. „Ich liebe es, mich mit den Jungchen zu messen und ihnen ein paar Tricks zu zeigen." Im Vorjahr landete er in der Gesamtwertung auf dem 31. Platz – in der Altersklasse Ü50 an zweiter Stelle.

Im Gegensatz zum kürzlich ausgetragenen Rennen Mallorca 312, bei dem 8.000 Hobbyradler über die Insel fahren, hält sich die Teilnahme am Pla de Mallorca in Grenzen. Nur an die 200 Radfahrer gehen an den Start. „Der Großteil von ihnen sind Mallorquiner", sagt Wittig. Dass die vielen Radsporttouristen kein Interesse am Pla de Mallorca haben, liege an der Wettkampfssituation. „Beim Mallorca 312 kann jeder mitmachen, langsam fahren und die Landschaft genießen. Beim Pla de Mallorca wird hingegen vom Start weg Höchsttempo gefahren. Da muss man sich die ganze Zeit konzentrieren. Nicht jeder ist dazu bereit, sich dermaßen zu verausgaben. Im Vorjahr sind wir keine Etappe unter einem Tempodurchschnitt von 43 Stundenkilometern gefahren. Das hat schon wehgetan."

Viele Profis entscheiden kurzfristig, ob sie beim Pla de Mallorca antreten. „Das schlechte Wetter in Deutschland dieser Tage hat auch den ein oder anderen Fahrer auf die Insel gebracht, der das Rennen als Training nutzt." Von den bekannten Namen ist dieses Jahr aber nur der menorquinische Bahnradprofi Albert Torres dabei. Die Mallorquiner Mavi García und Lluís Mas sind zwar Botschafter des Pla de Mallorca, müssen aber mit ihren Teams andernorts antreten.

Torsten Wittig mag den Pla de Mallorca mehr als vergleichbare Radrennen in Deutschland. „Die Mallorquiner organisieren die Rennen mit sehr viel Herzblut. Das Fahrerfeld ist familiär, die Leistung aber professionell." Zudem sei der Zuspruch für die Radfahrer auf der Insel größer. „Auf Mallorca gibt es beim Rennen vor und hinter dem Fahrerfeld Polizei­eskorten. Die Straßen sind gesperrt und es gibt kein Chaos. In Deutschland ist das anders. Dort haben die Leute keinen Respekt mehr vor den Sportlern und den Polizisten."

Zu seiner aktiven Zeit gehörte der 54-Jährige zur Elite im Cyclocross – das sind Querfeldeinrennen auf unbefestigten Wegen. 2007 holte er bei der Weltmeisterschaft in Antwerpen in der Altersklasse 40 bis 44 den dritten Platz. „Auf Mallorca wächst die Cyclocrossszene langsam. Die diesjährige Rennserie habe ich gewonnen", sagt Torsten Wittig.

Auch auf seine Leistung im ersten Pla-de-Mallorca-Rennen ist er stolz (Platz 72, mit einer Minute Rückstand auf den Sieger Mateu Gamundi aus Felanitx). „Eigentlich hatte ich durch die viele Arbeit dieses Jahr wenig trainiert, bin aber dennoch in der ersten Gruppe mitgefahren." Wer sich für die ausstehenden Rennen noch eintragen möchte, kann das auf der Website plademallorca.org tun.

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