Vom Transferflop zur Europahoffnung: Real Mallorcas Zauberer Sergi Darder
Der Mittelfeldspieler zeigt endlich, warum der Erstligist einst acht Millionen Euro für ihn bezahlte

Sergi Darder glänzte gegen Real Sociedad. / DM
In Pokerkreisen heißt die Kartenkombination Ass und König landläufig Anna Kournikova. Angelehnt an die russische Tennisspielerin mit den gleichen Initialen sieht das Blatt zwar gut aus, spielt sich im Endeffekt aber eher dürftig. Die heute 43-Jährige machte stets eine gute Figur, gewann im Einzel aber keinen Titel. Dass sie im Doppel zweifache Grand-Slam-Siegerin ist, ist eine andere Geschichte. Der mallorquinische Fußballer Sergi Darder war seit seiner Rückkehr auf die Insel vor zwei Jahren ein ähnlicher Fall. Der 31-jährige Mittelfeldspieler stirbt oft in Schönheit und trägt zu selten etwas zum Erfolg von Real Mallorca bei. Beim 2:0-Auswärtssieg in San Sebastián am Samstag (12.4.) änderte sich das endlich mal.
„Die Zahlen sprechen im Fußball manchmal für sich. Jetzt sieht es so aus, als würde ich besser spielen, weil ich Tore schieße und auflege. Dem ist aber nicht so“, sagte der Matchwinner nach der Partie. Den Treffer von Cyle Larin legte Darder auf, den zweiten schoss er selbst. Der Sieg gibt Real Mallorca wieder Hoffnung, im Kampf um die internationalen Plätze doch ein Wörtchen mitreden zu können. „Ich habe das Vertrauen des Trainers vom ersten Tag an gespürt. Klar fehlten lange Zeit die Tore und Vorlagen. Aber ich habe mich im Laufe der Saison stetig weiterentwickelt und muss noch weiterwachsen.“
Lange Zeit in Barcelona
Der Fußballer aus Artà wechselte schon als Jugendlicher auf das Festland, wo er bei Espanyol Barcelona ausgebildet wurde. Über Málaga und Olympique Lyon zog es ihn zurück zu den Katalanen, wo er sich zum Kapitän mauserte. Im Sommer 2023 zahlte Real Mallorca acht Millionen Euro für den Mallorquiner. Solche Beträge legte der Inselclub sonst nur für Vedat Muriqi und Cyle Larin auf den Tisch. Die Erwartung war dementsprechend hoch.
An guten Tagen ist Darder ein regelrechter Zauberer mit dem Ball am Fuß. Er tänzelt leichtfüßig über den Platz, ist kaum von der Kugel zu trennen und hat immer das Auge für den sogenannten tödlichen Pass. Auch bei Standardsituationen ist der Rechtsfuß eine Waffe. Kurzum: Er kann einem Spiel seinen Stempel aufdrücken.
An schlechten Tagen geht Darder aber allzu gerne mit dem Team unter. Er ist nicht der Spielertyp, der die Ärmel hochkrempelt und einem verlorenen Ball hinterherjagt. Zu oft wurde der 31-Jährige auf Mallorca seinem Ruf als faules Genie gerecht. Der Mittelfeldspieler hatte kaum Ballkontakte und trat folglich auch nicht auf dem Spielberichtsbogen als Torschütze oder Vorlagengeber in Erscheinung. So galt der Acht-Millionen-Euro-Neuzugang im Sommer schon als Flop. Als dann zu Beginn der laufenden Spielzeit die Scorerwerte weiter ausblieben, kamen Spekulationen auf, ob und zu welchem Preis Real Mallorca den Mittelfeldspieler noch an den Mann bringen könnte. Nach einem Tor und vier Vorlagen in den vergangenen fünf Spielen verschwanden die Diskussionen.
Wie geht es weiter?
Nun bleibt die Frage, ob Darder seine Klasse konstant abrufen kann. „Viele Leute hielten uns für tot. Sie sagten, dass wir uns mit dem Klassenerhalt und den erreichten 40 Punkten begnügen“, so der Mallorquiner. Dem habe das Team nun die Leistung im Baskenland entgegengesetzt. Der Mittelfeldspieler hebt besonders die Abwehrarbeit hervor. „Wir müssen eine gallige Mannschaft sein, die die Null hält. Das haben wir geschafft.“
Der Sieg brachte Real Mallorca Big Points. Der Erstligist schob sich in der Tabelle an San Sebastián vorbei auf den achten Platz, der für die Conference League berechtigt. Der Siebte, Celta de Vigo, ist punktgleich. Das wäre der Europa-League-Platz. Das bedeutungslose Mittelfeld geht ab dem neunten Platz los. Real Sociedad hat nun zwei Punkte weniger als die Mallorquiner und den direkten Vergleich verloren.
Das Heimspiel gegen den Vorletzten Leganés am Samstag (19.4., 18.30 Uhr) fällt unter die Kategorie Pflichtsieg. Schon am Dienstag geht es auswärts beim Tabellenführer FC Barcelona weiter. Detail am Rande: Dreimal wollten die Katalanen Darder schon verpflichten, dreimal ließ der Spieler den Weltclub abblitzen.
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