22. August 2018
22.08.2018
Mallorca Zeitung

Illegaler Schildkrötenhandel: Deutsche Züchter auf Mallorca gefasst

Die Guardia Civil fand auf einer Finca bei Llucmajor mehr als 1.100 Tiere - darunter auch viele vom Aussterben bedrohte Arten. Es handelt sich um die größte illegale Zucht Europas

22.08.2018 | 10:03
Illegaler Schildkrötenhandel: Deutsche Züchter auf Mallorca gefasst
Illegaler Schildkrötenhandel: Deutsche Züchter auf Mallorca gefasst

Die Guardia Civil hat auf Mallorca den wohl größten Ring illegaler Schildkröten-Schmuggler- und Züchter Europas aufgedeckt. Die Drahtzieher sollen Deutsche gewesen sein.

Wie die Guardia Civil am Mittwoch (22.8.) in einer Pressemitteilung bekannt gab, soll die Bande im großen Stil und über Europas Grenzen hinaus mit geschützten Arten gehandelt haben. Zuchtort war eine Finca in der Gemeinde Llucmajor, die zwei Deutsche betrieben. Dort stellten die Ermittler mehr als 1.100 Schildkröten sowie 750 Eier sicher. "Das Ziel war eine industrielle Zucht", heißt es in der Pressemitteilung.

Angefangen hatten die Ermittlungen bereits im Februar 2017. Damals waren den Beamten am Flughafen in Palma de Mallorca erstmals Pakete mit Reptilien aufgefallen, die nicht den den Arten in der beiliegenden Beschreibung entsprachen, darunter enige Exemplare aus Südostasien, aber auch mehrere aus Mexiko, den USA und Kanada. Da auch die Namen der Absender und Empfänger gefälscht waren, dauerte es Monate, bis die Beamten schließlich die Fährte zur Finca bei Llucmajor aufnehmen konnten. Unter den dort sichergestellten Exemplaren befanden sich 14 der 50 bedrohtesten Arten der Welt, wie beispielsweise die Scharnierschildkröte.

Allem Anschein nach hatten die deutschen Züchter eine enge Kooperation mit einem Händler für exotische Tiere in Barcelona. Mit seiner Hilfe schafften sie es, die gezüchteten Tiere zu verkaufen. Vor allem das Fleisch der Schildkröten gilt als gute Einnahmequelle. Genau wie die Deutschen wurde auch der Tierhändler festgenommen. Gegen zwei weitere Deutsche und einen anderen Spanier wird zudem wegen Mittäterschaft ermittelt.

Beim Handel mit exotischen Tieren und erst recht mit geschützten Arten handelt es sich keinesfalls um ein Kavaliersdelikt. Den Beschuldigten drohen mehrjährige Haftstrafen. /somo

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