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Umfrage unter Mallorca-Deutschen: Welche Bedeutung hat für Sie das Katalanische?

Online-Umfrage: In ihrer Doktorarbeit erforscht eine Mallorquinerin, was Deutsche auf der Insel von Katalanisch halten und welche Sprachpolitik sie sich wünschen

Sprechen Sie Katalanisch im Alltag?

Sprechen Sie Katalanisch im Alltag? / Amengual

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Frank Feldmeier

Frank Feldmeier

Warum als Mallorca-Auswanderer Katalanisch lernen? Was beeinflusst die Entscheidung für oder gegen die Inselsprache? Welcher Bedeutung messen die Neu-Residenten überhaupt dem Mallorquinischen zu? Diesen Fragen geht Catalina Amengual in ihrer Doktorarbeit nach, der Titel lautet: „Sprachliche Ideologien und die Entscheidung, eine Minderheitensprache zu lernen und zu verwenden: der Fall der erwachsenen Migranten und des Katalanischen auf Mallorca“.

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Auch deutsche Mallorca-Residenten werden gesucht. / Amengual

„Ich möchte verstehen, welche Sprachbedürfnisse diese Personen tatsächlich haben und wie man diesen im Rahmen der Sprachpolitik gerecht werden kann“, erklärt die Katalanisch-Absolventin der Balearen-Universität (UIB), die derzeit mit einem Stipendium des Irish Research Council an der Dublin City University promoviert. Bislang gebe es zu dem Thema noch sehr wenig Forschung, so Amengual – und das, obwohl heute knapp die Hälfte der Balearen-Bevölkerung nicht auf den Inseln geboren ist und die Sprachpolitik immer wieder heftige Kontroversen auslöst.

Brezel, Mate-Tee, Baklava: Deutsche, Argentinier und Marok-kaner können teilnehmen.  | F.: AMENGUAL

Brezel, Mate-Tee, Baklava: Deutsche, Argentinier und Marok-kaner können teilnehmen. / F.: AMENGUAL

Drei Nationalitäten werden befragt

Die Insel-Deutschen sind neben Argentiniern und Marokkanern eine von drei Nationalitäten, die die Mallorquinerin aus Lloseta für ihre Doktorarbeit befragt, unabhängig davon, ob sie etwas Katalanisch können, vielleicht noch lernen möchten oder gar nichts damit am Hut haben wollen. Alle drei Untersuchungsgruppen sind auf der Insel stark vertreten, haben aber unterschiedliche „soziolinguistische Bedürfnisse“. Abgesehen davon, dass Argentinier Spanisch als Muttersprache beherrschen, verweist Amengual auf Unterschiede bei Bildungsabschlüssen und Arbeitsbranchen. Vereinfacht gesagt: Europäer und Argentinier arbeiten häufiger im Dienstleistungssektor, Marokkaner auf dem Bau oder in der Landwirtschaft.

Bitte Sprache wählen!

Bitte Sprache wählen! / Amengual

Laut einer Studie von 2017 verwenden mehr als 80 Prozent aller Zuwanderer auf den Balearen Spanisch als meistgesprochene Sprache, auch wenn dies nicht ihre ursprüngliche Sprache ist. In der Umfrage von Amengual geht es deswegen zunächst um mögliche Motive fürs Katalanischlernen – mehr Teilhabe, mehr Respekt, den Kindern bei den Hausaufgaben helfen –, aber auch um die Eindrücke von der mallorquinisch sprechenden Bevölkerung: Wirkt sie offen und gastfreundlich? Ist es in Ordnung oder gewünscht, auf Katalanisch angesprochen zu werden? In welchen Situationen bringt man vielleicht selbst Worte darin über die Lippen? Abgefragt werden aber auch die eigenen Wunschvorstellungen vom offiziellen Umgang mit Katalanisch: Wie präsent sollte die Sprache im öffentlichen Leben sein, in den Medien, in der Schule?

In einer zweiten Phase ab Herbst plant Amengual dann persönliche Interviews, um den „mentalen Schemata“ hinter den Einstellungen zur Inselsprache auf die Spur zu kommen. So viel steht schon fest: Was man vom Katalanischen hält, hängt nicht nur von der Sprache selbst ab, sondern auch von deren Sprechern und der Sprachpolitik (Direktlink zur Umfrage).

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