VIP-Tribüne, Jürgen Klopps-Padel-Projekt und Zukunftspläne: Nachgefragt beim neuen Country Club-Chef auf Mallorca
Josep Muñoz wirbt nicht zuletzt um Einheimische. Im MZ-Interview stellt sich der Mallorquiner vor

Josep Muñoz hat nun das Sagen im Country Club. / Nele Bendgens
Der Chefsessel im Country Club in Santa Ponça wird neu besetzt. Die e-motion-Gruppe mit Eigentümer Edwin Weindorfer ernannte vor einem Monat Josep Muñoz zum neuen Leiter der Anlage. Der bisherige Chef Fabian Kainz soll sich künftig um Unternehmenspartner und Sponsoren kümmern. Nach vier anstrengenden Wochen fand der neue Boss am Montag (23.2.) Zeit, um sich im MZ-Interview vorzustellen.
Wie kam es nun zum Chefwechsel?
Wir wollen im Country Club eine neue Etappe einleiten und weiterwachsen. Wir müssen für die mallorquinische Gesellschaft noch offener sein. Fabian Kainz bleibt dem Club erhalten, kümmert sich künftig aber um Geschäftspartner und Events. Ich übernehme das Tagesgeschäft und die Mitglieder.
Sprich Sie übernehmen, weil Sie unter den Mallorquinern vernetzt sind?
Ich habe viele Jahre im Hotel St. Regis Mardavall gearbeitet und kenne mich daher im Umgang mit hochklassigen Kunden aus. Diese Erfahrung will ich nun einbringen. Zudem war ich vor dem Country Club für ein Jahr beim Bendinat Urban Country Club angestellt. Dort haben wir einen Padel-Club aus dem Nichts entstehen lassen und eine Gemeinschaft geschaffen. So stellen wir uns das auch in Santa Ponça vor.
Wie lief der erste Kontakt ab? Sind Sie auf Edwin Weindorfer zugegangen?
Er ist auf mich zugekommen. Ein Bekannter hatte mich empfohlen. Letztlich passe ich einfach gut hierher. Neben dem ATP-Tennisturnier gibt es hier zwölf Monate im Jahr einen Mitgliederclub. Die Struktur möchte ich nun mit neuen Projekten verbessern.
Was werden Sie konkret ändern?
Die Basis steht. Die Infrastruktur ist gut, aber weiter ausbaufähig. Wir können uns zudem in der Kundenbetreuung noch verbessern. Das geht mit Konsistenz. Ich muss den Mitgliedern zuhören, auf ihre Bedürfnisse eingehen und ihnen mehr Events anbieten. Die Erfolge kommen dann von alleine.
Ein Ausbau ist bereits in Planung. Wie steht es um das Padel-Center, das gemeinsam mit der Familie Klopp errichtet werden soll?
Da sind noch keine Verträge unterzeichnet. Das wird noch eine Weile dauern. Derzeit haben wir im Club vier Padel-Plätze, die wir gemeinsam mit den Klopps betreiben.
Was heißt gemeinsam?
Wir haben ein geschäftliches Abkommen. Jürgen Klopps Sohn Marc leitet die Padel-Abteilung gemeinsam mit zwei Mitarbeitern vom Country Club. Die Klopps sind nicht ins Tagesgeschäft eingebunden, aber bei der Entscheidungsfindung dabei. Da wollen wir demnächst die App Playtomic nutzen, damit die Spieler die Plätze online buchen können.
Birgt das nicht Konfliktpotenzial, wenn Fabian Kainz in die zweite Reihe degradiert wird?
Das mag von außen so erscheinen, dem ist aber nicht so. Wir werden gemeinsam an einem Strang ziehen. Seine neue Aufgabe ist extrem wichtig. Ich bin kein Ersatz für ihn, sondern wir ergänzen uns.
Sie haben immer im Südwesten gearbeitet.
Ich bin aus Calvià und stolz darauf. Gerade deswegen will ich den Club für die Mallorquiner zugänglicher machen.
Sie sprechen auch Deutsch?
(Auf Deutsch:) Wir können auch Deutsch sprechen. Englisch und ein bisschen Französisch kann ich auch. Die meisten unserer Mitglieder sind deutschsprachig. Neben Deutschen gibt es auch viele Österreicher und Schweizer. Daher ist Mehrsprachigkeit wichtig.
Das ATP-Turnier im Juni ist das große Aushängeschild. Wie laufen die Vorbereitungen?
Da haben wir noch vier Monate. Das ist viel Zeit. In der vergangenen Woche haben wir unsere neue VIP-Zone vorgestellt. Ein Teil davon ist, dass unsere Mitglieder den Country Club auch während des Turniers nutzen können. In den vergangenen Jahren ging das für etwa zwei Monate vor, während und nach dem Event nicht. Das hat entsprechend für Unmut gesorgt, da die Mitglieder für das ganze Jahr bezahlen. Dieses Jahr kann dann auf einem Tennis-Sandplatz und zwei Padel-Plätzen gespielt werden.

So soll die klimatisierte VIP-Tribüne aussehen. / Country Club
Ein Platz für alle Mitglieder klingt wenig.
Es ist immer noch besser als gar nichts. Viele Mitglieder sind aber auch stolz darauf, dass das Turnier in ihrem Club ausgetragen wird. Als zahlende Kundschaft haben sie dann auch gewisse Vorteile.
Mit der neuen VIP-Zone sollen mehr Schattenplätze geschaffen werden. Zudem gibt es sogar klimatisierte Räume am Spielfeldrand. Das erinnert an die Fußball-WM in Katar. Ist das alles noch nachhaltig und sinnvoll?
Das ist eben einer der Punkte, bei denen wir auf die Mitglieder und Zuschauer hören müssen. Im Juni gibt es auf Mallorca eine brütende Hitze. Der Vergleich mit Katar ist passend. Wir versuchen, durch Baumaßnahmen mehr Schatten zu ermöglichen. Auf der anderen Seite sind die klimatisierten Räume dafür gedacht, unseren Geschäftspartnern und VIPs ein tolles Erlebnis zu bieten.
Stecken Sie in den Gesprächen mit drin, welche Spieler oder auch VIPs zum Turnier eingeladen werden?
Die Mallorca Championships sind mittlerweile eines der wichtigsten Events des Jahres auf Mallorca. Natürlich werden sich dann wieder die Reichen und Schönen blicken lassen. Die Einladungen sind aber Chefsache. Sprich Edwin kümmert sich darum. Fabian steckt dort auch mit drin.
Welche weiteren Events wird es 2026 geben?
Da kann ich Ihnen leider noch keine Schlagzeilen liefern. Außer den bekannten ATP- und WTA-Turnier werden wir weitere internationale Events abhalten. Geplant ist beispielsweise ein Padel-Turnier, da steht aber weder das Datum noch der genaue Rahmen fest. Eines kann ich aber versprechen: Im Country Club wird es künftig noch lebhafter zugehen.
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