08. Oktober 2018
08.10.2018

Wer lässt da seine Schafe auf Mallorca verhungern?

Auf einem trockenen und kahlen Feld in Port d'Andratx sind in den vergangenen Tagen mehrere Tiere jämmerlich verendet. Nachbarn und der Tierschutzverband schlagen Alarm

08.10.2018 | 11:55
Die Tiere auf dem Anwesen in Port d´Andratx sind in einem erbärmlichen Zustand.

Vor den Augen von Anwohnern, Urlaubern und Passanten sind in den vergangenen Tagen mehrere Schafe auf einem eingezäunten Grundstück in Port d'Andratx auf Mallorca jämmerlich verendet. Nach Aussagen der Nachbarn, die nun bei Behörden und Medien Alarm schlagen, handelt es sich um einen Bauern aus Andratx, der seine Tiere seit Jahren vernachlässigt.

Eine schockierte Nachbarin wandte sich hilfesuchend an die Mallorca Zeitung: "In Port d'Andratx - vor den Augen vieler Passanten, die hier täglich vorbei wandern - sterben seit Jahren und insbesondere in den letzten Tagen Lämmer und Schafe auf abgeweideten Feldern. Erst heute lagen wieder mehrere verendete Schafe auf den kargen Schilfwiesen. Sie verdursten und verhungern." Man habe die Polizei benachrichtigt, die sie an die Guardia Civil verwiesen habe. Die Guardia Civil habe schließlich gesagt, dies sei Sache der Polizei.

Auf Nachfrage der MZ bestätigte ein Pressesprecher der Guardia Civil, dass ihm der Fall bekannt sei. Die Ermittlungen liefen weiter. Baldea, der Dachverband der Naturschutzinitiativen auf der Insel, wurde ebenfalls aktiv. "Wir werden heute eine schriftliche Beschwerde beim balearischen Landwirtschaftsministerium einreichen", bestätigte Baldea-Vorsitzende Maxi Lange der MZ. Auch beim Rathaus wolle sie nachhaken, denn manche Nachbarn behaupten, es handele sich gar nicht um das Grundstück des Bauern, sondern um eine Wiese im Besitz der Gemeinde.

Besondere Sorgen bereitet Lange der Umstand, dass der Landwirt nun damit beginne, die Tiere wegzuschaffen. "Wer weiß, wo er sie jetzt hinbringt und wie es ihnen dort geht", sagte Lange. Von der Anzeige im Landwirtschaftsministerium erhoffe sie sich, dass dem Bauern zumindest die Subventionen für die Tierhaltung gestrichen würden. "Ein Verbot der Tierhaltung kann man meistens erst dann durchsetzen, wenn es innerhalb einer bestimmten Frist mindestens drei Anzeigen gab."

Denn anscheinend handelt es sich bei dem Tierhalter um einen Wiederholungstäter. Bereits im November 2014 verschafften sich besorgte Nachbarn und Tierschützer Zugang zu der Schilfwiese am Camí del Prat Nachbarn, weil sie nicht mit ansehen konnten, wie dort Schafe, Esel und ein Pferd verhungerten. Im April 2015 kam die Tierschutzeinheit der Guardia Civil und beschlagnahmte Tiere in schlechtem Zustand. /tg

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