Endlich mal den Leuchtturm aus der Nähe sehen: Warum der Triathlon Portocolom so beliebt ist
Der Wettbewerb gilt vielen als der schönste auf den Balearen. Ehrengast am Sonntag ist ein Sportler mit 35-prozentiger Behinderung

Das Rennen führt am Leuchtturm entlang. / Foto: Babot
Bartomeu Caldentey hat kurz nach der Geburt einen Schlaganfall erlitten. Der Sport half dem 21-Jährigen dabei, die Kontrolle über seinen Körper zu gewinnen. Mittlerweile träumt der Mallorquiner von einer Teilnahme an den Paralympics. Am Sonntag (13.4.) tritt Caldentey als Ehrengast beim Triathlon Portocolom an. Der Wettbewerb rund um den Leuchtturm gilt vielen einheimischen Athleten als der schönste der Balearen.
„Mein Gehirn bekam von Geburt an zu wenig Sauerstoff“, erzählt Caldentey. Nach sieben Monaten bemerkten seine Eltern, dass das Baby den rechten Arm nicht bewegen konnte. „Fünf, sechs Mal haben mich die Ärzte operiert. Doch erst der Sport brachte mir die Beweglichkeit zurück“, sagt der junge Mann aus Felanitx. Durch das Training für den Triathlon baute der Athlet Muskulatur auf. „Beim Schwimmen ziehe ich noch mehr mit dem linken Arm, beim Radfahren schalte ich ausschließlich mit der linken Hand.“ Auch bei seiner Laufbewegung spielt die 35-prozentige Behinderung eine Rolle.

Bartomeu Caldentey. / Privat
Erster Triathlon des Jahres
Es sei ihm eine große Ehre, als Botschafter beim Triathlon Portocolom anzutreten, sagt er. „Da kommen viele starke Triathleten aus dem Ausland. Zudem ist es einer der ersten Wettbewerbe in ganz Spanien“, sagt Caldentey. „Und für mich ist es ein Heimspiel.“ Dass der Triathlon von den Athleten des balearischen Triathlon-Verbandes Jahr für Jahr zum besten der Insel gekürt werde, sei für ihn nebensächlich. „Ich nehme an, das hängt mit dem Leuchtturm zusammen.“ Einerseits gebe es schlicht keine anderen Strecken rund um einen faro. „Andererseits ist nur an diesem Tag der Zutritt zum Gelände rund um den Leuchtturm gestattet.“ Bei seiner ersten Teilnahme vor zwei Jahren versagte das Fahrrad, und er musste vor der Laufstrecke aufgeben. Das Turmerlebnis fehlt ihm daher noch.
Kurzentschlossene haben keine Chance mehr, am Triathlon teilzunehmen. Die Startplätze sind bereits ausverkauft. Die Triathleten haben die Wahl zwischen der 1 1 1 Kilometer langen Strecke (ein Kilometer Schwimmen, 100 Kilometer Radfahren, zehn Kilometer zu Fuß) oder der halben Distanz. Rund um Portocolom kommt es zu Straßensperrungen. Freie Plätze gibt es noch für den Kindertriathlon Trikids am Samstag. Infos und Einschreibung im Internet unter triathlonportocolom.net.
Caldentey wird wohl nicht um den Sieg laufen. Dafür ist die Konkurrenz zu stark. Mit Mario Mola kommt immerhin auch Mallorcas dreifacher Triathlon-Weltmeister (2016 bis 2018). Besser stehen seine Chancen auf die Paralympics-Teilnahme. „Die Spiele in Paris kamen noch zu früh für mich. Für Los Angeles 2028 bin ich aber auf Kurs“, sagt der Athlet, der nebenbei Sportwissenschaften studiert. „Ich möchte eines Tages Triathlon-Trainer werden und meine Leidenschaft an andere Menschen weitergeben.“
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