Das gab es auf der Insel selten: Wenn am Montag (2.1.) das Transferfenster in Spanien wieder öffnet und die Vereine Spieler kaufen und verkaufen dürfen, hat Real Mallorca praktisch eine leere Wunschliste. Der Erstligist ist in allen Mannschaftsteilen gut aufgestellt und hat bislang alle Ziele erfüllt. Im spanischen Pokal sind die Mallorquiner in die dritte Runde eingezogen, und in der Liga steht man im gesicherten Mittelfeld. In beiden Wettbewerben geht es nach der WM-Pause nun wieder los. Am Freitag (30.12.) muss Real Mallorca in der Primera División auswärts gegen Getafe ran, in der Copa del Rey am Mittwoch (4.1.) ebenfalls auswärts gegen Drittligist Pontevedra.

Glücksgriffe im Winter

In den vergangenen Jahren hatte der Inselclub im Winter meist verzweifelt versucht, Löcher zu stopfen. Erstaunlich oft fehlte es an guten Stürmern und Torhütern. Besonders im Angriff gelangen mit Ante Budimir und Vedat Muriqi Glücksgriffe, die erst auf Leihbasis und später als feste Neuzugänge Tore für die Teufel schossen. Doch diesmal drückt der Schuh nicht, sondern passt perfekt. Der Verein hat praktisch keine Verletzungssorgen. Neuzugänge gelten derzeit als ausgeschlossen, außer es ergibt sich eine lukrative Möglichkeit – oder ein Spieler verlässt überraschend den Club.

Legt ein Club 40 Millionen Euro für Muriqi hin?

Letzteres ist die große Angst auf der Insel. Denn der Erfolg ruft Begehrlichkeiten hervor. Besonders Angreifer Vedat Muriqi könnte das Interesse großer Clubs auf sich gezogen haben. Der Kosovare wurde unlängst von seinem Heimatland zum Sportler des Jahres ernannt. Hinter Robert Lewandowski ist der 28-Jährige mit acht Toren derzeit der zweitbeste Torjäger der Primera División. Hält Muriqi seine Trefferquote im neuen Jahr aufrecht, könnte er die 20-Tore-Marke knacken. Das ist in der Vereinsgeschichte von Real Mallorca in der ersten Liga nur Dani Güiza gelungen (27 Tore in der Saison 2007/2008).

Muriqi hat im Sommer einen langfristigen Vertrag mit den Mallorquinern unterschrieben, der noch bis 2027 gültig ist. Die in Spanien obligatorische Ausstiegsklausel soll bei knapp 40 Millionen Euro liegen. Einen solche Summe könnten wohl nur die Clubs aus England oder der Wüste stemmen. Der Stürmer ist auf der Insel Publikumsliebling und fühlt sich pudelwohl. Es müsste schon ein Batzen Geld oder der Lockruf der Champions League sein, um ihn wegzulotsen.

Diese Spieler dürfen Real Mallorca verlassen

Andererseits gibt es einige Kandidaten im Team, die Real Mallorca gern ziehen lassen würde. Sei es per Leihe oder gänzlich. Der 20-jährige Flügelspieler Javi Llabrés zum Beispiel. Der Fußballer aus Binissalem durfte in der vergangenen Saison erstmals in der Primera División spielen und zeigte gute Ansätze. In dieser Spielzeit stand er lediglich 16 Minuten auf dem Platz. Eine Leihe zu einem Zweit- oder Drittligisten wäre sinnvoll.

Lago Júnior spielt seit sechs Jahren beim Inselclub, und die Verantwortlichen gehen entsprechend respektvoll mit dem Angreifer von der Elfenbeinküste um. Im Sommer läuft sein Vertrag aus, eine Verlängerung gilt als ausgeschlossen. Sollte er im Winter nun schon einen neuen Club finden, wird ihm Real Mallorca keine Steine in den Weg legen.

Zumal mit Tino Kadewere ein gefühlter Neuzugang im Sturm schon da ist. Der 26-Jährige aus Simbabwe war in der Hinrunde verletzt, überzeugte in den Testspielen während der WM-Pause aber Trainer Javier Aguirre. Der Mexikaner hat mit dem von Olympique Lyon ausgeliehenen Angreifer einen Edeljoker auf der Bank, der sicherlich in der Rückrunde noch wichtig wird.