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Spanisch lernen: Vokabeln und Redewendungen zur Unwetterkatastrophe in Valencia

Spanisch lernen: "Barro" und "lodo" sind Ausdrücke für „Matsch“ oder „Schlamm“. Noch schmutziger ist der „fango“

Bei Aufräumarbeiten nach den Überschwemmungen in Paiporta (Valencia).

Bei Aufräumarbeiten nach den Überschwemmungen in Paiporta (Valencia). / Robert Solsona / Europa Press

Tom Gebhardt

Spanien trauert (está de luto). Wer auf der Insel lebt, die Sprache halbwegs spricht und mitverfolgt hat, was in Valencia und anderen Regionen passiert ist, wird spätestens jetzt gelernt haben, wofür die Abkürzung DANA steht: für depresión aislada en niveles altos, also für ein „isoliertes Höhentief “. Und wer schon länger im Land ist, weiß auch, dass dieses Unwetter verursachende Phänomen früher meist gota fría (Kaltlufttropfen) genannt wurde.

Inzwischen ist die wissenschaftliche Bezeichnung DANA so alltäglich geworden, dass sie nicht nur als acrónimo (also als Abkürzungswort) ausgesprochen wird, sondern sich langsam zu einem ganz normalen Substantiv entwickelt: Immer häufiger findet man also die Schreibweise la dana. Man nennt diesen Prozess übrigens la lexicalización del acrónimo. Vielleicht muss man das als linguistisches Symptom dafür werten, inwieweit wir uns daran gewöhnen, dass diese Phänomene immer häufiger werden.

Zum Sinnbild des Unglücks geworden

Fast jede Überschwemmung (la inundación, la riada) bringt große Mengen Matsch oder Schlamm. Die Spanier sprechen wahlweise von el barro oder von el lodo. Und nach der dana de Valencia sind barro und lodo – auch fango wird manchmal als Synonym benutzt –in besonderer Weise zum Sinnbild des Unglücks geworden:

Als eine Delegation der höchsten politischen Vertreter des Staates und der Region das Katastophengebiet besuchten, wurden sie von den verzweifelten Menschen damit beworfen. Die Medien haben das Verb embarrar benutzt, was so viel heißt wie „einmatschen“, „beschmutzen“ oder „besudeln“. Mehr oder weniger gleichbedeutend sind enlodar, enlodazar, enfangar oder embarrialar. Das Gegenteil, also das, was die vielen freiwilligen Helfer gerade tun, wäre desembarrar (von Schlamm, Matsch und Sand befreien).

Während das Wort barro auch „Ton“ oder „Keramik“ heißt, also auch positiv besetzt sein kann, denkt man bei lodo und fango eher an Schlamm, Sumpf und Morast. Gerade das Wort fango kann man auf Spanisch auch für den „Sumpf der Korruption“ benutzen. Auf Katalanisch und Mallorquinisch ist das etwas anders: Schließlich heißt die jährlich stattfindende Töpfermesse in Marratxí fira del fang.

Wortschatz und Redewendungen

  • el agua: Wasser
  • la lluvia: Regen
  • la tierra: Erde
  • la arena: Sand
  • el polvo: Staub
  • el barro: Matsch, Ton, Keramik
  • el lodo: Matsch, Schlamm
  • el lodazal: schlammiges, morastiges Gelände
  • el fango: Schlamm, Morast, Sumpf
  • fangoso: schlammig, sumpfig
  • el pantano: Sumpf, Moor
  • la arena: Sand
  • inundar: überschwemmen
  • destruir: zerstören
  • matar: töten
  • aislar: isolieren
  • incomunicar: isolieren, von der Außenwelt abschneiden (Wörtlich etwa: Kommunikation trennen; gemeint sind aber oft gesperrte Straßen und andere Infrastruktur, nicht unbedingt fehlende Telekommunikation.)
  • mandar: schicken, befehlen, veranlassen, leiten
  • el mando: Befehlsgewalt, Leitung, Steuerung (Manchmal wird auch die „Fernbedienung“ des Fernsehers so genannt.)
  • ¿Quién está al mando? Wer ist der Chef? Wer entscheidet? Wer hat die Verantwortung?
  • asumir el mando (único): die (alleinige) Entscheidungsgewalt an sich nehmen/ sich zum Verantwortlichen machen
  • el mandatario/la mandataria: der/die Regierungschef(in)
  • mandar/enviar ayuda: Hilfe schicken
  • una ayuda de diez mil millones de euros: eine Hilfe von zehn Milliarden Euro (Achtung:Die Spanier sprechen meist von „zehntausend Millionen“.)

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