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Trainer Jagoba Arrasate steht bei Real Mallorca vor dem Rausschmiss – Ist die Entscheidung intern schon gefallen?

Vor dem Auswärtsspiel bei Celta de Vigo rangiert Fußball-Erstligist Real Mallorca erneut auf einem Abstiegsplatz. Trainer Arrasate soll wohl gefeuert werden – aber nicht sofort

Real Mallorca lamentierte viel gegen Betis. Hier Neuzugang Zito Luvumbo, der kein allzu vielversprechendes Debüt feierte.  | FOTO: GUILLEM BOSCH

Real Mallorca lamentierte viel gegen Betis. Hier Neuzugang Zito Luvumbo, der kein allzu vielversprechendes Debüt feierte. | FOTO: GUILLEM BOSCH

Ralf Petzold

Ralf Petzold

Real Mallorca soll für den bis Sommer 2027 laufenden Vertrag des Trainers Jagoba Arrasate eine Ausstiegsklausel haben. Mit der könnte der Club den Basken bereits nach der laufenden Spielzeit vor die Tür setzen. Glaubt man den Insidern des Vereins, soll die Entscheidung schon getroffen sein. Die Mallorquiner wollen mit dem Coach die Saison aber noch zu Ende spielen, wohl um Kosten zu sparen. Die Frage ist, ob das eine gute Idee ist. Nach der 1:2-Heimpleite gegen Real Betis aus Sevilla am Sonntag (15.2.) steht der Inselclub mal wieder auf einem Abstiegsplatz.

Erschreckend ist, dass Arrasate Woche für Woche ähnliche Fehler macht und keinerlei Fortschritte im Team zu erkennen sind. Das brasilianische Enfant terrible Anthony von Betis hatte bereits in der Hinrunde seine Spielchen mit Linksverteidiger Johan Mojica getrieben. Nun düpierte der 25-Jährige den überforderten Kolumbianer erneut und legte beide Treffer für Betis auf. Als Mallorcas Abwehrmann in der Schlussphase ausgewechselt wurde, pfiffen ihn die Fans aus. Derlei emotionale Ausbrüche hört man vom sonst eher lethargischen Inselpublikum selten.

„Wir haben die beiden Treffer einfach schlecht verteidigt. Das kann einmal passieren, aber nicht in zwei Fällen“, analysierte Arrasate nach dem Spiel. Dennoch setzt er immer wieder auf die gleichen Protagonisten. Unter seinem Vorgänger Javier Aguirre war die Abwehr ein regelrechtes Bollwerk. Anderthalb Jahre später stellt Real Mallorca mit 39 Gegentreffern die zweitschlechteste Defensive der Liga. Nur Levantes Keeper holte einmal mehr den Ball aus dem Tornetz.

Defensivprobleme und fehlende Entwicklung

Dabei sollte das Team ausreichend individuelle Klasse haben, um besser zu spielen. Mojica wird im Sommer mit Kolumbien zur WM fahren. Sein Gegenüber auf der rechten Seite, Pablo Maffeo, steht im erweiterten Kader der Argentinier. Doch der Ex-Stuttgarter sucht ebenfalls nach seiner Bestform. Und selbst Leo Román spielte gegen Betis verbesserungswürdig. Der Torwart wird seit Wochen von Spaniens Nationaltrainer de la Fuente über den grünen Klee gelobt.

„Die Abwehrarbeit lösen wir nur als Team. Schaffen wir das nicht, wird es schwierig“, sagte Arrasate. „Es deprimiert, auf dem Abstiegsplatz zu stehen. Wir haben noch 14 Spiele Zeit, um in der Tabelle zu klettern. Allerdings werden wir wohl bis zum Schluss gegen den Abstieg kämpfen müssen.“

Dabei ist die Zielsetzung des Vereins, sich zu den Top-10-Clubs Spaniens zu gesellen. Zumindest war das die Aufgabe Arrasates. Derzeit beträgt der Abstand zum rettenden Ufer einen Punkt. Die nächsten zwei Aufgaben sind knifflig, wobei beide Gegner zu einem günstigen Zeitpunkt kommen.

Nächste Partien und Druck auf den Trainer

Am Sonntag (22.2.) tritt Real Mallorca auswärts gegen Vigo an. Die Galicier spielen sowohl am Donnerstag davor als auch danach in der Europa League die Play-offs gegen PAOK Saloniki. Gut möglich also, dass sie mit einer B-Elf antreten. Am Wochenende darauf geht es im Heimspiel gegen Real Sociedad. Die Basken haben dann das Pokal-Halbfinale gegen Athletic Bilbao vier Tage später im Hinterkopf. Arrasate muss liefern, sonst wird er sich wohl kaum bis zum Sommer auf der Trainerbank halten können.

Atlético Baleares in Sa Pobla

Wer an diesem Wochenende Live-Fußball auf der Insel schauen möchte, sollte über das mallorquinische Derby in der vierten Liga nachdenken. Tabellenführer Poblense aus Sa Pobla empfängt am Sonntag (22.2., 12 Uhr) den Dritten Atlético Baleares. Die Eintrittskarten kosten 20 Euro.

Bei noch elf verbleibenden Spielen könnte es die Vorentscheidung für den ersten Platz werden, der den direkten Aufstieg bringt. Die Truppe des Deutschen Ingo Volckmann hat vier Punkte Rückstand auf die Spitze. Der Tabellenzweite Sant Andreu spricht mit zwei Punkten weniger als Poblense ebenfalls noch ein Wörtchen mit.

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