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Wut über drohenden Abstieg: Fans umzingeln Real-Mallorca-Spieler auf dem Parkplatz

Nach der jüngsten Niederlage eskaliert der Fan-Frust bei Real Mallorca – Spieler werden auf dem Stadionparkplatz bedrängt

Johan Mojica musste minutenlang auf die Fans einreden.

Johan Mojica musste minutenlang auf die Fans einreden. / Ana Muñoz

Sergi Fullana

Die Nerven liegen blank beim (noch) Fußball-Erstligisten Real Mallorca. Einige Fans haben nach der erneuten Pleite am Sonntag (11.1.) den Spielern des Clubs auf dem Parkplatz vor dem Stadion Son Moix aufgelauert und sie regelrecht umzingelt. Es kam zu hitzigen Diskussionen und Beleidigungen.

Kurioserweise richtet sich der Ärger des Anhangs nicht wie in solchen Situationen üblich in erster Linie gegen den Trainer. Bereits im Stadion von Rayo Vallecano waren nach der 1:2-Niederlage "Raus"-Rufe zu hören, die dem Vorstand galten: CEO Alfonso Díaz und dem Sportdirektor Pablo Ortells.

Auch am Stadion Son Moix sprühte ein Fan "Alfonso go home" an die Wand. Wahrscheinlich auf Englisch, damit es die US-amerikanischen Eigentümer des Vereins verstehen.

Mannschaftsbus am Stadion – Hooligans warten auf die Spieler

Gegen 19.30 Uhr brachte der Mannschaftsbus von Real Mallorca das Team vom Flughafen zum Stadion, wo die Spieler ihre Autos geparkt hatten. An die 30 Hooligans warteten dort, um die Fußballer zur Rede zu stellen.

Besonders der kolumbianische Linksverteidiger Mojica, der seit Wochen im Formtief steckt, bekam sein Fett ab. Die Hooligans beschimpften ihn als "Trinker", der "ins Casino" verschwinden solle. Die Fans umzingelten das Auto des Spielers. Mojica stieg aus und diskutierte fünf Minuten lang mit ihnen.

Er verstehe den Ärger, sagte er, aber die Spieler verdienten Respekt. "Wir müssen uns wie eine Familie unterstützen: in guten wie in schlechten Zeiten. Ich verstehe euch, ihr seid Arbeiter wie ich, der aus Kolumbien nach Mallorca gekommen ist." Er habe sich immer vorbildlich benommen. Der Fußballer weinte gar.

Díaz bleibt ruhig – nächstes Spiel gegen Athletic Bilbao

Als Mojica einem der Hooligans die Hand gab, beruhigte sich die Situation ein wenig. Seine Mannschaftskollegen Abdón Prats und Sergi Darder, beide Mallorquiner, hatten ebenfalls Probleme beim Verlassen des Parkplatzes, wenngleich nicht in diesem Ausmaß.

"Ihr wollt keine Stimmung, sondern nur Geld", warfen die Hooligans dem CEO Alfonso Díaz vor, der ruhig blieb und auf die Menge einredete. "Ich setze mich diese Woche gerne mit euch an einen Tisch und höre mir die Probleme an", sagte er.

Am kommenden Samstag (17.1.) geht es mit einem Heimspiel gegen Athletic Bilbao weiter. Real Mallorca muss nicht nur punkten, sondern auch die Fans zurückgewinnen.

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