14. Dezember 2019
14.12.2019
Mallorca Zeitung

Was Real Mallorca beim Kellerduell in Vigo erwartet

Die Mallorquiner spielen am Sonntag (15.12.) gegen die Galicier. Im achten Anlauf soll der erste Auswärtspunkt her. Die MZ hat bei ihrer Schwesterzeitung im Norden nachgefragt

14.12.2019 | 01:00
Als gebürtiger Galicier ist Santi Mina von Celta de Vigo unentschlossen, ob er aufstehen oder lieber liegen bleiben soll.

Experten sind sich heutzutage sicher, dass das Fritz-Walter-Wetter mehr als ein Mythos war und zum deutschen WM-Sieg 1954 beitrug. Der Kapitän der Nationalmannschaft hatte sich im Zweiten Weltkrieg mit Malaria angesteckt und fühlte sich bei Regenwetter besser. Vielleicht geht es den Spielern von Celta de Vigo ähnlich. Der Galicier soll bei Sonnenschein den Regen vermissen, lautet ein Klischee. Das Team empfängt am Sonntag (15.12., 14 Uhr) Real Mallorca zum Kellerduell. Es soll regnen. Wer verliert, steht auf einem Abstiegsplatz. Wir haben beim Sportredakteur Armando Álvarez von der MZ-Schwesterzeitung „Faro de Vigo" nachgefragt.

Celta hat am Sonntag (8.12.) gegen den ­Tabellenletzten Leganés verloren. Wird die Abstiegsangst rund um den Verein größer?
Die Unruhe nimmt zu. Im Sommer war die ­Euphorie noch groß. Der Club hat mit Santi Mina, Denis Suárez und Rafinha Spieler zurückgeholt, die aus Vigo kommen oder früher hier gespielt hatten. Mit ihnen hat der Verein die internationalen Plätze angepeilt. Unter Trainer Fran Escribá klappte es von Anfang an nicht. Anfang November wurde er durch ­Óscar ­García ersetzt. Nach einer Besserung zu Beginn war das Spiel gegen Leganés nun ein großer Rückschritt. Schlimmer als die Niederlage ist das miserable Bild, das die Mannschaft abgegeben hat.

Was sind die Gründe für den schwachen Start?
Fran Escribá hatte das Team in der vergangenen Spielzeit nach einer schlechten Saison noch zum Klassenerhalt geführt. Dennoch ­waren nicht alle Verantwortlichen von einer Vertragsverlängerung überzeugt. Der Trainer wollte auf körperlich starke Spieler setzen, der Vorstand lieber technisch starke Fußballer. Das passte nicht zusammen, und Escribá war auch nicht gewillt, von seiner Linie abzu­rücken. Zudem blieben einige Spieler hinter den Erwartungen zurück. Einige Neuzugänge kamen auch mit dem dadurch entstandenen Druck nicht klar.

Was hat der Trainerwechsel bewirkt?
Óscar García stand schon lange auf der Wunschliste. Schon als Luis Enrique vor sechs Jahren Celta verließ, schlug er ihn als Nachfolger vor. Jetzt hat es endlich geklappt. Der 46-Jährige passt besser ins Anforderungsprofil. Gegen Barça gab es zwar eine 1:4-Pleite, aber das Team hat gute Ansätze gezeigt und die dann beim Sieg gegen Villarreal bestätigt. Auch beim 0:0 gegen Valladolid stand Celta knapp vor dem Erfolg.

Es fehlen vor allem Tore. Celta hat nur zwölf Treffer in 16 Spielen geschossen. Dabei ist der Sturm namhaft besetzt...
In den vergangenen Jahren war der Club etwas besessen davon, die Abwehr zu verstärken. Nach vorne ging zwar immer was, dafür hat man aber hinten zu viel zugelassen. Vielleicht wäre es besser gewesen, diesen Stil beizu­behalten. Denn mittlerweile verteidigt die Mannschaft nicht nur schlecht, sie kreiert auch kaum Chancen in der Offensive und schießt so gut wie nie aufs Tor. Es ist etwas ­paradox. Eigentlich ist der Kader wie gemacht dafür, viel Ballbesitz zu haben. Damit tut sich das Team aber extrem schwer. Celta ist im ­Konterspiel besser, wenn es Freiräume gibt.

Ein Klischee besagt, dass der ­Galicier un­entschlossen ist. Erklärt das die Abschlussschwäche?
Das geht dann doch an der Realität vorbei. Iago Aspas war in den vergangenen Jahren stets der beste spanische Torschütze. Und es gibt kaum einen Spieler, der mehr Galicier ist als er.

Vigo ist eines der schwächsten Heimteams. Fehlt die Unterstützung der Fans?
Das Estadio Balaídos ist durch seine offene Form alles andere als ein Hexenkessel. Zudem wird es gerade umgebaut. In der Vorsaison ­waren die Fans aber ein Faktor für den Klassenerhalt. In dieser Spielzeit haben sie keinen ­großen Einfluss, weder positiv noch negativ.

Spielt Vigo bei Regen besser?
Früher war das tatsächlich so, die Teams aus dem Norden hatten bei Regen eine Vorteil. Das hatte auch mit dem Abfluss des Wassers vom Platz zu tun. In heutigen Stadien macht das wohl keinen so großen Unterschied mehr aus. Und übrigens: Wenngleich man auch hier den Klimawandel spürt, war dieser Herbst zum Glück so regnerisch wie immer.

Real Mallorca hat in sieben Auswärtspartien keinen Punkt geholt. Klappt das am Sonntag?
Celta de Vigo hat ein Talent dafür, Totgesagte zum Leben zu erwecken. Selbst in den Jahren, in denen das Team in die europäischen Wettbewerbe eingezogen ist, gab es Ausrutscher gegen Mannschaften, die einen Negativlauf hatten. Niemand erwartet von Vigo einen hohen Sieg gegen Mallorca. Es dürfte ein ausgeglichenes Spiel werden, mit dem psychischen Vorteil für Mallorca, da das Team von Anfang an auf den Abstiegskampf vorbereitet war.

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