Knatsch bei der Mallorca Challenge: Radprofis sagen Rennen eigenmächtig ab
Die Entscheidung sorgte für eine regelrechte Schlammschlacht zwischen dem Veranstalter und den Radsportlern. Schuld war das schlechte Wetter

Die Radsportler kamen nur 23 Kilometer weit. Danach sagten sie das Rennen ab. / Europa Press
Dicke Luft zwischen dem Veranstalter der Mallorca Challenge und den Radprofis: Die Sportler haben wegen des schlechten Wetters die Etappe des Radrennens auf der Insel am Samstag (1.2.) eigenmächtig abgebrochen. Organisator Manolo Hernández ist deswegen stinksauer und verwehrte den Radlern beim Abschluss der Challenge am Sonntag jegliche Ehrung.
Was war passiert? Das Wetter am Samstag war bekanntermaßen durchwachsen. Die Straßen auf Mallorca sind bei Nässe extrem rutschig. Zumal es auf den Berggipfeln schneite. Die vierte Etappe der Challenge sollte von Andratx nach Pollença durch die komplette Tramuntana führen. Die Radfahrer kamen letztlich aber nur 23 Kilometer weit. Nach mehreren Stürzen einigte man sich im Peloton darauf, das Rennen abzubrechen.
Niemand fragte den Organisator nach seiner Meinung
"Die Sportler haben die Rennleitung davon in Kenntnis gesetzt, dass sie nicht weiterfahren werden und die Etappe somit beendet ist", heißt es in einer Pressemitteilung des Veranstalters. Manolo Hernández ging direkt nach dem Abbruch des Rennens am Samstag beim Regionalsender IB3 noch einen Schritt weiter: "Es ist ein trauriger Tag. Da steckt so viel Arbeit dahinter, um das Rennen zu organisieren. Und wir dürfen auch die Sponsoren nicht vergessen. Die Profis haben eine einseitige Entscheidung getroffen, auf die wir als Organisatoren keinen Einfluss hatten." Niemand habe ihn gefragt, es sei ein absoluter Mangel an Respekt. "Klar geht die Sicherheit vor. Bei der Vuelta a España oder der Tour de France wäre so etwas aber nicht passiert", sagte der Veranstalter.
Auch am Tag danach zeterte er weiter. "Ich bleibe dabei: Es war die falsche Entscheidung", sagte er vor Fernsehkameras. Bei der letzten Etappe mit Zieleinfahrt in Palma sagte Hernández das Rahmenprogramm ab. Die Radfahrer wurden nicht vorgestellt, nicht interviewt und nicht geehrt. Der Portugiese Juri Leitao gewann die Etappe.
Eine regelrechte Schlammschlacht
Damit endet die Schlammschlacht aber nicht. José Joaquín Rojas, Sportdirektor des Movistar Teams, schaltete sich nun ein und meinte, dass der Veranstalter selbst auf die Idee hätte kommen können, die Etappe abzusagen. "Er war aber nicht mal vor Ort." Hernández ließ das nicht auf sich sitzen und bezichtigte Rojas der Lüge. "Ohne den Veranstalter geht das Rennen gar nicht los. Rojas war ein guter Radfahrer, ist aber ein erbärmlicher Sportdirektor."
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