Wie Mallorcas Fußballer bislang bei der WM abgeschnitten haben
Der in Palma geborene Chadi Riad spielt mit Marokko bei der Fußball-WM. Und er ist nicht der einzige Spieler oder Trainer mit Inselbezug. Eine Übersicht

Chadi Riad (Nummer 18) bekam vom „kicker“ eine der besten Noten für seinen Einsatz gegen Brasilien. | FOTO: MOREIRA/EFE
Aller guten Dinge sind drei: Am Sonntag (14.6.) hat Mallorca offiziell den dritten Nationalspieler hervorgebracht, der jemals bei einer WM im Einsatz war. Nach Miquel Àngel Nadal (1994, 1998, 2002) und Marco Asensio (2018 und 2022) mischt nun auch Chadi Riad beim größten Fußballturnier der Welt mit. Der in Palma geborene Sohn von Marokkanern läuft für das Heimatland seiner Eltern auf. Der Innenverteidiger, der beim Premier-League-Club Crystal Palace sein Geld verdient, überzeugte beim 1:1-Unentschieden gegen Brasilien.
Chadi Riad lernte das Kicken bei Atlético Rafal. Der Verein spielt an dem Platz an der Autobahnbrücke von Son Gotleu in Palma. Schnell wurden die Scouts von Real Mallorca auf Riads Talent aufmerksam und verpflichteten ihn. Zum Bruch mit dem Verein kam es, als der Abwehrspieler 15 Jahre alt war. Chadi Riad hatte Angebote großer Teams vorliegen und wechselte in die Masia, die Jugendabteilung des FC Barcelona. Zuvor standen aber noch einige Monate mit Real Mallorca auf dem Programm. Die Clubverantwortlichen fühlten sich von dem Nachwuchstalent hintergangen und ließen ihn die restliche Zeit auf der Tribüne schmoren und abseits der Mannschaft trainieren.
Chadi Riads Weg zur WM
Seine ersten Schritte im Profifußball machte Riad bei einer Leihe zu Sabadell, wo er mit 17 Jahren zum jüngsten Spieler in der Zweitligageschichte des Clubs wurde. Bei Barça reichte es meist nur für die zweite Mannschaft, nur in der Saison 2022/2023 durfte der Mallorquiner mal unter Xavi Hernández bei den Profis ran. Der Durchbruch erfolgte bei einer Leihe zu Real Betis. Die Sevillaner warben ihn ab und verkauften ihn mit Gewinn an Crystal Palace weiter. Dort erholte sich Chadi Riad in der vergangenen Saison von einem Kreuzbandriss und wurde pünktlich zur WM fit. Am Samstag (20.6.) sind die Marokkaner gegen Schottland im Einsatz, zum Abschluss der Gruppenphase geht es gegen Haiti.

Javier Aguirre beim Spiel Getafe CF and RCD Mallorca im Mai 2024. / AFP7 via Europa Press
Auch andere Spieler und Trainer, die einen Bezug zur Insel haben, haben einen erfolgreichen WM-Auftakt gefeiert. Trotz seiner diversen Erfolge wurde Trainer Javier Aguirre bei Real Mallorca als nicht gut genug empfunden. Nach seinem Abschied vor zwei Jahren kehrte der Mexikaner auf den Posten des Nationaltrainers seines Heimatlandes zurück. Beim 2:0-Auftakt gegen Südafrika bekleckerte sich sein Team zwar nicht gerade mit Ruhm. Mit einem Sieg gegen Südkorea in der Nacht auf Freitag (19.6.) dürfte der Einzug ins Sechzehntelfinale sicher sein. Dort geht es gegen seinen ehemaligen Schützling Kang-in Lee, der mit Paris-Saint Germain die Champions League gewann. Im dritten Spiel wartet Tschechien. Neben Aguirre auf der Bank: der mallorquinische Co-Trainer Toni Amor.
Aguirre, Larin und weitere Bekannte
Cyle Larin brauchte mehrere Trainer und Anläufe, ehe er nun wieder sein sportliches Glück fand. Im Sommer 2023 wechselte der Kanadier für 7,5 Millionen Euro auf die Insel, spielte aber selten gut. Zuletzt legte er sich sogar noch mit den Fans an. Vor einem Jahr verlieh Real Mallorca den Stürmer an Feyenoord Rotterdam. Die Lage besserte sich nicht. Schon im Winter gaben die Niederländer den 31-Jährigen mit besten Wünschen zurück. Beim FC Southhampton in der zweiten englischen Liga funktionierte der Torriecher wieder. Acht Tore in 16 Einsätzen später legten die Engländer drei Millionen Euro für Larin auf den Tisch. Beim WM-Auftakt gegen Bosnien kam, sah und traf der Kanadier zum 1:1-Endstand. Beim zweiten Spiel in der Nacht auf Freitag gegen Katar könnte er in der Startelf stehen.

Cyle Larin bejubelt seinen Treffer mit den Teamkollegen. | FOTO: RCDM / DM
Mit Pervis Estupiñán (Ecuador), Ante Budimir (Kroatien), Take Kubo (Japan), Thomas Partey, Abdul Baba Rahman (jeweils Ghana) und Dennis Hadzikadunic (Bosnien) gibt es weitere Ex-Real Mallorca-Profis, deren mitunter kurze Zeit auf der Insel aber länger zurückliegt. Vom aktuellen Kader waren Samu Costa (Portugal) und Johan Mojica (Kolumbien) am Mittwoch bei der WM im Einsatz: Portugal kam gegen die Demokratische Republik Kongo nicht über ein 1:1 hinaus, Kolumbien startete mit einem 3:1-Sieg gegen Usbekistan.
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