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"Hatte es mir anders ausgemalt": Rafael Nadal weiht sein renoviertes Museum ein - und hat direkt etwas auszusetzen

Das Museum ist nun mehr auf den Sportler fokussiert und weniger auf Videospiele

Rafael Nadal weiht sein renoviertes Museum ein

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Ralf Petzold

Ralf Petzold

Ein Dutzend Kameras, mehr als 50 Journalisten, internationale Fernsehteams - ein gewöhnliches Museum würde wegen einer Renovierung wohl nicht so einen Medienrummel verursachen. Es ist jedoch seine Majestät Rafael Nadal, der am Donnerstag (14.5.) zum Pressetermin geladen hat. Das Interesse an Mallorcas Tennislegende ist auch zwei Jahre nach seinem Karriereende ungebrochen. Eine Tatsache, die dem 39-Jährigen gar nicht so lieb ist.

"Ich bin offen und ehrlich: Ich hatte mir das Museum anders ausgemalt, als es letztlich geworden ist", sagte Nadal später bei einer Pressekonferenz auf MZ-Frage. "Ich wollte, dass der Sport im Mittelpunkt steht und nicht so sehr meine Person. Im Tennis war ich besser als die meisten Menschen - nicht als alle. Im Leben bin ich aber ein ganz normaler Typ."

Die Renovierung hat der Mallorquiner in die Obhut seiner Vertrauensleute gegeben. "Das habe ich auch während der aktiven Karriere immer so gehandhabt, dass wir Entscheidungen im Team getroffen haben", sagte Nadal. Seine Mitarbeiter gehen gewiss nicht so bescheiden mit dem Vermächtnis des 22-fachen Grand Slam-Siegers um. "Das Museum zeigt den Generationen, die Rafa nicht live sehen konnten, warum er eine Legende ist", sagte ein Pressesprecher.

Was es im neuen Nadal-Museum zu sehen gibt

Das Museum befindet sich weiterhin links vom Haupteingang der Tennisakademie in Manacor. Durch einen Tunnel geht es in die heiligen Hallen. Ein Video wird gezeigt, in dem Rafael Nadal direkt den Staffelstab an andere Sportler abgibt. "Auch sie waren mal Kinder mit Träumen", sagt der Tennisspieler auf dem Bildschirm.

Und um sie dreht sich auch der erste Raum. Es gibt kaum eine Sportlegende dieser Welt, die keinen persönlichen Gegenstand hinterlassen hat. Zu sehen sind Trikots von Cristiano Ronaldo, Lionel Messi, Michael Jordan, LeBron James, ein Helm von Tom Brady und von Marc Márquez. Wem diese Namen auf Anhieb nichts sagen, findet auf einem interaktiven Bildschirm Steckbriefe.

Nadals Trikotsammlung.

Nadals Trikotsammlung. / Isaac Buj

Auch im nächsten Flur werden die Besucher mit einbezogen. Es wird die beliebteste Sportart gesucht. Per Knopfdruck kann man eine Stimme abgeben. Fußball ist derzeit mit gut 2.500 Stimmen auf dem ersten Platz, Stabhochsprung ist mit 402 Fans auf dem letzten.

Plötzlich steht Rafa im Raum

Damit wäre der allgemeine Teil schon abgearbeitet und es fokussiert sich alles auf Rafael Nadal. Der nächste Raum ist eine Art Kinderzimmer. Die Ausstellungsstücke umfassen Murmeln, mit denen der kleine Mallorquiner spielte oder seine Fußballkartensammlung. Während der Pressevorführung mischte sich der Sportler zunächst unbemerkt von der Menge unter das Publikum. "Das hier war mein erster Tennisschläger. Den haben wir aus irgendeiner Kiste gekramt", sagte er beiläufig. "Wenn du hindurchschaust, siehst du meine erste Trophäe."

Zeitsprung: Im nächsten Raum ist Nadal bereits der Sandplatzkönig. Das Zimmer ist in dem rötlichen Farbton des Platzes gehalten. Die Trikots seiner Siege sind nicht gewaschen und sehen entsprechend aus. Auf Videobildschirmen sind einzelne Punkte zu sehen, die sich der Mallorquiner erkämpfte. Es geht weiter in eine Umkleidekabine, in der Nadals farbenfrohe Nike-Kollektion an Shirts, Schuhen und Stirnbändern ausgestellt ist.

Der nächste Stopp ist in einem Fernsehzimmer. Der Pressesprecher bittet darum, auf Videoaufnahmen zu verzichten, um den künftigen Besuchern Überraschungen nicht zu verderben. In der Doku geht es um die "Big Three" - Nadal, Djokovic und Federer.

Doch noch ein paar Videospiele

An Tennisschlägern diverser Weltranglistenerster vorbei geht es in ein Spielzimmer. Früher war das Museum mit zahlreichen Videospielen und Simulatoren ausgestattet. Ein paar Spiele gibt es noch, sie sind jedoch fast alle auf Nadal und den Sport zugeschnitten: ein Reflextest, ein Messgerät der Sprunghöhe, ein Quiz, ob ein Ball im Feld oder doch im Aus gelandet ist, ein Bewegungsscanner, bei dem Nadals Bewegungen nachgeahmt werden müssen.

Die Treppe hinab geht es bereits auf die Zielgerade des Rundgangs zu. Es können Nadals Teilnahmen am Davis-Cup und den Olympischen Spielen bewundert werden. Und zuletzt das wohl größte Highlight: die Originaltrophäen der 22 Grand Slam-Siege. Im letzten Raum gibt es erneut eine Doku, die auf drei Wänden ausgestrahlt wird. "Was zeichnet eine Legende aus?", so der Titel.

Rafael Nadal bei der Pressekonferenz.

Rafael Nadal bei der Pressekonferenz. / Isaac Buj

Was Nadal zu seinem Museum und zu seiner Zeit nach der Karriere sagt

Rafael Nadal selbst wird wohl eher selten im Museum anzutreffen sein. "Ich mag es nicht, Fotos und Videos von mir zu sehen. Heute hier zu sein, lässt aber schon schöne Erinnerungen hochkommen", sagte er bei der anschließenden Pressekonferenz. Besonders der Raum mit seinen Sachen aus Kindertagen habe es ihm angetan.

Immer wieder betonte er, dass er eigentlich kein besonderer Mensch sei. "Die Zahlen sind wie sie sind", sagte er zu seinen Erfolgen. "Wenn ich mal ausgehe - was selten vorkommt - freuen sich die Leute, mich zu sehen. Das freut mich wiederum."

Den Profisport vermisse er nicht. "Er ist nicht gesund. Ich bin dankbar, dass mein Sohn mich spielen sehen und mit mir reisen konnte. Mein Platz ist aber nicht mehr auf dem Feld", so Nadal, der zudem gefragt wurde, ob er nicht lieber seine Karriere eher hätte beenden sollen. In den letzten Momenten quälte sich der Sportler von Verletzungen geplagt über den Platz. "Den besonderen Abschied brauchen nur Leute mit großem Ego. Ich habe bis zum Schluss alles gegeben und war überzeugt, dass ich nochmal an die 100 Prozent herankommen kann." Im Nachhinein betrachtet hätte er aber doch lieber früher den Schlussstrich gezogen, um sich Operationen und Schmerz zu ersparen.

Netflix-Doku kommt am 29. Mai

In zwei Wochen wird es mit einer Netflix-Doku zudem einen noch persönlicheren Einblick in das Leben des Sportlers geben. "Die Leute sagen immer, die Geburt eines Kindes sei der schönste Moment. Das kann ich nicht bestätigen. Ich war einfach nur völlig erschrocken." Seine beiden Söhne seien dennoch nun seine Welt. "Die restliche Zeit verbringe ich mit der Akademie, meiner Stiftung und Verpflichtungen gegenüber Sponsoren. Damit bin ich gut beschäftigt."

Das renovierte Nadal-Museum ist ab sofort geöffnet. Tickets kosten 25 Euro pro Person, Residenten zahlen 17,50 Euro. Wer zudem eine Führung über das Akademiegelände haben möchte, zahlt 10 Euro zusätzlich.

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