Wortschatz
Spanisch lernen: Zum Teufel mit der Krippe, die Zeit der Dämone auf Mallorca beginnt
Wenn Himmel und Hölle sich auf der Insel treffen

Der Tanz der Dämonen („el baile de los demonios“) gehört zum Spektakel. | FOTO: QUILLEM BOSCH
Für Mallorquiner ist das ganz normal: Unmittelbar nach Weihnachten und Dreikönigsfest erstürmen die Dämonen (los demonios, beziehungsweise auf Mallorquinisch els dimonis) die Insel. In den Schaufenstern werden die Krippen (los belenes, los pesebres) zur Geburt des Christkindes (el niño Jesús) durch teuflische Masken (las máscaras diabólicas) ersetzt. Und auf den Straßen vereinen sich Weihnachtsbeleuchtung (luces navideñas) mit feuerspeienden Drachen (dragones que escupen fuego) und funkensprühenden Dämonen (demonios chispeantes). Für einen Moment treffen Himmel und Hölle auf unserer Insel zusammen. (Por un momento, el cielo y el infierno se reúnen en nuestra isla.)
Weil die dimonis eindeutig das Sinnbild der Feiern sind, vergisst man manchmal, dass ja eigentlich die Schutzpatronen Namensgeber und somit Protagonisten der Veranstaltungen sein sollten: also Sant Sebastià, der mallorquinische Name für den Heiligen Sebastian, den Schutzpatron von Palma, und Sant Antoni (Heiliger Antonius), der bei der Verkörperung des Kampfs zwischen Gut und Böse (la lucha entre el bien y el mal) den Versuchungen durch den Teufel widersteht (no se deja tentar por el diablo).
Am Ende siegt das Gute
Aufs Minimum reduziert und für jedes Kind verständlich erscheint dieser Kampf in einem der mallorquinischen Sant-Antoni-Volkslieder, das – vom Mallorquinischen ins Spanische übersetzt – so lautet: San Antonio y el demonio jugaban a treinta y uno, el demonio alcanza los treinta, San Antonio treinta y uno. (Sankt Anton und der Teufel spielten Einundreißig, der Teufel kam auf 30 und Sankt Anton auf 31.) Im Klartext: Der Teufel, das Böse, ist sehr mächtig, aber am Ende siegt doch das Gute.
Dabei wird el demonio (Dämon) hier etwa gleichbedeutend mit el diablo (Teufel) oder Satanás (Satan) benutzt. Das gilt auch für den Ausdruck: ¿Qué demonios?/¿Qué diablos? (Was zum Teufel?) Die spanische Rockband Los Zigarros singt zum Beispiel: ¿Qué demonios hago yo aqui? Si solo quiero estar junto a ti y lo demas me da igual. (Was zum Teufel mache ich hier? Wo ich doch nur bei dir sein möchte und mir alles andere egal ist.)
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