Spanisch lernen: Wenn sich mit der Satzstellung von Adjektiven ihre Bedeutung ändert
„Nochebuena“ heißt „Heiligabend“. Warum Adjektive mal vor und mal nach dem Substantiv stehen

Wunschzettel werden hier als „carta a los Reyes Magos“ (Brief an die Heiligen Könige) verschickt. / CORREOS/EP
Wenn wir unseren mallorquinischen Freunden an Heiligabend (en Nochebuena) einen guten Abend oder eine gute Nacht (una buena noche, buenas noches) wünschen, stellen wir uns vielleicht die Frage, warum spanische Adjektive mal vor und mal nach dem Substantiv stehen. Nicht immer lässt sich das ganz eindeutig erklären. Aber immerhin gibt es ein paar hilfreiche Regeln, die uns beim Lernen der Sprache weiterhelfen können.
Im absoluten Normalfall gilt: Im Gegensatz zum Deutschen stehen spanische Adjektive nach ihrem Bezugswort. Der „grüne Apfel“ wird zur manzana verde und das „kalte Wasser“ zur agua fría. Das gilt insbesondere dann, so erklären es die Grammatikbücher, wenn es sich um sogenannte restriktive Adjektive handelt, also Adjektive, die eine bestimmte Gruppe von Dingen von anderen unterscheidet. Wenn wir von restaurantes caros (teuren Restaurants) sprechen, meinen wir damit eben ganz bestimmte Lokale, im Gegensatz zu den restaurantes económicos (preiswerten Restaurants).
Armes reiches Kind
Wollen wir hingegen betonen, dass es sich um eine grundsätzliche Eigenschaft des Bezugsworts handelt, dann ist dies kein restriktives Adjektiv. Und dann wird es oft vorangestellt. Ein Beispiel wäre: Su amiga apareció con su lujoso Porsche. (Ihre Freundin tauchte mit ihrem luxuriösen Porsche auf.) Hier wollen wir nicht zwischen luxuriösen und nicht-luxuriösen Porsches unterscheiden (restriktiv), sondern heben eine dem Gegenstand inhärente Eigenschaft hervor (nicht restriktiv).
Diese Regel trifft aber längst nicht immer zu. Und verwirrend ist zudem, dass es Adjektive gibt, die ihre Bedeutung verändern, wenn sie entweder vorangestellt oder eben hinten drangehängt werden (siehe Kasten). Mit einem hombre grande meinen wir meist einen „dicken Mann“, aber bei einem gran hombre handelt es sich um einen „bedeutenden Mann“. Mit einer amiga vieja meinen wir eine „alte“, also betagte Freundin, mit der vieja amiga aber eine Person, mit der wir schon lange Zeit befreundet sind. Ein país pobre (armes Land) hat wenig Reichtum, beim Ausdruck pobre país reden wir von einem „bedauernswerten Land“. Kein Widerspruch also: ¡Pobre niño rico! – „Armes reiches Kind!“

Der Wortschatz zum Thema. / MZ
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