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Abstiegsplatz, Torjäger vor Absprung und schweres Programm: Real Mallorca steckt in der Krise

Real Mallorca hat mit einer mal wieder kläglichen Leistung gegen Atlético Madrid verloren und steht nun auf einem Abstiegsplatz. Zudem baggert Fenerbahçe an Torjäger Vedat Muriqi

Vedat Muriqi steht bei Fenerbahce auf dem Wunschzettel.

Vedat Muriqi steht bei Fenerbahce auf dem Wunschzettel. / Enric Fontcuberta

Ralf Petzold

Ralf Petzold

Im Ballett hätte Giuliano Simeones Einwurf als Standwaage durchaus Anerkennung verdient. Im Fußball wissen selbst Neulinge, dass beim Wurf beide Beine auf den Boden gehören. Bei der 0:3-Pleite von Real Mallorca am Sonntag (25.1.) bei Atlético Madrid ist es nur eine Randnotiz. Die Mallorquiner waren in der Hauptstadt hoffnungslos unterlegen. Und dennoch resultierte aus dem nicht abgepfiffenen falschen Einwurf der Führungstreffer der Madrilenen. Durch die Niederlage steht Real Mallorca nun auf einem Abstiegsplatz. Das war zuletzt am 8. Spieltag so. Damals befreite sich der Inselclub mit einem Sieg gegen den FC Sevilla. Die Andalusier kommen nun am Montag (2.2.) ins Stadion von Son Moix.

„Der Schiedsrichter erklärte mir, dass der Spieler erst das Bein angehoben hat, als er den Ball schon eingeworfen hatte“, sagte Real Mallorcas Trainer Jagoba Arrasate zu der zweifelhaften Auslegung des Unparteiischen. Der Baske wählte für den Auswärtsauftritt eine Angsthasentaktik. Sein Team sollte mit neun Verteidigern das Spiel zerstören. Selbst Jan Virgili, einer der wenigen Lichtblicke in einer grauen Saison, musste auf die Bank. Im Angriff war die Hoffnung, dass Vedat Muriqi einen langen Ball ins Tor köpft. Bei der einzigen Chance im Spiel fehlten wirklich nur Zentimeter.

Kommt noch ein Neuzugang?

Zwischen den Zeilen hatte der Trainer zuletzt immer wieder durchblicken lassen, dass er sich Neuzugänge wünschen würde. Einen Messias erwartet Arrasate aber nicht. „Wir müssen als Team einfach besser werden. Es wird nicht ein Spieler kommen, und plötzlich ist alles gut“, sagte er. Torgefahr ist nicht erst seit dieser Saison ein Problem bei Real Mallorca. Immer wieder wird der Verein mit Flügelspielern in Verbindung gebracht. Vollzogen wurde ein Transfer bislang nicht.

Im Gegenteil ist das Risiko sogar größer, dass der Verein noch einen Leistungsträger verliert. Einerseits liebäugelt Omar Mascarell mit einem Wechsel. Der Ex-Schalker gehörte lange Zeit zur B-Ware auf der Insel. Beim 3:1-Sieg gegen Elche spielte der ab Montag 33-Jährige groß auf, musste danach blöderweise aber direkt mit Äquatorialguinea zum Afrika-Cup. Sein Vertrag läuft im Sommer aus, und seit Januar darf Mascarell frei mit allen Vereinen verhandeln. Real Mallorca zögerte zuletzt mit einer Verlängerung, zu durchwachsen waren die Leistungen des Mittelfeldspielers. Ein Abgang schon im Winter würde aber schmerzen.

Wechselt Muriqi in die Türkei?

Noch schlimmer wäre ein Verlust von Vedat Muriqi. Mit 14 Toren ist der selbst ernannte Pirat der zweitbeste Torjäger der spanischen Liga hinter einem gewissen Kylian Mbappé (21 Tore) – und das mit Real Mallorcas mauer Offensive. In der Saison 2019/2020 spielte der Kosovare äußerst erfolgreich für Fenerbahçe. Von dort wurde er für 21 Millionen Euro an Lazio Rom verkauft. In Italien klappte es nicht, weswegen der Angreifer 2022 für acht Millionen Euro auf die Insel kam. Nun wollen die Türken ihn zurück. Medienberichten zufolge hat der Club aus Istanbul eine Delegation nach Mallorca geschickt, die über die Ablöse verhandeln soll. Im Raum stehen zwölf Millionen Euro plus Bonuszahlungen. „Ich habe kürzlich mit Sportdirektor Ortells gesprochen und gesagt, die Entscheidung liegt bei ihm. Er meinte, ich bleibe“, sagte Muriqi unlängst. Fußball ist bekanntermaßen ein schnelllebiges Geschäft. Die Meinung kann sich ändern.

Real Mallorca braucht Muriqis Tore, um den Abstieg zu verhindern. Nach dem Heimspiel gegen Sevilla geht es auswärts zum FC Barcelona. Es wäre vermessen, dort von einer Punkteausbeute auszugehen.

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