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Reha wie ein Profifußballer: Was die Behandlung in Real Mallorcas neuer "Sport Clinic" kostet

Im Stadion Son Moix hat ein neues Rehazentrum eröffnet. Nicht nur die Profis können hier bei bis zu 55 Grad schwitzen

Adolfo Muñoz (re.) leitet die Real Mallorca Sport Clinic.

Adolfo Muñoz (re.) leitet die Real Mallorca Sport Clinic. / Bendgens

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Ralf Petzold

Ralf Petzold

Mallorca ist wohl der letzte Ort, an dem man sich eine Heizung im Fitnessstudio wünscht. In dem kleinen, mit Glaswänden abgesperrten Raum im Erdgeschoss des Stadions Son Moix sind es kuschelige 37 Grad. „Ich habe die Anlage vorhin getestet“, sagt Fitnesstrainer Alejandro García. Seine Kunden strampeln auf den beiden Hometrainer normalerweise bei 45 bis 55 Grad. „Das ist praktisch, um ein paar Pfunde zu verlieren“, sagt García. Oder sich an Anstrengungen bei großer Hitze zu gewöhnen. Etwa eine Fußball-WM in Katar.

Die Real Mallorca Sport Clinic im Stadion hat vor einem Monat eröffnet. Das Fitnessstudio mit integrierter sportärztlicher Praxis ist ein Rehazentrum. Der Fußballerstligist betreibt es gemeinsam mit dem Unternehmen Optimo Sport, das bereits in Sevilla und Málaga Filialen hat. Einer der Gründer der Firma ist der Franzose Martin Buchheit, der als Fitnesstrainer schon die französische Nationalmannschaft oder die Weltclubs Paris Saint -Germain und Manchester City betreute. Auch mit NBA-Teams arbeitete Optimo zusammen.

Real Mallorcas Profis schauen dann und wann vorbei

Obwohl die Real-Mallorca-Profis meist auf dem Trainingsgelände Son Bibiloni unterwegs sind, schaut der ein oder andere bei Verletzungen auch im neuen Rehazentrum vorbei. „Einige wohnen in Stadionnähe und sparen sich den Weg“, sagt Adolfo Muñoz. Der Sportarzt leitet die neue Einrichtung. „Unsere Türen stehen auch Urlaubern oder Hobbysportlern auf der Insel offen“, sagt er.

Der Besuch geht auf eigene Kosten. Selbst die privaten Krankenversicherungen tragen in der Regel nicht die Behandlungen in einer derartigen Rehaklinik. 150 Euro kostet die erste Untersuchung durch Muñoz. Er erfragt die Krankengeschichte und testet die Problemzonen. Ist ein MRT oder eine Röntgenaufnahme nötig, kooperiert Optimo mit der Juaneda-Klinik auf Mallorca. Folgeuntersuchungen beim Sportarzt schlagen mit 75 Euro zu Buche. Gegen noch höhere Aufpreise bietet das Rehazentrum beispielsweise PRP-Behandlungen an. Dabei wird Blut entnommen, das Plasma zentrifugiert und wieder injiziert. Das soll unter anderem Gelenkschmerzen lindern. Die Erfolgsquote der Eigenbluttherapie ist in Medizinerkreisen allerdings umstritten.

So läuft das Training ab

Nach dem Arztbesuch geht es an die Fitnessgeräte. Trainer Alejandro García arbeitet einen Plan aus. Ein bis zwei Einheiten pro Woche sind in der Regel angedacht. „Wobei regelmäßige Fitnessstudiogänger unser Training als Zusatzangebot nutzen und alle zwei Wochen kommen“, sagt García. Einmal die Übungen erlernt, lassen sie sich schließlich auch ohne Geräte daheim oder anderenorts ausführen. 60 Euro kostet die Session, das Zehnerticket gibt es für 500 Euro. Das Training im Fitnessstudio ist nur in Begleitung mit dem Trainer erlaubt. Wer will, kann sich die Kosten mit einem oder mehreren Partnern teilen.

Kreuzbandrisse, Rückenprobleme, Muskelverletzungen oder Stauchungen seien die häufigsten Beschwerden, meint Muñoz. „Es geht manchmal nicht nur um die Heilung an sich, sondern auch darum, das vorherige Leistungsniveau wieder zu erreichen.“ Dafür ist das Fitnessstudio mit modernen Geräten ausgestattet. Statt Gewichte zu schleppen, wird der Widerstand am Computer eingestellt und per Druckluft erzeugt. Das anstrengende Hochheben bleibt den Sportlern dann aber nicht erspart.

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