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Das Wunder bleibt aus: Real Mallorca steigt in die zweite Liga ab

Die Mallorquiner gewannen zwar gegen Oviedo, die Konkurrenz spielte aber nicht mit

Real Mallorca und ist nun Zweitligist.

Real Mallorca und ist nun Zweitligist. / DM

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Ralf Petzold

Ralf Petzold

Das war's: Real Mallorca ist in die zweite Liga abgestiegen. Das erhoffte Wunder blieb aus. Der 3:0-Sieg am Samstagabend (23.5.) gegen Oviedo reichte nicht aus, um den Klassenerhalt zu schaffen. Die Konkurrenz spielte nicht mit und sorgte für die mallorquinischen Tränen.

Beim Inselclub lief diese Saison so einiges schief. Auch am Samstag stimmte das Timing schon vor dem Anpfiff nicht. Die Mannschaften kamen fünf Minuten zu früh auf das Feld und schoben sich den Ball unter den Pfiffen der Fans zu. Gegner Oviedo stand schon seit Wochen als Absteiger fest. Ein Spitzenspiel sieht anders aus. Das Stadion wirkte leer.

Die Fans entluden ihre Wut nicht nur gegen die eigenen Spieler, die bei der Vorstellung ihr Fett abbekamen, sondern auch gegen die Chefetage. "Vorstand raus", hallte es durch das Stadion. Mit dem Anpfiff unterstützte der Anhang das Team aber.

Spieler und Trainer Martin Demichelis hatten vor dem letzten Spieltag wenig Zuversicht gezeigt. Er könne sich nur entschuldigen, meinte der Argentinier. Mittelfeldspieler Sergi Darder sagte, Real Mallorca habe den Abstieg verdient.

Flotter Beginn

Die Mallorquiner spielten munter nach vorne. Unter gewissen Umständen wäre schließlich ein Schützenfest nötig gewesen. Aus den Strafraumszenen machte Real Mallorca aber zu wenig. Einer der Bedingungen für das Wunder war, dass Levante punktet. Das Team aus Valencia lag bereits in der fünften Minute in Rückstand.

Die erste große Chance bot sich dem Ex-Bochumer Takuma Asano. Frei vor dem Tor schoss er jedoch links vorbei. Toptorjäger Vedat Muriqi machte es kurz später kaum besser. Sein Kopfball aus bester Position ging genau auf den Keeper. Die Gäste aus Oviedo, bei denen Legende Santi Cazorla spielt, beschränkten sich hingegen auf die einfachen Sachen: verteidigen und dann und wann eine Standardgelegenheit. Die große Gegenwehr blieb aus.

Real Mallorca geht in Führung

Kurz vor der Pause ging Real Mallorca in Führung, weil Oviedo mit den Gedanken schon in der zweiten Liga war. Muriqi und Asano traten erst am Ball vorbei. Eine Hereingabe von Maffeo verwertete letztlich Pablo Torre. Asano vergab im Anschluss den Doppelschlag. Das Stadion rastete dennoch aus: Levante hatte getroffen. Sí, se puede - yes we can. Mit dem 1:0 ging es in die Kabine.

Nach Wiederanpfiff gab es die nächsten guten Nachrichten. Girona hatte gegen Elche ausgeglichen. Zu dem Zeitpunkt brauchte Real Mallorca ein weiteres Tor für Girona und "nur" noch ein Gegentor für Osasuna. Dafür wollte Oviedo nun aber doch wieder mitspielen und vergab eine gute Möglichkeit, auf der anderen Seite trafen die Mallorquiner den Pfosten.

Bange Blicke aufs Handy

60. Minute, Getafe ging gegen Osasuna in Führung. Jetzt fehlte nur noch ein Treffer für Girona. Oder das mallorquinische Schützenfest. Das Geschehen im Stadion von Son Moix hatte sich derweil beruhigt. Die Spielstände auf den anderen Plätzen waren deutlich interessanter als der Kick in Palma. Kaum ein Zuschauer schaute auf den Rasen, die meisten klebten am Handy. Zu dem Zeitpunkt herrschte eine beängstigende Stille. Vielleicht lag es auch daran, dass Levante wieder ein Gegentor kassierte.

Dass Real Mallorca durch Manu Morlanes auf 2:0 erhöhte, unterbrach die Trauer nur kurz. Die meisten Fans realisierten so langsam den Abstieg. Die Schreie gegen den Vorstand kehrten zurück. Gleiches gilt für das 3:0 durch Muriqi, wohl dem letzten Treffer des Kosovaren für den Inselclub. Oviedo stellte mittlerweile das Verteidigen gänzlich ein. Das Schützenfest wäre möglich gewesen. Solange Levante verlor, brachte das aber auch nichts.

Abstieg steht fest

Die Herrschaften in der VIP-Loge verließen bereits vor Abpfiff ihre Plätze. Der mallorquinische Anhang, eigentlich bekannt dafür, lieber ein paar Minuten eher zu gehen, blieb hingegen lange nach Schlusspfiff. Die Spieler standen im Mittelkreis und guckten bedröppelt auf die Ränge. Einige weinten, andere waren fassungslos. Fliegende Sitzschalen oder einen Platzsturm gab es nicht. Dafür ist der Mallorquiner zu stoisch. Neben Oviedo und Real Mallorca muss nun auch Girona den Gang in die zweite Liga antreten.

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