Ob sich das lohnt? Mallorca zahlt 1,8 Millionen Euro an Steuergeldern für einen Stadionnamen

Mit der Werbung sollen Urlauber auf die Insel gelockt werden. Das schmeckt nicht jedem beim Inselrat

Derzeit wird das Visit Mallorca Estadi umgebaut.

Derzeit wird das Visit Mallorca Estadi umgebaut.

MZ

Der Inselrat von Mallorca kauft für 1,8 Millionen Euro die Namensrechte des Stadions von Real Mallorca. Ein entsprechendes Abkommen hat Inselratspräsidentin Catalina Cladera am Dienstag (9.8.) unterzeichnet. Das hat eine Debatte losgetreten, ob die Steuergelder an andere Stelle nicht besser aufgehoben wären.

Zumal das Stadion von Son Moix eigentlich dem Rathaus Palma gehört und der Erstligist das Gelände nur gepachtet hat. Bereits im Juni 2020 hat der Verein einer Umbenennung des Stadions zugestimmt. Um der Insel während der Pandemie zu helfen, wurde aus dem Son Moix das "Visit Mallorca Estadi". Damals hat das US-amerikanische Eigentümergespann des Clubs dem Inselrat die Werbung geschenkt. Wobei es fraglich ist, ob Fußballfans auf die Idee kommen, Mallorca zu besuchen, nur weil sie den Stadionnamen hören. Aber vielleicht hat es einen Effekt im asiatischen Raum, wo Real Mallorca in den vergangenen Jahren dank Take Kubo und Kang-in Lee stark vertreten war.

Rathaus Palma und Balearenregierung beteiligen sich

Nun soll das Stadion auch in der für Real Mallorca am Montag (15.8.) beginnenden Saison für die Insel werben. In einer ersten Zahlung überweist der Inselrat sofort 750.000 Euro. An der zweiten Zahlung in Höhe von 1.065.000 Euro im kommenden Jahr beteiligen sich das Rathaus Palma mit 250.000 Euro und die Balearenregierung mit 500.000 Euro.

Im Inselrat sind nicht alle glücklich über das Sponsoring. "Wir brechen jedes Jahr die Rekorde bei der Anzahl an Touristen. Da brauchen wir nicht noch mehr Werbung. Mit dem Geld hätte man den sozialen Wohnungsbau fördern können. Da gibt es wirklich Probleme", heißt es beim Juniorkoalitionspartner Podemos.

Ex-Schalker wird verkauft

Real Mallorca dürfte die Debatte ziemlich egal sein. Der Verein freut sich über die Einnahme und könnte sich so weiter auf dem Transfermarkt verstärken. Zusätzliches Geld spült der Verkauf des Ex-Schalkers Matthew Hoppe in die Kassen. Der Inselclub hat es offenbar geschafft, den Flop der Vorsaison ohne große Verluste zu verhökern. Hoppe kam 2021 für 3,5 Millionen Euro aus Gelsenkirchen, konnte in der Primera División aber nie Fuß fassen. Das lag auch daran, dass der US-Amerikaner oft verletzt war. Medienberichten zufolge wechselt der Stürmer nun für 3 Millionen Euro zum englischen Zweitligisten Middlesbrough. /rp