Kleiner Segel-Leitfaden: Was man als Zuschauer zu Beginn der Regatta Princesa Sofía in Palma wissen muss
Bei der Regatta Princesa Sofía treffen sich ab Freitag (27.3.) die Olympia-Segler in der Bucht von Palma zum Auftakt in die Saison.

Beim 470 Mixed sitzt der Steuermann meist / Privat
470 Mixed, 49er, Formula Kite, Ilca, IQ Foil und Nacra 17 klingen in erster Linie nach komplizierten Computerprogrammen oder Waschmitteln. Dabei handelt es sich um die olympischen Segelklassen. Ab Freitag (27.3.) sind die Spitzensportler eine Woche lang in der Bucht von Palma unterwegs. „Der Trofeo Princesa Sofía ist das größte Segelevent der Welt“, sagt Ferran Muniesa, sportlicher Leiter der Regatta und Chef des Club Náutico Arenal, der neben Can Pastilla und Palma den Wettkampf ausrichtet. 870 Boote haben sich für den Saisonstart angemeldet.

Nur im Ilca ist man allein im Boot / EFE
Wichtige Orientierung für die Olympischen Spiele
„Viele Länder werden die Regatta nutzen, um eine Vorauswahl der olympischen Teams zu treffen“, sagt Muniesa. Die Regatta 2027 wird direkt die Qualifikation für die Olympischen Spiele in Los Angeles darstellen. Großer Sport also, von dem man als Zuschauer aber nur wenig mitbekommt. „Es stimmt, dass es von Land aus schwierig ist, den Überblick zu behalten“, sagt der Sportdirektor. „Schulklassen bieten wir an, mit dem Boot rauszufahren, um die Regatta aus der Nähe zu betrachten.“ Eine Bühne aufzubauen, von der aus ein Moderator das Geschehen kommentiert, sei wegen der Größe der Bucht nicht möglich. „Wir tragen die Regatta nicht an einem, sondern an drei Punkten aus“, sagt Muniesa. Die Kitesurfer sind auf Höhe des Palma Aquariums unterwegs, die Windsurfer vor Portitxol, die Segler in Arenal.

Beim 49er hängen beide Segler in den Seilen / EFE
Die Mindestpunktzahl ist entscheidend
Je nach Klasse gibt es mehr oder weniger Läufe pro Tag. „Meist geht es um 11 und 14 Uhr los. Wobei wir abhängig von den Windverhältnissen sind“, sagt der Leiter. Auf der Website (trofeoprincesasofia.org) gibt es aktuelle Informationen. Das Format ist bei allen Klassen gleich: Ein Wettrennen, bei denen der schnellste Segler oder Surfer die Mindestpunktzahl bekommt. Wer am Ende des Wettkampfs die wenigsten Zähler hat, gewinnt.
Die Skipper haben vier verschiedene Boote. „Die 470er-Klasse ist der alte Haudegen“, sagt Muniesa. „Seit den 70er-Jahren ist sie olympisch.“ Bis zu den Spielen in Tokio 2020 waren Frauen und Männer getrennt, seither sitzen je eine Frau und ein Mann im Boot. Die Zweimann-Jolle gilt als klassische Einsteigerdisziplin. Der Name kommt von der 4,70 Meter langen Bootslänge. „Sie ist die 50 Zentimeter längere Variante der 420er-Jugendklasse. Der 470er lässt sich einfach segeln, ist vergleichsweise günstig und die Segler brauchen kein großes Team zur Hilfe.“

Auch die Windsurfer setzen auf die Foiltechnologie / EFE
Die Klasse mit der meisten Aufmerksamkeit
Das Schiff hat drei Segel. Der Steuermann kümmert sich neben dem Steuer um das Großsegel. Im Gegensatz zu anderen Bootsklassen sitzt er. Der Vorschoter hängt im Trapez, um mit seinem Gewicht für eine optimale Lage des Boots zu sorgen. Er hat die Konkurrenz im Blick und kümmert sich um die kleineren Segel Fock und Spinnaker. Die Mallorquinerin Marta Cardona ist in dieser Klasse sehr erfolgreich.
Die 49er-Klasse bekommt bei Olympia meist die größte Aufmerksamkeit. „Durch sie ist Segeln zu einem Sport geworden, bei der körperliche Fitness extrem wichtig ist“, sagt Muniesa. Auch hier kommt der Name von der Bootslänge von 4,90 Meter. Männer und Frauen haben getrennte Klassen. Die Damen nutzen etwas kleinere Segel. Anders als beim 470er wird hier der Bootstyp Gennaker benutzt, bei dem eine Seite etwas länger als die andere ist. Beide Crewmitglieder hängen im Trapez. Der 49er ist deutlich schneller als der 470er. Paula Barceló ist die bekannteste Inselseglerin hier.

Hinter dem Namen Nacra 17 versteckt sich ein Katamaran. / EFE
Die teuerste Klasse
Beim Nacra 17 handelt es sich um einen 17 Fuß (5,2 Meter) langen Katamaran. „Seit den Spielen von Tokio wird die Foil-Technologie benutzt, die das Boot aus dem Wasser hebt. Es ist ein Spektakel“, sagt Muniesa. Hier wird auf ein gemischtes Team gesetzt. Beide Segler hängen im Trapez. „Die Nacra-Klasse ist etwas teurer als die anderen. Meist steigen Segler um, die in anderen Booten erfolgreich waren und sich neue Ziele suchen.“ So auch der Menorquiner Joan Cardona, Bronzesieger in der indes abgeschafften Finn-Klasse in Tokio.
Ilca 6 und Ilca 7 sind die neuen Namen der früheren Laser-Klasse. Die Zahl steht für die Masthöhe, wobei die Männer den größeren benutzen. „Es ist eines der weitverbreitetsten Boote der Welt“, sagt Muniesa. 340 gehen alleine bei der Sofía an den Start. Für die Einhand-Segeljolle ist viel Kraft und eine gewisse Körpergröße nötig. „Ein Mann sollte nicht kleiner als 1,80, eine Frau nicht kleiner als 1,70 Meter sein.“ Hier wird alleine gesegelt. „Das ist charakterabhängig. Wer kein guter Teamplayer ist, entscheidet sich für die Ilca-Klasse.“

Beim 470 Mixed sitzt der Steuermann meist / EFE
Zuletzt gibt es noch die Wind- (IQ Foil) und Kitesurfer (Formula Kite), die jeweils eine Klasse für Männer und eine für Frauen haben. Alle setzen auf die Foiltechnologie, was nett anzuschauen ist. „Die Kitesurfer kommen auf 70 km/h, die Windsurfer auf 55 km/h. Helm und eine Schutzweste sind Pflicht, da es beim Aufprall auf die Wasseroberfläche zu schweren Verletzungen kommen kann“, sagt Muniesa. Beide Klassen sind verhältnismäßig jung.
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