Haftstrafe, Sozialstunden, Bußgeld und Stadionverbot: Gericht greift auf Mallorca gegen rassistische Fußballfans durch
Erst zum zweiten Mal in Spanien gab es eine Haftstrafe für rassistische Äußerungen im Stadion
Real Madrid-Spieler Vinicius wird immer wieder Opfer von rassistischen Zwischenrufen. / La Liga
Zum erst zweiten Mal überhaupt hat ein Gericht in Spanien einen Fußballfan wegen rassistischer Beleidigungen verurteilt. Der Zuschauer beschimpfte im Stadion von Real Mallorca in zwei Gelegenheiten gegnerische Spieler. Das Gericht in Palma entschied auf zwei Haftstrafen von je sechs Monaten, die wie in Spanien üblich bei Strafen unter zwei Jahren zur Bewährung ausgesetzt werden. Auch ein minderjähriger Fan wurde zur Verantwortung gezogen.
Beim Heimspiel der Mallorquiner am 5. Februar 2023 gegen Real Madrid beschimpfte der Zuschauer den Brasilianer Vinicius Junior, der oftmals Opfer rassistischer Attacken in Spanien wurde und das mehrfach anprangerte. Keine zwei Wochen später beleidigte der gleiche Zuschauer noch Samu Chukwueze vom FC Villarreal.
Zweite Haftstrafe, Opfer jeweils Vinicius Junior
Der Mann darf in den kommenden drei Jahren keinen Fuß in spanische Stadien setzen. Real Mallorca hatte ihm bereits vor dem Urteil ein Stadionverbot erteilt. Als Ankläger traten neben dem Ligaverband die beiden Vereien Real Mallorca und Real Madrid in Erscheinung. Die zuvor einzige Haftstrafe bekam ein Fan des FC Valencia (acht Monate), der ebenfalls Vinicius Junior rassistisch beleidigte.
Der minderjährige Real Mallorca-Fan, der Tchouaméni (ebenfalls Real Madrid) mit Flaschen bewarf und einen Affen nachahmte, kommt um ein Gerichtsurteil herum. Er akzeptierte eine außergerichtliche Einigung. Der Jugendliche muss sich beim Spieler, Club und bei der Liga entschuldigen, 7.000 Euro Strafe zahlen, Sozialstunden leisten und bekommt obendrein ein Stadionverbot von einem Jahr.
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