Wegen Straßensperren: Anwohnerverbände fordern, das beliebte Radrennen Mallorca 312 abzusagen
Zu lange seien die Residenten wegen der Radfahrer daheim eingesperrt

Den Radfahrern gefällt das Mallorca 312. / DM
Nach dem Ironman gibt es nun Ärger um ein weiteres Volkssportrennen auf Mallorca. Anwohnerverbände fordern, das besonders bei deutschen Urlaubern beliebte Radrennen Mallorca 312 abzusagen. Umweltvereinigungen und politische Parteien schlossen sich dem Protest an.
"Bis es keine rigorose Aufklärung gibt, ob das Rennen überhaupt im öffentlichen Interesse steht, muss ihm die Lizenz entzogen werden", heißt es in der Forderung, die die Anwohnerverbände an den Inselrat und die Delegation der Zentralregierung auf Mallorca schickten. Wenn es nicht möglich sei, das Rennen abzusagen, so solle doch zumindest die Dauer der Straßensperrungen auf höchstens zwei Stunden begrenzt werden. "Schließlich müssen viele Residenten auf das Rad zurückgreifen oder zu Fuß gehen, da eine Fahrt mit dem Auto unmöglich ist."
Bis zu sieben Stunden abgeschottet
In den vergangenen Jahren hätten die Anwohner bis zu sieben Stunden warten müssen, ehe die Straßensperrung aufgehoben wurde. Einige von ihnen hätten nicht mal ihre Einfahrt benutzen können. "Im Gegensatz zu den Volksfesten hat das Mallorca 312 keinen sozialen Hintergrund und steht deshalb eben nicht im öffentlichen Interesse", so die Anwohnerverbände. Wer das Rennen erlaubt, würde die Insel in einen Themenpark verwandeln.
Es ist nicht das erste Mal, dass über die Radrundfahrt auf der Insel diskutiert wird. Seit 2010 wird die 312 Kilometer lange Strecke von den Hobbyradlern absolviert. Jährlich kamen mehr Teilnehmer hinzu. In den Anfangsjahren waren die Räder noch auf nicht abgesperrten Straßen unterwegs, was entsprechend gefährlich war. 2016, der ersten Ausgabe mit Straßensperrungen, kam es zu einem Verkehrschaos. Mittlerweile wird auf der Strecke Palma weiträumig ausgespart. Zudem sind die einzelnen Abschnitte nur stundenweise gesperrt. Zu lange aus Sicht der Anwohner.
Die nächste Ausgabe ist für den 26. April angesetzt. Die 8.000 Startplätze waren binnen Minuten ausverkauft.
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