Auch an Schulen: PP und Vox lockern Katalanisch-Pflicht für bestimmte Stellen im öffentlichen Dienst
Die konservative PP und die rechtsextreme Vox haben sich auf eine Lockerung der Katalanisch-Anforderungen für bestimmte Positionen im öffentlichen Dienst geeinigt. So soll es leichter sein, Fachkräfte einzustellen

Werden die Klassen vielleicht bald nach der Unterrichtssprache getrennt? | FOTO: DM / johannes krayer
Die regierende konservative Volkspartei (PP) und die rechtsextreme Vox haben sich auf eine weitere Lockerung der Katalanisch-Anforderungen für bestimmte Stellen in der öffentlichen Verwaltung verständigt. Vorgesehen ist, das verlangte Sprachniveau bei einzelnen Positionen zu senken oder die Vorgabe ganz aufzuheben, vor allem bei Stellen, die als besonders schwer zu besetzen gelten. Nach Angaben beider Parteien ist die Einigung das Ergebnis von „wochenlangen Verhandlungen“.
Die bevorzugte Behandlung der Inselsprache Katalanisch gegenüber des dominanteren Spanisch ist auf Mallorca und den Nachbarinseln gesetzlich verankert. Die Lockerung oder gar Abschaffung der Katalanisch-Anforderungen im öffentlichen Dienst ist mit die wichtigste Forderung der Vox-Partei. Viele ihrer Wähler sind vom spanischen Festland oder aus Lateinamerika zugewandert. Die Minderheitsregierung der PP teilt diese Forderung nur bedingt, ist in in ihrer Haushaltsplanung und in ihren Gesetzesvorhaben jedoch von der Unterstützung der Rechtsextremen abhängig.
Vor allem bei Jobs, bei denen es keinen direkten Kontakt mit den Bürgern gibt
Nun soll die Besetzung freier Stellen im Gesundheitswesen, im Bildungsbereich und in bestimmten öffentlichen Diensten erleichtert werden. Die Vereinbarung soll verhindern, dass die Sprachvorgabe die Einstellung von Fachkräften erschwert, wenn es an Bewerbern mangelt. Betroffen sind vor allem jene Jobs, bei denen kein direkter Kontakt zu den Bürgern besteht. Dazu gehören zum Beispiel Reinigungskräfte. Außerdem soll es bei Auswahlverfahren für Lehrerstellen, die als besonders schwer zu besetzen gelten, künftig ausreichen, Katalanischkenntnisse erst nach Erhalt der Stelle nachzuweisen. Ziel sei es, die Lehrerkollegien zu besetzen.
Die Parlamentssprecherin von Vox, Manuela Cañadas, begrüßte denn auch die Einigung mit der PP. Die gesetzlichen Änderungen hätten „ein sehr klares Ziel“: Das Katalanische solle nicht länger „eine Mauer sein, die Talente vertreibt und den Bürgern unserer Inseln das Leben erschwert“. Cañadas zufolge handelt es sich um eine „praktische Maßnahme für reale Probleme“, die das Gesundheitswesen, das Bildungswesen und die Zukunft junger Menschen beträfen. „Wir wollen eine Verwaltung, die dem Bürger dient und ihm keine ideologischen Hürden in den Weg stellt."
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