11. September 2008
11.09.2008
40 Años

Diagnose Lebererkrankung

16.09.2008 | 13:08
Meist haben ältere Tiere Probleme mit der Leber. Sie sind dann schwach und ruhen sich am liebsten aus.

Störungen der Leberfunktionen führen zu massiven Beeinträchtigungen

Wenn Hund oder Katze apathisch sind, sehr viel oder aber sehr wenig fressen und öfter erbrechen, können dies Symptome sein, die auf eine Störung der Leberfunktion hinweisen.

Die Leber erfüllt wichtige Aufgaben im tierischen Stoffwechsel. Hierzu gehören die Entgiftung des Körpers, die Verarbeitung von Medikamenten und Sekretion von Galle. Weiterhin spielt die Leber eine wichtige Rolle bei der Blutgerinnung sowie für die Blutdruckregulation.

Die Störung jeder einzelnen dieser Funktionen kann zu massiven Beeinträchtigungen des Wohlbefindens und der Gesundheit führen. Solche Störungen können sich akut oder aber auch schleichend über einen längeren Zeitraum hinweg entwickeln. Dem Tierhalter zeigen sich meist Mattigkeit, mangelnder oder fehlender Appetit, Schwäche, Gewichtsverlust, häufig auch Magen-Darm-Probleme, vermehrtes Trinken oder ein dicker Bauch.

Die gestörte Funktion der Leber, toxische – das heißt für den Organismus giftige – Substanzen aus dem Blut zu entfernen, kann von der Demenz über Wesensveränderungen, epileptiformen Anfällen bis hin zum Koma führen. Langfristig können daraus sogar schwerwiegende irreparable Gehirnschäden entstehen. Für den Körper giftige Substanzen sind nicht nur zugeführte chemische Stoffe wie Medikamente, Narkotika oder gar Gifte, sondern vielmehr bei der „Verbrennung" der Nährstoffe entstandene Abbauprodukte. Eine Gelbsucht, das heißt eine deutliche Gelbverfärbung der Schleimhäute, tritt selten auf, vor allem beim Hund erst in einem späten Stadium der Erkrankung.

Die Ursachen für Lebererkrankungen sind äußerst vielfältig. Teilweise bilden angeborene Organschäden die Grundlage für eine spätere Erkrankung. Aber auch eine Entzündung (Hepatitis) kann die Leber nachhaltig schädigen. Eine ebenfalls nicht seltene Ursache kann eine Vergiftung sein. Seltener treten tumoröse Erkrankungen der Leber auf. In den meisten Fällen aber ist ein Leberproblem die Folge eines normalen Alterungsvorganges.

Die Diagnose Leberinsuffizienz wird über Harn- und Blutuntersuchungen gestellt. Hierbei werden Leberenzyme bestimmt, die einen Rückschluss auf den Zustand und die Aktivität der Leber erlauben. Im Bedarfsfall sollte eine Röntgen- oder Ultraschalluntersuchung durchgeführt werden, eventuell ist eine Leberbiopsie unumgänglich.

Die Regenerationsfähigkeit der Leber ist in der Regel recht gut. Deshalb sind die Chancen einer Heilung positiv, vorausgesetzt, dass die eigentlich auslösenden Ursachen für die Erkrankung gefunden und abgestellt oder behandelt werden. Die Therapie einer akuten Lebererkrankung zielt darauf ab, dass sich die Leber wieder erholt. In chronischen Fällen soll die Funktion in einem ausreichenden Maße stabilisiert werden. Leider stehen hierzu nur wenige unterstützende Medikamente zur Verfügung. Im Allgemeinen muss nach Behandlung der akuten Symptome die Leber möglichst funktionell entlastet werden, um ein Fortschreiten der Erkrankung zu verhindern. Diese Behandlung kann meist in Ruhe zu Hause durchgeführt werden, wozu in nahezu allen Fällen auch eine Diät gehört. Leberdiät-Futter kann man in tierärztlichen Praxen kaufen.

Der Autor ist Tierarzt in Portals Nous,

Tel.: 971-67 76 06, Notdienst-Tel.: 607-60 70 80

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