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Real Mallorca in der Krise: Ein hungriger Torjäger wird dringend gesucht

Der Club bleibt im vierten Spiel hintereinander ohne eigenen Treffer und fühlt sich obendrein benachteiligt. Jetzt geht es gegen Atlético Madrid

Sergi Darder htte eine gute Chance für Real Mallorca, doch auch er vergab vor dem Tor von Real Betis.

Sergi Darder htte eine gute Chance für Real Mallorca, doch auch er vergab vor dem Tor von Real Betis. / Guillem Bosch

Johannes Krayer

Johannes Krayer

Die Verantwortlichen von Real Mallorca werden der virgen in Lluc danken, dass das Team bis Weihnachten so viele Punkte – nämlich 30 an der Zahl – gesammelt hat. Denn seit Jahresbeginn 2025 läuft gar nichts mehr zusammen. Vier Niederlagen in Folge, zwei davon in der Liga. Und elf Gegentreffer bei keinem einzigen selbst erzielten Tor – es scheint, als habe die Mannschaft über den Jahreswechsel komplett verlernt, wie man Spiele gewinnt.

Es fehlt an konsequentem Abschluss

Zwar lief es beim 0:1 gegen Real Betis am Samstag (25.1.) nicht so desaströs wie in den drei Partien zuvor gegen den Viertligisten Pontevedra im Pokal (0:3), Real Madrid im Supercup (0:3) oder Villarreal (0:4), aber das Toreschießen scheint zu einem unüberwindbaren Hindernis geworden zu sein. Nun war Real Mallorca noch nie dafür bekannt, regelmäßig Schützenfeste zu veranstalten, aber bis vor Weihnachten tauchten doch immer wieder mal die Stürmer Cyle Larin (fünf Treffer) oder Vedat Muriqi (drei Tore) und auch Dani Rodríguez auf, der ebenfalls bereits dreimal getroffen hat. Gegen Betis waren die Chancen vor allem in der ersten Halbzeit ja da, allein es fehlte vor dem Tor von Adrián der konsequente Abschluss. Und – abgedroschene, aber deshalb nicht weniger wahre Fußballerweisheit – so kam es, wie es kommen musste: Betis bekam in der sechsten Minute der Nachspielzeit in Person von Cédric Bakambu die Gelegenheit und ließ sich diese nicht nehmen.

"Liebe zu diesem Sport" geht verloren

Danach herrschte dicke Luft beim Inselclub. Trainer Jagoba Arrasate beklagte, dass er noch die „Liebe zu diesem Sport verliert“. Der Übungsleiter aus Navarra meinte damit aber nicht die Leistung seines Teams, sondern die der Schiedsrichter in den vergangenen Wochen. Auch beim Spiel gegen Betis gab es mehrere kritische Situationen, die im Zweifel gegen die Heimmannschaft ausgelegt wurden. Besonders störte sich Arrasate an der Verwendung des Videoschiedsrichters VAR. Bei einem Foul von Omar Mascarell in der 73. Minute pfiff der Schiedsrichter zunächst gar nicht und wurde dann vom Assistenten an die Kameras geholt. Nach Sichtung der Szene entschied der Unparteiische auf glatt Rot gegen Mascarell. In der Wiederholung war zwar ein hartes Einsteigen des Abwehrspielers zu sehen, allerdings spielte Mascarell auch den Ball.

Benachteiligung des Inselclubs

All das wäre wohl noch nicht so schlimm gewesen, hätten die Referees nicht in der ersten Minute der Nachspielzeit so getan, als gäbe es keinen Videoschiedsrichter. Dani Rodríguez wurde im Strafraum von den Beinen geholt, Schiedsrichter Javier Alberola ließ wieder weiterspielen und wurde auch vom Videoschiedsrichter nicht hinzugerufen. Für Jagoba Arrasate passte diese Szene zum derzeitigen Saisonverlauf, in dem Real Mallorca auch nach Meinung der Sportzeitung „Marca“ in sieben Situationen benachteiligt wurde.

Spiele meist unter der Woche

Und nicht nur auf dem Feld, sondern auch was die Ansetzung der Spiele angeht, wähnt sich der Inselclub im Nachteil. So legten die Chefs von Real Mallorca offiziell Beschwerde bei der Fußball-Liga ein, nachdem das Spiel gegen den FC Sevilla am 24. Februar einmal mehr auf einen Montagabend gelegt wurde. Von den 25 ersten Spieltagen dieser Saison wurden damit zwölf für Real Mallorca an einem Tag unter der Woche – zumeist Montag oder Freitag – angesetzt. Die Sportpresse der Insel fordert nun vehement eine offensivere Gangart der Clubführung. Eine Beschwerde bei der Liga bringe überhaupt nichts.

Ausschlaggebender Wechsel nicht in Sicht

Unterdessen schließt sich am Montag (3.2.) das Winter-Transferfenster. Bisher gab es keine Bewegung bei Real Mallorca, Beobachter rechnen aber noch mit Wechseln. Heißester Kandidat derzeit ist der belgische Abwehrspieler Siebe van der Heyden, der offenbar unmittelbar vor einem Wechsel zum Bundesligisten FC St. Pauli steht.

Dass bis Samstag (1.2.) ein echter Torjäger geholt wird, gilt als ausgeschlossen. So muss Trainer Arrasate auf sein angestammtes Personal vertrauen, wenn es um 18.30 Uhr zum Auswärtsspiel gegen Atlético Madrid geht. Die Madrilenen wurden in der Tabelle zwar von Real Madrid überholt, sind aber natürlich nach wie vor ein kaum zu knackender Gegner.

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