Evenepoel-Gala bei der Mallorca Challenge: "Alle Radrennveranstalter beneiden uns gerade"
Der Belgier gewann drei der fünf Rennen beim Saisonauftakt auf der Insel

Remco Evenepoel gewann drei Etappen. / Borràs/Efe
Sport kann manchmal eine ganz schöne Mogelpackung sein. Die Veranstalter kündigen Stars bei ihren Events meist vollmundig an, nicht immer erfüllen die Profis dann die Erwartungen. Umso schöner ist es, wenn es doch klappt. So wie bei der Mallorca Challenge 2026. Remco Evenepoel war das Aushängeschild der 35. Ausgabe, die am Sonntag (1.2.) endete. Der Belgier im Trikot des deutschen Rennstalls Bora hansgrohe-Red Bull gewann drei der fünf Trophäen. "Dabei war er eigentlich nur für eine Etappe angemeldet", sagt der überglückliche Challenge-Sportdirektor Norbey Andrade der MZ.
Bereits zum dritten Mal starteten die Frauen zuerst beim Inselrennen. "17 Teams, davon fünf aus der erstklassigen World Tour. Das Podium war vergleichbar mit dem der Tour de France oder dem Giro d'Italia", sagt Andrade. Maëva Squiban, Cat Ferguson und Karlijn Swinkels lauteten die Siegerinnen.
"Der Frauenradsport boomt, wenngleich er sich noch weiter professionalisieren muss", sagt Andrade. Die Damen hätten sich mittlerweile aber schon einen eigenen Fankreis aufgebaut. "Bei den Bergetappen sind die Sportlerinnen eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 35 bis 38 km/h gefahren. Das ist nicht mit den Männern vergleichbar, aber doch beeindruckend."
Ungewissheit wegen schlechten Wetters
Bei den Männern standen die Starts wegen des schlechten Wetters der vergangenen Tage auf der Kippe. "Das war entsprechend stressig. Wir wussten nicht, ob wir die Etappen austragen können oder nicht", sagt Andrade. Anders als im vergangenen Jahr, als eines der fünf Rennen abgebrochen werden musste, kamen diesmal die Radfahrer ins Ziel.
Und an erster Position immerhin drei Mal Remco Evenepoel. "Er ist seit Dezember im Training auf der Insel und fühlte sich offensichtlich so gut, dass er nicht nur beim Mannschaftszeitfahren an den Start ging, für das er eigentlich eingetragen war", sagt Andrade. Der deutsche Rennstall schnappte dem spanischen Eliteteam Movistar um den Mallorquiner Enric Mas auf den letzten Metern noch den Sieg weg.
Das Teamzeitfahren, das es dieses Jahr auch bei der Tour de France gibt, sei ein ungewöhnlicher Start. "In einem normalen Straßenrennen kann man sich immer noch ein paar Stunden daran gewöhnen, bevor das Finale ansteht. Aber jetzt geht es sofort los: Ungefähr 25 Minuten Vollgas und Schmerzen in den Beinen", sagte Evenepoel in einem Interview mit den Teammedien vor der Challenge.
Neid der anderen Veranstalter
"Remco ist neben Vingegaard und Pogačar einer der drei besten Radsportler der Welt derzeit", sagt der Sportdirektor. "Alle Radrennveranstalter beneiden uns gerade, dass er bei uns gewonnen hat." Die Challenge stellt zwar den Saisonstart im weltweiten Radsport dar. Die Dominanz der Bora-Radler sei nun aber nicht unbedingt ein Vorzeichen für die Saison. "Besonders bei den großen Rundfahrten geht es dann doch anders zur Sache."
Sein Team habe perfekte Rennen gefahren und die Woche erfolgreich abgeschlossen, lässt sich Bora-Sportdirektor Pello Olaberria auf der Teamwebsite zitieren. Superstar Evenepoel spricht von einem Motivationsschub: "Am Mittwoch fahre ich schon das nächste Rennen. Es ist immer gut, mit Siegen in die Saison zu starten." In den kommenden Tagen und Wochen stehen mehrere Rennen auf dem spanischen Festland an.
Im Mai kommt es beim Giro d'Italia dann zur ersten großen Rundfahrt des Jahres. Bei den Touren wird es schon im Vorfeld spannend: Wie geht der deutsche Rennstall mit der Doppelspitze Evenepoel-Lipowitz um? Letzterer sei ein talentierter Junge, meint Challenge-Sportdirektor Andrade über den Vorjahresvierten der Tour de France. "Wenn ein Remco Evenepoel im Team ist, wissen aber alle anderen Fahrer, dass sie sich hinten anstellen müssen."
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