Schwimmbäder auf Mallorca: Regeln und Pflichten vor dem ersten Eintauchen
Das städtische Sportinstitut IME betreibt in Palma neun öffentliche Schwimmbäder. Was Sie dort erwartet, und wo es fast schon ein wenig wie im deutschen Freibad zugeht

Sprung vom seitlichen Beckenrand: Das gibt es auch im Son Hugo nur bei besonderen Anlässen. | FOTO: MANU MIELNIEZUK
Palma ist gut mit öffentlichen Schwimmbädern ausgestattet, doch Spaßbäder sind das nicht. Hier wird – mit einer Ausnahme, von der noch die Rede sein wird – Bahn für Bahn geschwommen, Wasserball im Verein gespielt, Turmspringen praktiziert und allenfalls ein wenig Wassergymnastik betrieben. Dass das mehr oder weniger ernsthafte Schwimmtraining auch für Außenstehende besonders im Sommer für eine Erfrischung gut ist – geschenkt.
Derzeit sind es neun von dem städtischen Sportinstitut IME betriebene Schwimmbäder, demnächst kommt mit der Piscina de s’Aigo Dolça im Westen der Stadt noch ein weiteres hinzu. Sie alle verfügen über 25-Meter-Becken, die Anlagen von Son Moix und Son Hugo sogar über 50-Meter-Becken. Im Son Hugo gibt es neben der Schwimmhalle auch noch ein mit Solarenergie ganzjährig beheiztes 50-Meter- Außenbecken.
Spottbillig im Vergleich zu Fitnessstudios
Der Tageseintritt kostet in allen Sporthallen 4,50 Euro. Wer regelmäßig schwimmen geht, sollte ein Abo abschließen. Da im Tarif auch die Fitnessstudios der Stadt enthalten sind, ist der Preis im Vergleich zu den privaten Anbietern spottbillig. 136 Euro kostet die IME-Jahresmitgliedschaft für Erwachsene, die in Palma gemeldet sind. Für Familien und bestimmte Bevölkerungsgruppen wird es noch günstiger. Bei Kursen bekommen Abonnenten Rabatt.
Ob die Schwimmhallen zu den Öffnungszeiten wegen Schwimmkursen, Trainingseinheiten, Wettkämpfen oder Veranstaltungen ganz oder teilweise geschlossen werden, wird am Anfang des Monats in der Eingangshalle ausgehängt. Online gibt es diese Informationen bisher nicht. Zumindest in den großen Anlagen Son Moix und Son Hugo ist es wegen der häufigen Wettkämpfe am Wochenende ratsam, vorab anzurufen, ob man als normaler Schwimmer willkommen ist: ¿Hoy se puede nadar normalmente como abonado o visitante? (Kann man heute als Abonnent oder Besucher normal schwimmen?).
Eigenes Schloss nicht vergessen!
Nutzer benötigen neben Badekleidung und Handtuch auch Schlappen, eine Badekappe sowie ein kleines Vorhängeschloss, wie es im Baumarkt oder in einem der chinesischen Minimärkte erhältlich ist. Damit schließt man seinen Schrank in der Umkleide ab. Vor dem Schwimmen muss selbstverständlich erst einmal geduscht werden.
Die Schwimmbahnen sind zumeist mit Kegeln in „Rápid“ (Schnell) und „Lent“ (Langsam) aufgeteilt. Wer nicht weiß, wo er sich einordnen soll, probiert es einfach aus: „Haben Sie keine Angst und schwimmen Sie einfach los. Wenn Sie auf der falschen Bahn sind, werden die Bademeister oder die anderen Schwimmer Sie schon darauf aufmerksam machen“, sagt eine Mitarbeiterin von Son Hugo. Teilt man sich eine Bahn, muss noch vereinbart werden, ob man hintereinander schwimmt (en rueda) oder nebeneinander (uno al lado de otro).
Ruhezonen neben dem Schwimmbecken gibt es so gut wie keine – mit der eingangs schon angekündigten Ausnahme. Die für eine Studentenolympiade erbaute Schwimmanlage von Son Hugo verfügt außen über eine Zementtribüne, auf der es sich gut sonnen lässt. Dahinter befindet sich, schon in Ringautobahn-Nähe, eine wohl auch daher wenig genutzte große Liegewiese. Das ebenfalls draußen gelegene Sprungbecken bietet dank der hohen Türme sogar ein wenig Schatten am Beckenrand – hier machen es sich im Sommer auch Familien mit kleinen Kindern bequem. Und dann ist es doch ein wenig wie im deutschen Freibad.
Profisportler greifen außerhalb Palmas auf das Schwimmbecken des Best Centre in Colònia de Sant Jordi zurück. Das hat olympische Maße mit dem 50 Meter langen Becken. Olympia-Schwimmer oder die deutsche Wasserballnationalmannschaft zählen zu den Stammgästen. Der Tageseintritt kostet 8 Euro. Den Schwimmunterricht gibt es für 55 Euro pro halbe Stunde. Ein Hingucker: Das Becken verfügt über Glaswände. Vom Keller aus lässt sich der Schwimmer unter Wasser beobachten. Vor dem Besuch sollte geprüft werden, ob Bahnen frei sind (bestcentresports.com).
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