Cervantes-Zitate
Spanisch lernen auf Mallorca: Wie Sie mit Cervantes-Zitaten clever angeben können
Ob Politik, Alltag oder Smalltalk: Mit diesen Sprichwörtern aus Don Quijote haben Sie für fast jede Situation den passenden Cervantes-Satz parat

Goldgrube für Redensarten: Cervantes’ „Don Quijote“, hier dargestellt in einer Ballettaufführung. / M. BRUQUE/EFE
Lust auf Schlammeiern in Ihrer Lieblingsfremdsprache? Ein wichtiges Werkzeug dabei sind Sprichwörter, die sich nahezu universell einsetzen lassen. Wenn diese außerdem schon von Cervantes gebraucht wurden, verpassen Sie Ihrer Klugscheißerei gleich noch das perfekte Gütesiegel. Also lohnt es sich, für jede Gelegenheit, das richtige Zitat von Don Quijote oder Sancho Panza parat zu haben. Lesen Sie hier eine Auswahl!
Ein Cervantes-Spruch passt fast immer
"Del dicho al hecho hay mucho /gran trecho." Das bekommen Sie eigentlich bei fast jedem Gesprächsthema irgendwie unter. Übersetzen lässt sich der Spruch etwa mit: „Zwischen Gesagtem und Getanem liegt ein weiter Weg.“ Will heißen: „Gesagt ist noch nicht getan.“ Bringen Sie es zum Beispiel an, wenn jemand über die Ankündigungen der Balearen-Regierung redet, man wolle mit der Ferienvermietung strenger umgehen, oder über die Pläne aus Madrid, ein Social-Media-Verbot für Jugendliche einzuführen: "Bueno, vamos a ver si al final se hace o no. Como ya le dijo don Quijote a Sancho Panza: Del dicho al hecho hay gran trecho." ("Na ja, schauen wir mal, ob es am Ende auch gemacht wird oder nicht. Denn wie schon Quijote seinerzeit zu Sancho Panza sagte: Gesagt ist noch lange nicht getan.")
Mit lateinischer Redensart nachlegen
Wer Schlaumeier mäßig noch eins drauflegen will, kann den Ursprung der Wendung in der sehr empfehlenswerten mehrsprachigen Sprichwörter-Suchmaschine (dem refranero multilingüe) des Cervantes-Instituts nachschlagen. Dort wird vermutet, dass der Ausdruck eine Anpassung folgender lateinischer Redensart war: "Loqui facile, praestari difficile." (Etwa: „Reden ist leicht, erfüllen schwierig.“)
Falls Ihre Gesprächspartner Ihrer langen Erklärungen schon etwas überdrüssig sein sollten, sagt jemand vielleicht: "Vale, ya lo he entendido." (Okay, ich habe es schon verstanden.) Statt nun eingeschnappt zu schweigen, sollten Sie unbedingt die goldene Gelegenheit nutzen, gleich den nächsten klugen Cervantes-Spruch anzubringen: "A buen entendedor pocas palabras bastan. "(Für einen guten Versteher genügen wenige Worte.) Damit loben Sie Ihr Gegenüber und erheben es fast so hoch wie das Ross, auf dem Sie selbst sitzen.

Einige Cervantes Zitate / Tom Gebhardt
Gegenseitige Hilfe: „Hoy por ti, mañana por mí“
Don Quijote, das Hauptwerk von Miguel de Cervantes, ist von Sprichwörtern und Lebensweisheiten nur so gespickt. Aber sie sind freilich keine Erfindung des Autors, sondern vielmehr eine Sammlung der Redensarten, die zu seinen Lebzeiten (also im 16. und 17. Jahrhundert), bekannt und gebräuchlich waren. Viele von ihnen sind antiken Ursprungs und finden sich beispielsweise auch in der Bibel, sodass es sie in sehr ähnlicher Form auch im Deutschen gibt. Ein Beispiel dafür sind Wendungen wie "Hoy por ti, mañana por mí." (Heute dir, morgen mir.) Oder:" No todo lo que brilla es oro." (Es ist nicht alles Gold, was glänzt.)
Den Geier und die hundert Vögel lieber fliegen lassen
Und dann gibt es Sprichwörter, die in verschiedenen Versionen und Sprachen kursieren. Ein Beispiel ist: „Lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach.“ Das ist etwas verwirrend, weil man sich doch fragt, was eigentlich mehr wert ist, eine nervige Taube oder ein süßer Spatz. Es geht wohl um Größe, nicht um Niedlichkeit. Das Prinzip gilt auch für den Spruch aus dem Mund von Don Quijote: "Más vale pájaro en mano que buitre volando." (Der Vogel in der Hand ist mehr wert, als ein fliegender Geier.) Im heutigen Spanisch hat sich eingebürgert:" Más vale pájaro en mano que cientos volando." (Der Vogel in der Hand ist mehr wert, als hundert, die davonfliegen.)
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