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Olympia-Silber im Finale gegen Deutschland: Mallorca hat eine neue Basketball-Heldin

Juana Camilión aus Es Molinar musste sich mit ihren Teamkolleginnen denkbar knapp geschlagen geben

Die spanische Mannschaft mit Juana Camilión (re.).

Die spanische Mannschaft mit Juana Camilión (re.). / EFE

Johannes Krayer

Johannes Krayer

Mallorca hat die erste Medaille bei den Olympischen Spielen geholt. Dabei kam das Silber der spanischen 3x3-Basketballerinnen mit Juana Camilión aus Palmas Stadtteil Es Molinar überraschend. Im Finale unterlagen die Spanierinnen Deutschland denkbar knapp mit 16:17. 3x3-Basketball wird ähnlich wie Streetball auf einen Korb gespielt, die Partie dauert nur zehn Minuten (reine Spielzeit).

Für Spanien bedeutet diese Medaille das achte Mal Edelmetall im Basketball in der Geschichte der Olympischen Spiele, für Deutschland war die Goldmedaille gar die Premiere für den Basketballsport auf dem Podest. Die Partie war äußerst ausgeglichen und wurde erst in den letzten Sekunden entschieden.

Chance zum Sieg war da

Besser ins Spiel kamen die Spanierinnen, die schnell mit 3:0 führten, doch die Deutschen schlugen mit vier Punkten in Folge zurück. Spanien führte noch einmal mit 12:8, die Deutschen ließen sich aber nicht abschütteln und glichen zum 15:15 aus. In der sogenannten Crunchtime traf Greinacher per Distanzwurf zum 17:15, Juana Camilión führte ihr Team noch einmal auf 16:17 heran. Deutschland verlor den Ball, doch die Spanierinnen schafften es vor der Schlusssirene nicht mehr, den Ball im deutschen Korb unterzubringen.

Juana Camilión (li.) im Spiel gegen Deutschland.

Juana Camilión (li.) im Spiel gegen Deutschland. / EFE

Juana Camilión zeigte sich dennoch hoch zufrieden mit dem Ergebnis. "Das ist etwas, was wir uns vorher nur schwer vorstellen und schon gar nicht glauben konnten." Camilión, die 1999 im argentinischen Mar de Plata zur Welt kam, zog als Kind mit ihren Eltern nach Mallorca. Mit 8 Jahren stach sie in der Grundschule bereits durch ihre Athletik hervor. Die Köchin und Trainerin des Basketballvereins Club Bàsquet Molinar, Pepita Picornell, entdeckte die kleine Juana beim Spiel in den Pausen.

Beinahe in die WNBA gekommen

Juana Camilión begann, in Molinar zu spielen, obwohl sie anfangs sehr schüchtern war und sich kaum etwas zutraute. Mit 14 Jahren wechselte sie zum Vorzeigeclub Bahía San Agustín, wo sie weitere vier Jahre spielte. Sie hatte den Ruf, perfektionistisch zu sein und war stets ihrer Altersklasse überlegen.

Vom Zweitligateam Instituto de Fertilidad Air Europa ging es dann aufs spanische Festland zu Picken Claret und von dort in die USA, wo sie in der Universität von Iona in Rochelle nahe New York ihr Marketing-Studium mit ihrer Basketballausbildung kombinierte. Beinahe hätte sie es zu den Washington Mystics in die WNBA geschafft, doch im Draft 2023 wurde sie nicht ausgewählt. Deshalb spielt die 25-Jährige nach wie vor in der spanischen Profiliga bei Movistar Estudiantes in Madrid.

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