24. Juni 2019
24.06.2019

Real Mallorca - ein von Ausländern geretteter Club

Als gar nichts mehr ging, stieg der deutsche Utz Claassen ein. Ein Rückblick auf die jüngste Geschichte des Aufsteigers

24.06.2019 | 16:27
Geschäftsführer Maheta Molango bei der Siegesfeier in Palma.

Die Rückkehr von Real Mallorca in die Primera División ist nicht zuletzt der Verdienst ausländischer Investoren, die den 1916 gegründeten Traditionsclub aus der Insolvenz retteten. Die Schwierigkeiten hatten sich 2008 mit der internationalen Finanz- und Wirtschaftskrise und der Insolvenz des damaligen Clubeigners, des Bauunternehmers Vicenç Grande, zugespitzt. Zunächst sprang der vormalige Clubpräsident Mateu Alemany ein, dann ein Fonds namens Bafin. Ein tragfähige Lösung für den 2010 wegen Überschuldung aus der Europa League ausgeschlossenen Verein aber entstand daraus nicht.

Als sich kein anderer mallorquinischer Investor mehr fand und etwa auch die finanzstarken Hotelketten dankend abgewinkt hatten, schlug die Stunde ausländischer Investoren (ebenso übrigens wie bei dem zweiten großen mallorquinischen Fußballverein Atlético Baleares). Zunächst war es der deutsche Manager Utz Classen, der aus Real Mallorca eine internationale Marke machen wollte. Seine Investitionen brachten ihn im November 2010 zunächst einen Sitz im Verwaltungsrat, später auch die Kontrolle des Clubs ein.

Dem Hannoveraner gelang es, den Verein finanziell zu stabilisieren, sportlich aber ging es bergab: Am Ende der Saison 2012/2013 stieg Real Mallorca in die 2. Liga ab. Dort verblieb der ehemalige spanische Pokalgewinner (2003) und Finalteilnehmer eines Europapokals der Pokalsieger (1:2 gegen Lazio Rom, 1999) die kommenden drei Spielzeiten. Am Ende der Saison 2016/2017 ging es sogar noch eine Stufe weiter hinunter in die Tercera División.

Die sportliche Misere dürfte dazu beigetragen haben, dass Utz Claassen die Freude an seinem Baby verlor. Im Januar 2016 gab er zunächst 80 Prozent seiner Anteile an eine US-Investorengruppe weiter. Sie besteht aus Basketball-Profis, die nun ihr Glück im Fußball versuchen: Robert Sarver, den Eigner der Phoenix Suns, Andy Kohlberg, dem Vizepräsidenten des NBA-Clubs, und dem ehemalige NBA-Spieler Steve Nash. Zur Verwaltung ihrer Mallorca-Geschäfte setzten sie einen früheren Schweizer Fußball-Profi ein: Maheta Molango.

2016 feierte der Club 100-jähriges Bestehen, nun ist unter dem Trainer Vicente Moreno der Durchmarsch von der dritten Liga (2017/2018) über die Segunda División (2018/2019) bis in die Erste Liga (2019/2020) gelungen. Nur verständlich, dass deswegen auch im Ausland die Sektkorken knallen.

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