16. November 2019
16.11.2019

Was Ex-Fußballstar Raúl am Wochenende auf Mallorca macht

Atlético Baleares empfängt in der dritten Liga Real Madrid B. Und die spanische Stürmerlegende ist mittendrin

16.11.2019 | 01:00
Raúl ist seit dem Sommer für die zweite Mannschaft von Real Madrid verantwortlich.

Mit seinen 42 Jahren könnte Raúl González Blanco wohl immer noch die ein oder andere Abwehrreihe im Profifußball aufmischen. Der Angreifer entwickelte sich bei Real Madrid zur Vereinsikone und Legende im Weltfußball. Im Herbst seiner Karriere mischte er mit dem FC Schalke 04 auch noch in zwei Spielzeiten die Bundesliga auf. Mittlerweile hat der Stürmer eine Laufbahn als Trainer begonnen und trainiert die zweite Mannschaft von Real Madrid. Castilla, wie das Team genannt wird, gastiert am Sonntag (17.11., 12 Uhr) im Estadi Balear. Trotz der großen Persönlichkeit an der Seitenlinie ist die Elf von Raúl gegen Tabellenführer Atlético Baleares der klare Außenseiter.

228 Tore in 520 Spielen schoss der Madrilene für die Königlichen. Mit 72 Treffern in der Champions League rangiert Raúl in der ewigen Bestenliste hinter Cristiano Ronaldo (127 Tore) und Lionel Messi (113 Tore) auf dem dritten Platz. Nach 16 Jahren bei seinem Jugendclub wechselte Raúl 2010 zum FC Schalke 04. Danach ließ er seine Karriere zwei Jahre lang in ­Katar und bei einer Saison in den USA ausklingen. Drei Jahre nach seinem Karriereende hat Raúl 2018 in der Jugendakademie von Real ­Madrid als Trainer begonnen. Im vergangenen Sommer wurde er Coach von Castilla.

„Natürlich bin ich froh, dass Raúl persönlich nicht mehr spielen wird. Selbst mit 50 Jahren wird er seinen Torriecher nicht verloren haben", sagt Patrick Messow, Sportdirektor von Atlético Baleares. An der Seitenlinie hält er den Madrilenen jedoch für keine große Gefahr. „Er hat in seiner Trainerlaufbahn nur elf Spiele im Herrenfußball vorzuweisen. Castilla war in den vergangenen Wochen nicht so gut drauf." Mit nur drei Siegen steht Real Madrid B derzeit auf dem zwölften Tabellenplatz. „Die Ergebnisse sind bei den zweiten Mannschaften aber auch etwas zweitrangig", so Messow. „Der Fokus liegt auf der individuellen Ausbildung der Spieler. Daher treten die B-Mannschaften oft nicht als Team auf und sind auf die Leistungen einzelner Spieler angewiesen."

Ein Trainer kann sich unter diesen Umständen eher schlecht als recht beweisen. Dennoch wird von Raúl eine ähnliche Karriere als Coach erwartet, wie er sie auch als Spieler hingelegt hat. Ex-Madrid-Spieler und Trainer Jorge ­Valdano hat in einer Kolumne in „El País" Raúl jetzt schon als Nachfolger von ­Zinédine Zidane ins Gespräch gebracht. Bei dem Franzosen und den Königlichen kriselte es zuletzt. Unter ­anderen ging die Auswärtspartie auf Mallorca verloren, und in der Champions League drohte das Aus in der Gruppenphase. Da sich die ­Madrilenen mittlerweile gefangen haben, scheint der Job von Zidane wieder etwas ge­sichert zu sein. Doch auch der Franzose sieht Raúl als möglichen Erben: „Er wird eines Tages Real Madrid trainieren", sagte er bei einer Presse­konferenz. Raúl selbst sieht das, etwas verklausuliert, auch so: „Ich versuche zu zeigen, dass ich habe, was es braucht, um diese Chance in Zukunft zu bekommen."

Ein Sieg mit der Castilla gegen Atlético ­Baleares wäre ein großes Ausrufezeichen. Die Mallorquiner thronen mit zehn Siegen aus zwölf Spielen einsam an der Tabellenspitze. Zuletzt gab es am Sonntag (10.11.) einen kleinen Dämpfer – das 0:0 beim Verfolger Atlético Madrid B war das erste Unentschieden der ­Saison. Dennoch: „Es ist der beste Saisonstart der Vereinsgeschichte. Wir konnten einige ­Rekorde brechen", sagt Messow.

Der Erfolg kommt ein Stück weit über­raschend. Schließlich musste der Sportdirektor im Sommer eine völlig neue Mannschaft ­zusammenstellen. „Wir hatten für diese Situa­tion schon vorgearbeitet und konnten einige Spieler verpflichten, an denen wir schon ­länger dran waren. Wir haben auch darauf geachtet, dass es menschlich passt, und haben junge, offene Spieler gesucht."

Das hat geklappt. „Mittlerweile tragen die gute Stimmung und das Selbstvertrauen uns fast von allein", sagt Messow. Wenn das so ­weitergeht, dürfte der Club des deutschen Eigentümers Ingo Volckmann der große Favorit auf den Aufstieg sein.

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