19. Mai 2019
19.05.2019

Surfen lernen am Stadtstrand von Palma de Mallorca

Die Insel ist wahrlich nicht als Paradies für Wellenreiter bekannt. Bernat Company von der Laola Surfschool zeigt, dass auf der Insel trotzdem einiges geht

19.05.2019 | 01:00
Die Wellen sind zwar nicht sehr hoch, zum Surfen reicht es aber trotzdem.

Die Sonnenanbeter am Strand von Ciudad Jardín gucken etwas verdutzt, als wir – Bernat Company und der MZ-Redakteur – im Neoprenanzug im Sand entlangjoggen und Dehnübungen vollführen. Bernat Company, Bernie genannt, ist Surflehrer und zeigt der MZ, dass man an Palmas Stadtstrand auch surfen kann.

Die Urlauber schätzen die Insel wegen ihrer Vielseitigkeit. Klettern, wandern, Rad fahren, Golf spielen, am Strand rumlümmeln – alles drin. Als Paradies für Surfer ist die Insel hingegen bislang nicht bekannt. Schließlich würden zum Wellenreiten die entsprechenden Wellen fehlen, heißt es immer wieder. „Stimmt nicht. Man muss die Wellen nur finden", sagt Company. „Bei entsprechendem Wetter können selbst Profis auf Mallorca ihren Spaß haben."

Joggen im Neoprenanzug dient wortwörtlich als Aufwärmübung. Bei der prallen Sonne wächst mit jeder Sekunde der Wunsch, endlich ins Wasser zu dürfen. Doch der Anfängerkurs der Laola Surfschool, eine von vier Surfschulen auf Mallorca, beginnt auf dem Trockenen. „Das Wichtigste ist, dass man gedanklich eine vertikale Linie in der Mitte des Brettes zieht", sagt Company. Auf dieser gilt es später, die beiden Füße zu positionieren.

In der Praxis sieht das so aus: Aus der Bauchlage drückt man den Oberkörper nach oben und setzt erst den hinteren und dann den vorderen Fuß aufs Brett. „Und dabei möglichst nicht die Schultern bewegen", sagt Company. Ein paar Mal lässt der Lehrer diese Prozedur auf dem Sand durchexerzieren, ehe er zufrieden ist und es endlich ins Wasser geht.

„Das Aufstehen ist eigentlich das Einfachste am Surfen", sagt Company. „Denn das ist das Einzige, was der Schüler machen muss. Um den Rest kümmere ich mich." Kommt eine passende Welle, gibt der Lehrer das Kommando, dass man mit den Armen rudern soll, um Geschwindigkeit aufzunehmen. Die Kraft der kleinen Welle am Stadtstrand reicht aus, um das Brett zu bewegen. Nun nur noch Aufstehen und ein paar Meter fahren. Dann ebbt die Welle schon wieder ab. „Spätestens am zweiten Tag können die ­meisten stehen", so Company. Auch beim MZ-Redakteur klappt das ganz gut.

Zwischen den kurzen Fahrten bleibt beim Warten auf die perfekte Welle Zeit für einen Plausch. Company entdeckte bereits als Jugendlicher seine Begeisterung für den Wassersport. „Damals haben wir noch im Videotext die Wettervorhersagen nachgeschaut. Heute ist das durch das Internet und die Apps wesentlich einfacher." Mit 16 Jahren machte der Mallorquiner sich in den Sommerferien mit ein paar Freunden auf nach Zarautz. Die kleine Stadt im Baskenland galt damals als Spaniens Surfspot schlechthin.

In den folgenden Jahren bereiste er die Welt, immer auf der Suche nach den schönsten Wellen. „Ich bevorzuge kleinere Wellen, auf denen man Tricks vollführen kann. Denn die ganz großen Wellen etwa in Portugal sind nur etwas für Adrenalin-Junkies. Da hätte ich Todesangst." Auf Mallorca betreibt er seit fünf Jahren seine Surfschule. „Hier kann man an etwa 120 Tagen im Jahr surfen. Wobei das Wetter im Winter häufiger mitspielt. Anfänger können das ganze Jahr über surfen lernen."

Wer größere Wellen auf der Insel sucht, sollte sein Glück an der Cala Mesquida versuchen, sagt Company. „Ein Geheimtipp ist auch Sóller. Dort sind die Wellen an fünf bis sechs Tagen im Jahr perfekt." Ideales Surfwetter sei auch, wenn es in Italien Unwetter gibt. „Die Wellen werden dann Richtung Insel getrieben und summieren auf dem Weg ihre Kraft."

Der Privatkurs mit zwei Stunden Unterricht kostet bei der Laola Surfschool 70 Euro. Einen Gutschein für insgesamt zehn Stunden Surfen in der Gruppe mit bis zu fünf Personen kostet 150 Euro. Die nötigen Materialien sind immer inklusive. Sollte an einem Tag das Surfen mal wirklich nicht gehen, kann der Gutschein der Schule auch gegen eine Stehpaddel-Tour oder zum Techniktraining mit einem Carver-Skateboard genutzt werden. „Letzteres ist für fortgeschrittene Surfer praktisch. Denn bei einer Stunde im Wasser steht man im Endeffekt nur ein paar Sekunden lang auf dem Brett." Doch selbst das macht schon Spaß und zeigt mal wieder, dass auf Mallorca fast alles möglich ist.

Die Kurse werden auf Spanisch, Englisch oder Französisch angeboten. Bernat Company ist unter Tel.: 653-39 91 38 zu erreichen. Infos unter: laolasurfschool.com.

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