Die Paralympics gehen los: Welche Mallorca-Sportler dabei sind
Spanien ist mit einer Abordnung von 156 Athleten vor Ort. Von den Balearen gehen sechs Sportler an den Start, vier davon leben auf Mallorca

Die vier Mallorca-Sportler. / Efe
Die Paralympischen Spiele in Paris sind eröffnet. Die Mallorca Zeitung stellt die vier Sportler vor, die für die Insel in Frankreich um Medaillen kämpfen.
Triathlet Carlos Oliver

Carlos Oliver. / DM
Aus Palma stammt der 25-jährige Triathlet Carlos Oliver, der in Paris vor allem die Aufgabe hat, seinen valencianischen Teamkollegen Héctor Catalá im Wettkampf zu unterstützen. Als Guide, der keine körperliche Einschränkung hat, wird er erstmals bei Paralympics mit dem elf Jahre älteren Valencianer mit starker Sehbehinderung ins Rennen gehen. Beim Laufen und Schwimmen ist Oliver per Gummiseil mit Catalá verbunden, beim Radfahren nimmt er vorne auf dem Tandem Platz. Oliver gilt als Radspezialist, der vor allem durch seine Aufholjagden auf den letzten Kilometern bekannt ist. Er stand bereits im Kader des spanischen Radsportteams Caja Rural. Bei Spaniens Duathlon-Meisterschaften wurde Oliver Zweiter, größere internationale Erfolge hat er bisher allerdings nicht vorzuweisen.
Leichtathlet Joan Munar

Joan Munar. / DM
Mit seinen 28 Jahren ist Joan Munar aus Palma bereits einer der erfahrenen Leichtathleten der spanischen Mannschaft. Seine Sehfähigkeit ist aufgrund einer degenerativen Augenkrankheit seit Langem stark eingeschränkt. 2023 trat der Mallorquiner bei der Weltmeisterschaft in Paris zum ersten Mal in der Kategorie T 1 1 für gänzlich Erblindete an. Umso überraschender war sein Einstand mit einer Bronzemedaille im Weitsprung mit einer Marke von 6,15 Metern. Damit qualifizierte er sich gleichzeitig für die Paralympics. In Paris wird Joan Munar von seinem Blindenhund begleitet, den er mit „mis ojos“ (meine Augen) bezeichnet. Eigentlich ist er Lauf-Spezialist, weshalb der Palmesaner auch in den Disziplinen 100 Meter und 400 Meter antritt. In Letzterer wurde Munar in Río 2016 Vierter.
Triathlet Alejandro Sánchez

Alejandro Sánchez. / DM
Der 37-Jährige stammt aus dem westspanischen Salamanca. Mit 17 Jahren hatte er einen Motorradunfall und kann seitdem seinen rechten Arm nicht mehr spüren oder bewegen. 2007 beschloss Sánchez, sein Leben dem Sport zu widmen, und zog nach Mallorca. Zunächst begann er seine Karriere als Schwimmer. 2008 holte er über die 100 Meter Brustschwimmen bei den Paralympics in Tokio die Bronzemedaille. 2012 wechselte der Salmantiner nach den Paralympics in London vom Schwimmen zum Triathlon, nachdem er bei vielen wichtigen Wettkämpfen auf dem Podium gestanden hatte. In Tokio holte Sánchez bei den Paralympics 2021 die Bronzemedaille. Auch bei anderen Wettbewerben überzeugte er: So gewann er bei Weltmeisterschaften drei Silber- und eine Bronzemedaille.
Kajakfahrer Adrián Castaño

Adrián Castaño. / DM
Der 29-Jährige aus Sóller führt in Paris die spanische Kajak-Abordnung an. Der Mallorquiner, der eine angeborene Gelenksteife in den Extremitäten besitzt, hat sich bereits mehr als 20 Operationen unterzogen. Der Kajaksport sei seine beste Therapie, sagt Castaño. Er war der erste Kajakfahrer von den Balearen, der sich für die Paralympics 2021 qualifizierte. Dort holte er im Kajak-Finale der Athleten mit den größten körperlichen Beeinträchtigungen die Bronzemedaille. Die Qualifikation für die Paralympics in Paris schaffte der Solleric beim Weltcup 2021 in Ungarn. Die für Paris nötige Zeit erreichte Castaño auch bei der Weltmeisterschaft im vergangenen Jahr ebenfalls in Ungarn. Zu seinen jüngsten Erfolgen zählt die Silbermedaille beim Kanu-Marathon Ponte de Lima in Portugal im Jahr 2022.
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