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Hochklassiger Sport in Wohnzimmerambiente: So geht es beim Basketball auf Mallorca zu

Fibwi Palma und Palmer Mallorca Basket Palma kämpfen in der zweiten Liga um den Klassenerhalt, während Azulmarino in der Liga Challenge der Aufstieg in die erste Liga kaum zu nehmen sein dürfte

Zwei Spieler von Fibwi Palma bei der Aufstiegsfeier im Sommer 2025.

Zwei Spieler von Fibwi Palma bei der Aufstiegsfeier im Sommer 2025. / MANU MIELNIEZUK

Johannes Krayer

Johannes Krayer

Mallorca war zugegebenermaßen in den zurückliegenden Jahren eher eine Basketball-Diaspora. Die Fans des besten Hallensports hatten keine Möglichkeit, hochklassigen Basketball zu bewundern. Das hat sich in dieser Saison geändert. Sicher, die Insel beherbergt weiterhin keinen Erstligisten, aber immerhin sind gleich zwei Männerteams von der dritten in die zweite Liga aufgestiegen: Fibwi Palma und Palmer Mallorca Basket Palma. Und bei den Damen gibt es mit Azulmarino ebenfalls einen Zweitliga-Club.

Wer jetzt also live zum Basketball will, hat die Qual der Wahl – oder er geht einfach zu allen Partien, die auf Mallorca stattfinden. Die drei Vereine tragen ihre Heimspiele nämlich alle in der Halle von Son Moix aus. Während der Saison spielt also immer irgendein Team zu Hause. Karten an der Tageskasse zu bekommen, ist leicht. Ausverkauft sind die Partien nie. Der Eintritt ist bezahlbar. Die Teams verlangen üblicherweise zehn Euro für Erwachsene, Kinder und Senioren bekommen Rabatt.

Azulmarino hat bisher alle Heimspiele gewonnen

Die größten Chancen auf einen Heimsieg – bislang 100 Prozent – hat, wer sich zu den Damen von Azulmarino begibt. Das Team von Trainer Alberto Antuña ist eine Art Bayer Leverkusen der 1980er- und 1990er-Jahre und hat daheim bisher alle Gegner aus der Halle gefegt. Gute Stimmung auf den Rängen ist garantiert, Grund zum Jubeln gibt es während des Spiels immer wieder. Häufig erzielt Azulmarino daheim 90 oder mehr Punkte. Und zuletzt stellte das Team beim 143:61-Sieg in Sant Feliu de Llobregat gleich mehrere Ligarekorde ein. Bei den beiden Herrenteams müssen Zuschauer auch mal mit einer Niederlage leben.

Alba Torrens (blaues Trikot) ist wieder auf Mallorca aktiv.

Alba Torrens (blaues Trikot) ist wieder auf Mallorca aktiv. / GUILLEM BOSCH

Aber das können die Mallorquiner mit ihrer bisweilen stoischen Gemütslage sehr gut. Die Atmosphäre in der Halle von Son Moix ist – egal, welches Team gerade spielt – äußerst familiär, bodenständig und fast immer friedlich und fair. Die Zuschauer springen nur auf und schimpfen, wenn es mehrere umstrittene Schiedsrichterentscheidungen gegen die eigene Mannschaft hintereinander gibt. Da erhebt sich dann schon mal der Opa aus der zweiten Reihe auf und schreit „Fora d’aquí“ (Haut doch ab) in Richtung der Referees.

Viele Kinder in der Halle

Auffällig ist gerade im Vergleich zu den Spielen von Real Mallorca die hohe Anzahl von Kindern in allen Altersgruppen. Viele von ihnen sitzen auf den Plastikschalen der rund 4.000 Zuschauer fassenden Arena, einige rennen auch auf den bestens dafür geeigneten Umgängen durch die Halle. Wieder andere gehören zu Schulmannschaften und dürfen in Auszeiten oder der Halbzeit auf die Körbe werfen. Wenn gerade die Profis spielen, sitzen sie nur wenige Meter entfernt vom Spielfeld auf dem Boden. Von Kleinkindern bis Großeltern sind hier in der Halle alle vereint.

Wen der Hunger überfällt, der kann aus Pizzabaguettes oder den legendären überdimensionierten bestimmt 40 Zentimeter langen palmeras de chocolate auswählen, die das Potenzial besitzen, einer ganzen Großfamilie einen Zuckerschock zu verpassen. Man hat das Gefühl, dass sich viele der regelmäßigen Besucher untereinander kennen. Immer wieder wird einander zugewunken oder in der Halbzeit ein Schwätzchen gehalten.

So ist die Lage bei den Herren-Teams

Auf dem Feld dagegen kämpfen vor allem die Spieler der beiden Herrenteams um jeden Ball. Für sie geht es in den verbliebenen Spielen um den Klassenerhal. Besser sieht das momentan für Fibwi Palma aus. Die Mannschaft hat bereits neun Siege auf dem Konto, allerdings die letzten vier Partien verloren. Palmer Basket steckt mit nur sechs Siegen mitten im Abstiegskampf und muss bis Saisonende noch einige Siege holen. Fibwi Palma tritt am Sonntag (22.3.) um 18 Uhr in Son Moix gegen Oviedo und nur eine Woche später ebenfalls daheim gegen Monbus Obradoiro an. Palmer Basket hat erst am Osterwochenende das nächste Heimspiel. Alle Infos zu den Spielen gibt es auf der Seite des Verbandes.

Azulmarino hat nur noch ein letztes Duell daheim auszutragen: am 18. April gegen Real Canoe aus Madrid. Verloren hat das Team bisher erst einmal: Beim Auswärtsspiel bei Celta Femxa Zorka in Vigo unterlag Azulmarino knapp mit 74:77. Diese Niederlage führte dazu, dass die Liga spannend blieb, denn auch Celta hat erst einmal verloren – gegen Azulmarino im Hinspiel. Die Mallorquinerinnen sind also aufgrund des gewonnenen direkten Vergleichs Tabellenführerinnen und hechten dem direkten Aufstieg in die erste Liga entgegen. Dafür haben sie sich im Lauf der Saison unter anderem mit der früheren spanischen Nationalspielerin Alba Torrens verstärkt.

In der Liga Challenge stehen noch sechs Partien an. Azulmarino dürfte, sollten nicht alle Stricke reißen, die Hauptrunde als Tabellenerste beenden. Damit wäre der Mannschaft der direkte Aufstieg sicher.

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