"Mit den Rechtsextremen brechen": Tausende Mallorquiner demonstrieren für Erhalt der katalanischen Sprache
Nach der Großdemo in Palma im vergangenen Jahr versammelten sich die Verfechter des Katalanischen dieses Mal im Inseldorf Santa Maria - und sandten ein Warnsignal an die konservative Landesregierung

Tausende kamen am Samstag (10.5.) zur Diada per la Llengua in Santa Maria / Guillem Bosch
Unter dem Motto Ja n'hi ha prou, Sí a la llengua! („Es reicht, Ja zur Sprache!“) haben sich am Samstag (10.5.) Tausende von Menschen auf der Plaça Nova im Inseldorf Santa Maria versammelt, um die katalanische Sprache zu verteidigen und zu feiern - und zeigten sich dabei besonders kritisch gegenüber der konservativen Landesregierung.
Ein Jahr nach der Großdemo
Bereits vor einem Jahr hatten die Verfechter des Katalanischen bei einer Großdemo in Palmas Zentrum für Aufsehen gesorgt. Diesmal wollten die Veranstalter - der Kulturverein Obra Cultural Balear (OCB) und die Plattform Joves per la Llengua - außerhalb der Inselhauptstadt Flagge zeigen, und viele folgten ihrem Ruf.
Um 16.30 Uhr startete die Veranstaltung zunächst mit einem dreistündigen Tanzprogramm, bei dem zahlreiche Gruppen Mallorcas Volkstanz Ball de Bot zum besten gaben. Auch die traditionellen Riesenfiguren kamen zum Einsatz, ebenso mallorquinische Dudelsackspieler (xeremiers).
Dann begannen die Redebeiträge, die sich kämpferisch gestalteten. „Es reicht, Katalanisch zu sprechen, um Mallorquiner zu sein – wir brauchen bessere Integrationspolitik“, erklärte der Sprecher von Joves per la Llengua, Josep Buades, der sich auch für eine Zukunft aussprach, in der das Katalanische „die Normalität auf Mallorca“ sei.
"Mit Vox brechen"
Auch Themen wie der Plan der rechtsextremen Partei Vox, das Katalanische in den öffentlichen Bildungseinrichtungen als Unterrichtssprache zurückzudrängen oder das Katalanische nicht mehr als Voraussetzung zu manifestieren, um im balearischen Gesundheitswesen zu arbeiten, standen im Mittelpunkt vieler Redebeiträge.
Der OCB-Vorsitzende Antoni Llabrés sparte nicht mit Kritik an der balearischen Ministerpräsidentin Marga Prohens und ihrer konservativen Regierung. Konkret forderte er Prohens auf, „die sprachliche Konfrontation zu beenden“ und mit der rechtsextremen Partei Vox zu brechen, die die Minderheitsregierung der Konservativen unterstützt und sich nach Meinung der Sprachverfechter durch "Hassreden gegen das Katalanische" auszeichnet: „Präsidentin Prohens, im Namen der Würde des Volkes, benutze die Sprache nicht als Verhandlungsmasse", so Llabrés.
Gleiche Rechte
„Wir haben das Recht, auf Katalanisch zu leben“, erklärte Llabrés. „Wir fordern nur die gleichen Rechte wie die Sprecher jeder anderen Sprache – nicht mehr und nicht weniger.“ Man verstehe die Veranstaltung als einen Warnruf an die Landesregierung.
Der Tag, an dem zahlreiche Familien teilnahmen, endete damit, dass alle gemeinsam die Hymne von Mallorca anstimmten: La Balanguera. /somo
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