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"Beleidigung für den gesunden Menschenverstand": Real Mallorcas Fußballer wollen für ihre miese Saison einen Bonus haben

Real Mallorcas Fußballer forderten eine Nichtabstiegsprämie. Dafür bekamen sie einen unmöglichen Meisterbonus

0:3 – der FC Barcelona war für Real Mallorca dann doch mal wieder eine Nummer zu groß.  | FOTO: QUIQUE GARCÍA/EFE

0:3 – der FC Barcelona war für Real Mallorca dann doch mal wieder eine Nummer zu groß. | FOTO: QUIQUE GARCÍA/EFE

Ralf Petzold

Ralf Petzold

„Der VfL Bochum kann deutscher Meister werden – wenn auch nicht sofort“, sagte einst der Fußballtrainer Peter Neururer. Nach der Devise gehen auch die Spieler von Real Mallorca vor. Das Team handelte nun mit den Vereinsbossen einen Bonus für den Gewinn der spanischen Liga aus. Acht Millionen Euro bekommt die Mannschaft für das zumindest in dieser Saison fast schon unmögliche Szenario. Unmöglich, weil der Erstligist mitten im Abstiegskampf steckt. Sollte der Klassenerhalt glücken, wollten die Fußballer ebenfalls eine Prämie haben. Dagegen wehrte sich Geschäftsführer Alfonso Díaz mit Händen und Füßen.

Derartige Verhandlungen werden im Fußball eigentlich vor der Saison geführt. Der Streit mit Dani Rodríguez – der Spieler echauffierte sich öffentlich über zu wenig Einsatzzeit – verzögerte die Angelegenheit. Denn der 37-Jährige, dessen Vertrag unlängst aufgelöst wurde, gehörte zu den Kapitänen des Teams. Der miese Saisonstart mit Abstiegsnot von Anfang an sorgte dann dafür, dass die Clubbosse das Thema vertagten.

Diese Prämien bekommen die Spieler von Real Mallorca

Bis jetzt. Neben dem Meisterbonus würden die Profis fünf Millionen Euro für das Erreichen der Champions League bekommen. Realistischer sind die drei Millionen Euro für den zehnten Platz. Zwei Millionen Euro gibt es noch für den zwölften Platz. Darunter gehen die Spieler leer aus. „Die Forderungen sind eine Beleidigung für den gesunden Menschenverstand“, kommentierte Sebastià Adrover, Sportchef der MZ-Schwesterzeitung „Diario de Mallorca“. „Fehlt nur noch, dass die Spieler einen Bonus haben wollen, um überhaupt ihrer Arbeit nachzugehen.“ Die ausgehandelten Prämien gelten für den gesamten Kader und sind für das Fußballgeschäft eine eher kleine Summe. Für den zwölften Platz würde es gerade mal 80.000 Euro pro Spieler geben – das verdient Kylian Mbappé pro Stunde.

Nach der 0:3-Pleite gegen Tabellenführer FC Barcelona am Samstag (7.2.) stehen die Mallorquiner auf dem 15. Platz und haben zwei Punkte Vorsprung auf die Abstiegsplätze. Die drei Kellerkinder Oviedo, Levante und Rayo Vallecano haben jedoch allesamt ein Spiel weniger absolviert.

Jetzt geht es gegen Betis

Es wird ein hartes Stück Arbeit, die Abstiegssorgen loszuwerden. Am Sonntagabend (15.2., 21 Uhr) geht es im Stadion von Son Moix gegen Real Betis. Das Team aus Sevilla ist derzeit Fünfter. Der bislang letzte Heimsieg des Inselclubs gegen die Andalusier ist 13 Jahre her. Vielleicht liegt es auch daran, dass Betis bei den Auswärtsspielen regelmäßig mit einer regelrechten Horde an Fans aufschlägt. Für neutrale Zuschauer ist es ein Highlightspiel.

Die gute Nachricht: Es ist die vorerst letzte knifflige Aufgabe für Real Mallorca. Im restlichen Februar und März geht es gegen Teams, die sich eher auf Augenhöhe bewegen. Und vielleicht motivieren die zwei Millionen Euro Bonus für den zwölften Platz die Fußballer dann doch zu besseren Leistungen.

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