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Wortschatz

Spanisch lernen: Tipps zur Orientierung beim Lernen der Himmelsrichtungen

"Este" und "oeste" klingen auf Spanisch fast gleich. Bei Norden und Süden gibt es weniger Verwirrung

Mit der „brújula“ (Kompass) im Handy schauen, „dónde sale el sol“ (wo die Sonne aufgeht).

Mit der „brújula“ (Kompass) im Handy schauen, „dónde sale el sol“ (wo die Sonne aufgeht). / ÁNGEL DÍAZ/EFE

Tom Gebhardt

Tom Gebhardt

Um von A nach B zu kommen, benutzen wir im 21. Jahrhundert meist weder Landkarte (el mapa) noch Stadtplan (el plano de la ciudad), geschweige denn einen Kompass (una brújula). Unser Handy (el móvil) weist uns den Weg. Die Himmelsrichtungen (los puntos cardinales) spielen dabei kaum mehr eine Rolle, denn Google Maps müssen wir nicht „einnorden“ (buscar el norte). In unserer Alltagssprache gibt es aber viele Ausdrücke, die aus einer Zeit stammen, in denen Winde (los vientos) und Sonnenstand (la posición del sol) eine wichtige Rolle spielten. Also brauchen wir die Vokabeln im Grundwortschatz.

Das beginnt schon beim Wort „Orientierung“ (la orientación), das mit dem Wort „Orient“ (el oriente) verwandt ist. Wer „sich orientiert“ (orientarse), macht sich klar, wo die Sonne aufgeht, wo also Osten ist. Bei Landkarten oder am Sternenhimmel der Nordhalbkugel (el firmamento del hemisferio norte) sucht man eher den Norden. Von Personen, die im übertragenen Sinne die Orientierung verloren haben oder sogar vom rechten Weg abgekommen sind, sagen wir auf Spanisch, que han perdido el norte (also, dass sie „den Norden verloren“ haben).

Norden, Süden, Westen und Osten auf Spanisch

Wirklich unpraktisch ist auf Spanisch, dass este (Osten) und oeste (Westen) fast identisch geschrieben und ausgesprochen werden. Für deutschsprachige Spanischlerner noch unpraktischer: Der spanische Westen wird deshalb mit „O“ abgekürzt und der Osten mit „E“. Bei norte (Norden) und sur (Süden) gibt es zum Glück weniger Verwirrung.

Früher waren die Himmelsrichtungen eng mit den Namen für die verschiedenen Winde verknüpft. Im Mittelmeerraum bezeichnet levante den Ostwind, die Ostküste oder den Osten. Der Begriff leitet sich von levantar (sich erheben) ab, denn levante ist dort, wo die Sonne aufgeht. Westwind oder der Westen ist entsprechend poniente, wo die Sonne untergeht (donde se pone el sol). Der Nordwind kommt (vom alten Rom aus gesehen) über die Berge, daher der Begriff Tramontana, der auch für das mallorquinische Tramuntana-Gebirge namensgebend ist. Migjorn (abgeleitet vom „Mittag“) bedeutet Südwind oder Süden, weil mittags dort die Sonne steht.

Der Wortschatz zum Thema.

Der Wortschatz zum Thema. / MZ

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