23. Januar 2020
23.01.2020

Premiere für den Megamarsch auf Mallorca

Im Februar gibt es erstmals das Laufevent auf der Insel. Bei der extremen Wanderung rund um Alcúdia stehen 50 Kilometer auf dem Programm. Das schaffen nur wenige

23.01.2020 | 01:00
Wer bis ins Ziel gelangt, erhält eine Urkunde. Ob es bei allen für so einen beherzten Sprung reicht, sei dahingestellt.

In Stephen Kings Roman „The Long Walk" ­marschieren 100 Jugendliche um die Wette. Wer ein Tempo von vier Meilen pro Stunde (6,4 km/h) nicht schafft, wird verwarnt und nach der vierten Verwarnung erschossen. Der letzte Überlebende bekommt alles, was er sich wünscht. Nein, das Buch sei nicht seine Inspiration gewesen, meint Frederick Hüpkes. Die Umsetzung ist in Teilen aber ähnlich. Der 27-Jährige ist einer der Erfinder des Megamarsches. Das Sportevent kommt am 8. Februar erstmals auf die Insel. Dabei müssen 50 Kilometer rund um Alcúdia in zwölf Stunden gewandert werden (Info und Einschreibung für 89,79 Euro im Internet unter megamarsch.de).

„Der Megamarsch ist aus einer Bierlaune heraus entstanden", erzählt Hüpkes. Gemeinsam mit seinem Kumpel Marco Kamischke wurde der Marketingstudent aus Viersen auf den Dodentocht aufmerksam. Das ist ein als Totenkopfmarsch bekanntes Event, bei dem 100 Kilometer in 24 Stunden gelaufen werden müssen. „Dort melden sich mehr als 10.000 Teilnehmer an. Das hatten wir so noch nicht gesehen und fanden es cool. In Berlin und Ostdeutschland gab es ähnliche Wanderungen, aber nicht im Westen", sagt Hüpkes.

Kurzerhand veranstalteten die zwei Studenten im September 2016 in Köln den ersten Megamarsch. „Damals hatten wir das nicht als Unternehmen geplant. Es kamen 200 Leute. Die Presse ist auf den Zug aufgesprungen, und es wurde ein großer Erfolg."

Schritt für Schritt entwickelte sich aus dem Megamarsch eine in Deutschland bekannte Sporteventmarke. Im vergangenen Jahr kamen insgesamt 32.000 Teilnehmer zu den 15 Veranstaltungen in Deutschland und in Wien. Ins Ziel schafften es etwa 20 Prozent, also jeder Fünfte. 2020 sollen mindestens zwei Wanderungen, eine davon Mallorca, und 10.000 Teilnehmer hinzukommen. „Mit Studenten und Praktikanten beschäftigen wir um die 20 Personen in Voll- und Teilzeit", so der Gründer.

Auch die Entscheidung für Mallorca sei aus dem Bauch heraus getroffen wurden. „Wir ­haben uns das Ironman-Finale auf Hawaii als Vorbild genommen. Vielleicht kann Mallorca für den Megamarsch eine Art Jahreshighlight werden."

Zumal die Inselbewohner mit langen Märschen vertraut sind. Anfang August pilgern Jahr für Jahr Tausende Wanderer beim Nachtmarsch „Lluc a Peu" 48 Kilometer von Palma zur Wallfahrtsstätte in der Tramuntana.

Die Strecken des Megamarsches werden vorab geprüft und mit dem Rad abgefahren. Anders als bei einigen Wanderungen in Deutschland, wo 100-Kilometer-Strecken angeboten werden, geht es auf Mallorca erst einmal nur über 50 Kilometer. „Gesunde und sportliche Personen können das mit Ach und Krach ohne Training schaffen. Da die Gelenke aber stark strapaziert werden, raten wir schon zu einigen Übungseinheiten."

Bei jedem Wettkampf gebe es einige Verrückte, die Erste werden wollen. Eine Zeitmessung oder Preise gibt es beim Megamarsch aber nicht. Die meisten Teilnehmer kommen nach zehn Stunden ins Ziel. Anders als bei Stephen King werden die Letzten aber nicht erschossen, sondern bekommen schon für 20 absolvierte Kilometer eine Urkunde.

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