24. Juni 2019
24.06.2019

Was tun, wenn Sie auf Mallorca ein verletztes Tier finden?

Erst die Notrufnummer 112 verständigen und dann diese Ratschläge befolgen

24.06.2019 | 01:00
Riecht das schon nach Freiheit? Ein männliches Uhu-Jungtier wird im Cofib wieder fit gemacht.

Wer auf Mallorca auf der Straße, am Fahrbahnrand, im Wald oder auf dem Feld ein verletztes Tier findet, sollte zunächst die Notrufzentrale 112 verständigen. Je nachdem, ob es sich um ein Haustier oder um ein wildes Tier handelt und in welcher Gemeinde es gefunden wurde, verständigen deren Mitarbeiter dann die balearische Artenschutzbehörde Cofib, lokale Tierheime wie Son Reus in Palma de Mallorca oder das dem Natura Parc in Santa Eugènia angeschlossene Schutzzentrum Cepad. Mit Letzterem haben die meisten Gemeinden auf der Insel einen Vertrag abgeschlossen.

COFIB: Wildes und Exotisches

Unter anderem für Landschildkröten, Falken, Eulen, Sperlinge, Adler, Igel und exotische Tiere ist das Cofib zuständig. Rund 3.000 Tiere päppeln die Mitarbeiter der Behörde jährlich auf, um sie anschließend wieder in die Freiheit zu entlassen. Laut Mitarbeiter Patxi Blasco bleiben manche von ihnen bis zu einem Jahr in dem Rehabilitationszentrum.

Wer glaubt, ein hilfsbedürftiges Tier gefunden zu haben, sollte laut dem 39-Jährigen zunächst dessen Verhalten genau beobachten: „Normalerweise fliehen wilde Tiere, wenn wir uns ihnen nähern. Tun sie das nicht, kann das ein erster Hinweis darauf sein, dass sie verletzt sind." Anschließend sollten Sie schauen, welche Beschwerden das Tier hat. Humpelt es? Hängt ein Flügel tiefer als der andere? Blutet es? Ist die Haltung geduckt, das Tier ängstlich?
Bevor der Finder das Tier anfasst, sollte er sich bei der Notrufzentrale 112 melden und den Mitarbeitern beschreiben, in welcher Verfassung das Tier ist. „So können wir entscheiden, ob es tatsächlich Hilfe braucht", sagt Blasco. Es sei schon vorgekommen, dass Residenten oder Touristen etwa Sperling-Babys in Notlage gesehen haben, da sie scheinbar nicht fliegen konnten. Dabei seien die frisch geborenen Tiere einfach nur in der Lernphase gewesen.

Auch der Fundort spielt beim Versorgen der verletzten Lebewesen eine Rolle. „Wenn sich ein Tier auf der Straße befindet, jederzeit Gefahr läuft, überfahren zu werden, und man es leicht von dort wegnehmen kann, sollte man dies tun. Findet man es wiederum auf einem Feld, ist es eher nicht notwendig, es von dort zu entfernen", sagt der Cofib-Mitarbeiter.

Wer sich traut, das Tier anzufassen, sollte dies mit dicken Handschuhen oder einem Handtuch tun. Der Flyer des Cofib warnt davor, sich Vögeln, vor allem solchen mit (spitzem) Schnabel und langem Hals, entgegenzubeugen. Anschließend sollte man das Tier in einen mit Zeitungspapier ausgelegten und Luftlöchern versehenen Karton setzen, diesen gut verschließen und an einen ruhigen, 21 bis 27 Grad warmen Ort stellen. Dem Tier bitte kein Wasser und auch kein Futter geben. Stattdessen sollten man so schnell wie möglich das Rehabilitationszentrum (Tel. 971–144 107, 607–554 005) informieren. Wer einen toten Raubvogel oder eine ganze Gruppe der Tiere findet, verständigt bitte die Polizei. Es kann sein, dass die Tiere vergiftet wurden.

Cepad: Haustiere

Das Tierschutzzentrum Cepad kümmert sich neben Schafen, Ziegen, Pferden und Eseln vor allem um ausgebüchste oder verletzte Hunde und Katzen. Ein Team aus 17 Mitarbeitern holt die Tiere auf Anweisung vieler Rathäuser oder der dort ansässigen Ortspolizei ab. Kein Vertrag besteht unter anderen mit Andratx, Esporles, Vilafranca, Artà, Ses Salines und Sant Llorenç. Dort kümmern sich entweder Freiwillige oder lokale Tierschutzvereine um die Vierbeiner. Auch Palma de Mallorca und Calvià verfügen über eigene Tierheime.

Cepad-Tierärztin Marga Gomis rät Privatpersonen, die ein verletztes Tier gefunden haben, ebenfalls dazu, zunächst die 112 oder die Ortspolizei zu kontaktieren. „Da jeder Fall anders ist, geben wir Laien prinzipiell keine generellen Ratschläge zur Versorgung der verletzten Tiere", sagt Gomis. Bei Hunden und Katzen versuchen die Cepad-Mitarbeiter dann über einen Chip den Halter der Tiere ausfindig zu machen. Hat ein Tier keinen und nur weniger gravierende Verletzungen, wird es zumindest erstversorgt. „Hat das entsprechende Rathaus, mit dem wir einen Vertrag haben, kein Budget für die Pflege der Tiere, übernimmt unsere Stiftung die Kosten", sagt Gomis. Im Natura Parc werden die Tiere dann so lange aufgepäppelt, bis sie zur Adoption freigegeben werden können. Wer ein Tier direkt in eine Klinik bringt, muss die Kosten selbst tragen.

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