Kylian Mbappé, Lamine Yamal und Nico Williams: Die Stars der Fußballliga in Spanien zum Saisonauftakt
Die Primera División ist gestartet. Nicht nur auf den Franzosen bei Real Madrid dürfen sich die Fans freuen

Lamine Yamal und Kylian Mbappé bei der EM. / Efe
Nach dem Abgang von Cristiano Ronaldo und Lionel Messi fehlten der Primera División in den vergangenen Jahren ein wenig die Aushängeschilder. Das Problem scheint behoben. Mit Kylian Mbappé spielt einer der derzeit besten Fußballer der Welt nun in Spanien und debütiert zum Ligastart am Sonntag (18.8.) direkt auf Mallorca. Spätestens durch den EM-Sieg sind zudem auch Lamine Yamal und Nico Williams zu Weltstars herangereift. Ein Überblick, auf was sich die Zuschauer in der neuen Fußballsaison freuen dürfen.
Der Titelkampf
Der Hype um Mbappé ist in der Hauptstadt enorm. 80.000 Zuschauer kamen ins Bernabeu-Stadion, einzig um bei dessen Vorstellung den Franzosen mal im Trikot der Königlichen zu erleben. Mbappé, Bellingham, Vinicius, Valverde, Rodrygo – der Kader des amtierenden Meisters erinnert langsam wieder an die Zeiten, als das Team wegen der Starfülle den Beinamen „die Galaktischen“ erhielt.
Doch zu viele Köche können den Brei verderben. Zwischen 2003 und 2006, als Beckham, Figo, Raul, Zidane und Ronaldo unter anderem das weiße Shirt überzogen, holte Real Madrid nur einen Titel – den spanischen Supercup. Trainer Carlo Ancelotti muss schauen, wie er den beiden Heißspornen Mbappé und Vinicius genügend Aufmerksamkeit schenkt. Glücklicherweise gilt der Italiener als Menschenfreund, der ein Talent dafür hat, mit Superstars umgehen zu können.
Aus deutscher Sicht wird der FC Barcelona immer interessanter. Neben dem deutschen Kapitän Marc-André ter Stegen und dem Kapitän der deutschen Nationalmannschaft, Ilkay Gündogan, ist mit Hansi Flick nun auch ein deutscher Trainer im Einsatz. Ihm assistiert unter anderem Heiko Westermann. Star-Neuzugang ist bislang der Ex-Leipziger Dani Olmo. Dass er mit Lamine Yamal harmonieren kann, zeigte er bei der EM. Barça dürfte der ärgste Titelkonkurrent für die Madrilenen werden, wobei bei den Katalanen derzeit etwas Sorge herrscht. Die Generalprobe gegen den AS Monaco ging mit 0:3 in die Hose.
Das spanische Spitzentrio wird traditionell durch Atlético Madrid ergänzt. Den Colchoneros ist ein Coup auf dem Transfermarkt gelungen. Sie konnten Julián Alvarez von Manchester City loseisen. Für den argentinischen Stürmer legten die Madrilenen 75 Millionen Euro auf den Tisch. Er soll den spanischen Kapitän Álvaro Morata vergessen machen, der zum AC Mailand gewechselt ist. In der Abwehr kommt zudem Europameister Robin Le Normand von Real Sociedad hinzu.
Kampf um Europa
Durch die schwächelnden Spitzenclubs war die Schere in den vergangenen Jahren etwas zusammengegangen, nun geht sie wieder auseinander. Der FC Girona, das Überraschungsteam der Vorsaison, zollte dem Erfolg Tribut. Mit Artem Dovbyk (AS Rom) und Aleix García (Bayer Leverkusen) sind zwei der wichtigsten Spieler weg. Einen wirklichen Ersatz gibt es bislang nicht. Es ist äußerst unwahrscheinlich, dass der Club an die Leistungen aus dem Vorjahr anknüpfen kann. Wenn das Team nicht aufpasst, könnte es sich sogar schnell viel weiter unten in der Tabelle wiederfinden.
Nico Williams wechselt bei Athletic Bilbao die Trikotnummer und trägt künftig die 10 des Spielmachers. Als die Basken dies in den sozialen Netzwerken verkündeten, steckte wohl mehr hinter der Botschaft. Der Flügelspieler und EM-Held bleibt dem Club trotz heftiger Avancen vor allem vom FC Barcelona wohl erhalten. Eine Rolle dürfte Bruder Iñaki Williams gespielt haben. Der ghanaische Stürmer war in den vergangenen Jahren immer wieder im Blickfeld der Topclubs, wechselte aber nie. Mit den Brüdern könnte der amtierende Pokalsieger vielleicht sogar auf die Champions-League-Qualifikation schielen.
Einen Platz im europäischen Wettbewerb beansprucht auch Real Sociedad. Hier sind der Ex-Real-Mallorca-Spieler Take Kubo und Mittelfeldspieler Mikel Merino, den die deutschen Fußballfans in schlechter Erinnerung haben, die bekanntesten Kicker.
Abstiegskampf
Im Tabellenkeller dürfte es in dieser Saison wesentlich enger zugehen als in der vergangenen Spielzeit, als mit Granada und Almería zwei Teams frühzeitig die Segel streichen musten. Mit Leganés, Valladolid und Espanyol Barcelona bringen alle Aufsteiger Erstligaerfahrung mit. Erstere gelten ein wenig als Kanonenfutter. Immerhin konnte Leganés aber Óscar Rodríguez vom FC Sevilla zurückholen. Der Mittelfeldspieler ist einer der besten Freistoß- und Distanzschützen der Liga.
Ansonsten gibt es eine ganze Reihe Teams, die in den Abstiegsstrudel rutschen könnten. Alavés zum Beispiel. Mit Aleksander Sedlar, Luka Romero und Stoichkov spielen dort gleich drei Ex-Real-Mallorca-Akteure. Trainer ist weiterhin Luis García Plaza, der auch schon beim RCD arbeitete und ein Fanliebling war. Im zweiten Jahr nach dem Aufstieg ist die Euphorie normalerweise ein wenig weg. Gleiches gilt für Las Palmas.
Eine Wundertüte ist Real Mallorca in der neuen Saison. Das Team will zwar um die europäischen Plätze mitspielen, bislang ähnelt der Kader aber noch sehr dem vom Vorjahr, der gerade so den Klassenerhalt geschafft hat. Erschwerend kommt hinzu, dass der neue Trainer Jagoba Arrasate das Team spielerisch komplett umkrempelt. Es wird Zeit und Geduld brauchen, um die neue Philosophie zu verinnerlichen.
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