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Wortschatz

Spanisch lernen: Warum es okay ist, wenn Spanier im Chat „okey“ schreiben

Richtig so: Spanier schreiben Fremdwörter halt gern so, wie sie ausgesprochen werden

Das Wort „Walzer“ wird auf Spanisch zu „el vals“. Und das „Sauerkraut“ zu „el chucrut“.

Das Wort „Walzer“ wird auf Spanisch zu „el vals“. Und das „Sauerkraut“ zu „el chucrut“. / ANDERS WIKLUND / EFE

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Tom Gebhardt

Tom Gebhardt

Wenn Sie schon länger auf Mallorca leben, sind Sie wahrscheinlich in vielen WhatsApp-Gruppen, in denen zumindest teilweise Spanisch geschrieben wird. Sobald jemand einen Vorschlag macht, erwartet er die Zustimmung der gesamten Gruppe. Der aktivere Teil der Mitglieder reagiert sofort mit dem „Daumen hoch“-Emoji (auf Spanisch übrigens pulgar hacia arriba). Der Abwechslung halber, schreiben dann andere ok (auch in der Spaßvogel-Variante okis oder oks), während sich wieder andere darum bemühen, möglichst witzige GIF-Animation zu schicken.

Wer einen eher nüchternen Akzent setzen möchte, schreibt die aus dem Englischen stammende Abkürzung o. k. aus. Allerdings nutzen die meisten Spanier nicht die englische Schreibweise „okay“, sondern die an die spanische Aussprache besser angepasste Form okey. Können die kein Englisch? Oder ist es okay? Die offizielle Antwort der spanischen Sprachakademie lautet: Die korrekte Schreibweise lautet tatsächlich okey.

Selfi, baipás und cruasán

Wer sich darüber lustig macht, verkennt drei Dinge. Erstens gibt es in der spanischen Sprache eine von der Lehrmeinung unterstützte Tendenz, Fremdwörter möglichst schnell und effizient zu hispanisieren. Das „Selfie“ wird zum selfi und der chirurgische „Bypass“ zum baipás. In spanischen Bäckereien bestellt man auch kein „Croissant“, sondern ein cruasán (leider schmeckt es oft auch so).

Zweitens bemerken wir oft gar nicht, dass es auch auf Deutsch sehr viele eingedeutschte Begriffe gibt, die wir manchmal gar nicht mehr wiedererkennen. Man bedenke: Das deutsche „Plüschtier“ kommt vom französischen Wort peluche (die Spanier schreiben peluche, sprechen es aber „pählútsche“ aus).

Und drittens ist die sprachliche Überkorrektheit gerade bei dem Begriff „ok“ total unangebracht. Denn sehr wahrscheinlich – Sprachforscher streiten darüber noch – war o. k. ursprünglich die absichtlich falsch gebildete Abkürzung für all correct (im Sinne der als Witz inkorrekt geschriebenen Worte „oll korrect“‘). Der bewusst flapsige und spaßig gemeinte Umgang mit Rechtschreibung gehörte im 19. Jahrhundert an der US-amerikanischen Ostküste nämlich zum guten Ton.

Der Wortschatz zum Thema.

Der Wortschatz zum Thema. / MZ

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